Hier lauern 7,8% Dividende

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Reich mit Wegwerfprodukten? Aber funktioniert das in der heutigen Zeit noch? Wir geben detaillierten Einblick! (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Kleinvieh macht auch Mist! Diese Redewendung bewahrheitet sich oft an der Börse. Oder würden Sie spontan in einen Hersteller von Kugelschreibern investieren? Was zunächst wenig attraktiv klingt, wird eine sinnvolle Alternative. Dann nämlich, wenn zu den Kugelschreibern auch noch Feuerzeuge, Einwegrasierer und andere kleine Produkte hinzukommen – und das millionenfach. Die Aktie von BIC ist ein Geheimtipp. Wie wir den Wert aktuell sehen, haben wir für Sie messerscharf analysiert. Nach ein paar Worten zum Unternehmen geht’s ans Eingemachte: die Zahlen. Eine Zahl aber schon mal vorab: BIC bietet aktuell eine Dividendenrendite von rund 7,8%.

Es knirscht im Getriebe

BIC ist ein bekannter französischer Markenartikelhersteller. Die Produktpalette umfasst Schreibinstrumente (Kugelschreiber, Filzstifte, Korrekturprodukte – hier ist BIC weltweit Nr. 1), Feuerzeuge und Einwegrasierer für Herren und Damen. Bekannte Markennamen sind BIC und Tipp-Ex. Produktion und Distribution erfolgen weltweit, mit Schwerpunkten in Europa, den USA und Südamerika.  BIC hat für das 1. Halbjahr schwache Zahlen vorgelegt. Der Konzern wurde trotz einer konjunkturunabhängigen Produktpalette schwer von den Auswirkungen der Corona-Krise getroffen.

Der Umsatz sank um 19,2% auf rund 776 Mio €. Unterm Strich brach der Gewinn um mehr als drei Viertel auf 0,49 € pro Aktie ein. Die Abkühlung der Weltwirtschaft hat die operative Geschäftsentwicklung belastet. Zusätzlich musste BIC mit Verkaufspreisanpassungen auf die starke Konkurrenz reagieren, und gleichzeitig sind die operativen Kosten angestiegen. Die operativen Margen stehen unter Druck. Zudem hat BIC ein Problem mit seinem Qualitätsimage. Die BIC-Feuerzeuge stehen zwar immer noch für eine sehr gute Qualität, doch die Konkurrenzprodukte aus Fernost werden immer besser. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Qualitätsführerschaft eingeholt ist und BIC keine Verkaufspreisaufschläge mehr verlangen kann.

Was Sie unbedingt über die Aktie wissen müssen!

BIC muss jetzt proaktiv tätig werden, um den Wettbewerbsvorsprung zu verteidigen. Dazu setzt der Konzern auf eine Rückwärtsintegration. Künftig soll ein Teil der Vorproduktionen selbst übernommen werden. Dazu hat BIC den Kunststoffentwickler Djeep für 40 Mio € aufgekauft. Djeep hat sich auf die Herstellung von Einwegprodukten spezialisiert und gilt als einer der größten Hersteller für nachfüllbare Feuerzeuge.

Mit der Übernahme möchte BIC vor allem in den USA und Europa wieder stärker wachsen. Wir sind gespannt. Der Fokus auf Einwegplastikprodukte entspricht nicht dem Zeitgeist des heutigen Marktes. Anleger können daher vorsichtig werden. Auch die schwindenden Margen sind kein gutes Zeichen. Passen Sie bei BIC besser auf und lassen Sie sich nicht von der Dividende locken!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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