Dr. Hönle Aktie: Wachstumsstarker und preiswerter UV-Spezialist

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Die Dr. Hönle Aktie ist unsere Empfehlung des Monats nach der 3-Filter-Strategie von James O’Shaughnessy. (Foto: Jirapong Manustrong / Shutterstock.com)

Dr. Hönle profitierte im Geschäftsjahr 2010/11 von seinen jüngsten Zukäufen und der starken konjunkturellen Belebung, die sich über nahezu alle Absatzmärkte des Unternehmens erstreckte.

Der Umsatz stieg um 24,4% auf 67,9 Mio € und der Gewinn um fast die Hälfte auf 6,9 Mio €.

Das operative Ergebnis hat sich sogar auf 11,3 Mio € mehr als verdoppelt.

Bestes Ergebnis der Firmengeschichte

Dr. Hönle erzielte damit nicht nur das mit Abstand beste Ergebnis der Firmengeschichte, sondern übertraf auch seine mehrfach angehobenen Prognosen.

Die Umsätze mit Geräten und Anlagen stiegen nicht zuletzt dank der neu erworbenen Firmen Mitronic und UVTechnik Speziallampen um 30% auf 50,2 Mio €. Aber auch das Geschäft mit Klebstoffen wuchs zweistellig auf 17,7 Mio €.

Aktionäre werden beteiligt

Vorstand und Aufsichtsrat wollen die Aktionäre am Unternehmenserfolg beteiligen und schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 0,50 € pro Aktie vor, was einer Rendite von rund 5% entspricht. Dr. Hönle kann es sich leisten, denn der operative Cashflow verbesserte sich im vergangenen Jahr ebenfalls signifikant auf 10,3 Mio €.

Bilanz trotz Übernahmen stark

Aber auch die Bilanz kann sich trotz zweier Akquisitionen sehen lassen. Die Eigenkapitalquote liegt bei 69%, und die liquiden Mittel erhöhten sich im Jahresvergleich auf 12,9 Mio €. Dr. Hönle hatte zuletzt die Mitronic GmbH erworben und sich damit ein neues Geschäftsfeld mit hohem Wachstumspotenzial erschlossen.

Mitronic ist ein Spezialist für industrielle Lichttechnik, erwirtschaftet rund 5 Mio € Umsatz und eine operative Rendite von 10%. Größter Absatzmarkt ist die Autoindustrie.

Zuvor hatte Dr. Hönle die UV-Technik Speziallampen GmbH übernommen, einen Anbieter von UV-Strahlern zur umweltfreundlichen Entkeimung von Wasser. Beide Gesellschaften wurden erfolgreich integriert.

Schwierige Jahresprognose

Im laufenden Jahr erwartet das Management Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis. Grund für diese pessimistische Prognose sind die unklare weitere konjunkturelle Entwicklung sowie die Insolvenz von Manroland.

Dr. Hönle rechnet ab März mit deutlich geringeren Umsätzen mit dem wichtigsten Kunden, der für 20% des Gesamtumsatzes steht. Zudem geht das Unternehmen davon aus, dass der Fordeinrungsbestand von 1,1 Mio € gegenüber dem Druckmaschinen-Hersteller abgeschrieben werden muss.

Die Auswirkungen der Manroland-Insolvenz sind in der Tat noch schwer abzuschätzen. Allerdings halten wir den Ausblick für zu vorsichtig und erwarten zumindest eine stabile Geschäftsentwicklung.

Zunächst könnten die Zukäufe des letzten Jahres, die bereits erfolgreich integriert wurden, sowie die geplanten weiteren Zukäufe den negativen Effekt eines Manroland-Ausfalls als Kunde relativ zügig kompensieren.

Dr. Hönle sollte sich sowieso besser auf Bereiche konzentrieren, die aussichtsreicher sind als das Geschäft mit Druckmaschinen-Herstellern. Davon abgesehen sind die Chancen auf eine Sanierung von Manroland gestiegen, denn ein Investor wurde bereits gefunden.

Für bessere Ergebnisse sprechen darüber hinaus die vollen Auftragsbücher sowie die breite Aufstellung. Denn die Belieferung vieler unterschiedlicher Branchen gibt in konjunkturell unsicheren Zeiten eine gewisse Sicherheit.

Langfristig aussichtsreich

Egal welche Auswirkungen die Manroland- Insolvenz und/oder ein konjunktureller Abschwung in diesem Jahr auch haben werden: Langfristig bleibt Dr. Hönle ein aussichtsreiches Investment. Das Unternehmen hat sich im viel versprechenden Nischenmarkt der UV-Technologie eine führende Position erarbeitet.

In vielen Branchen geht der Trend hin zu dieser Technologie. Denn sie spart Zeit, senkt damit die Kosten und verursacht kaum Schadstoffe. Die Vorteile der UV-Technologie in vielen Fertigungsprozessen sollten daher auch in Zukunft die Nachfrage nach Produkten aus diesem Segment ankurbeln.

Wasserentkeimung mittels UV-Strahlung gilt sogar als nachhaltiger Wachstumsmarkt. Dr. Hönle selbst will jedenfalls in 3 Jahren ein Umsatzniveau von 100 Mio € erreichen.

Dr. Hönle Aktie ist ein Kauf

Obwohl das kontinuierliche Gewinnwachstum 2009 unterbrochen wurde, empfehlen wir Ihnen Dr. Hönle nach der 3-Filter-Strategie zum Kauf. Bis dahin hatte Dr. Hönle den Gewinn 6- mal in Folge gesteigert.

2009 führten dann hohe Aufwendungen für notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur in der Wirtschaftskrise zu einem Verlust. Die Maßnahmen haben sich aber schnell ausgezahlt, wie die Gewinnentwicklung in den letzten beiden Jahren zeigt. Besonders beeindruckend: Schon 2010 wurde das Vorkrisenniveau übertroffen.

Die weiteren 3-Filter-Kriterien sind erfüllt: Die Aktie überzeugt mit einem KUV von 0,9 und hat sich in den letzten 12 Monaten besser entwickelt als der Vergleichsindex Prime All Share. Hinzu kommt das günstige 2012er-KGV von knapp 10.

Selbst im schlimmsten Fall (Manroland-Ausfall und Konjunkturabschwung), der einen Gewinneinbruch von 30% impliziert, würde sich noch ein historisch günstiges KGV errechnen.

Spekulative Anleger steigen noch vor Veröffentlichung der Quartalszahlen am 28. Februar ein.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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