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Spannendes Wasserstoff-Projekt fast vor meiner Haustür

Spannendes Wasserstoff-Projekt fast vor meiner Haustür
petrmalinak / Shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Am vergangenen Samstag fand mein Wasserstoff-Webinar zusammen mit dem Kollegen Marcus Schult statt. Vielen Dank für das große Interesse und die vielen spannenden Fragen, die wir von den Teilnehmern erhalten haben.

In den kommenden Tagen und Wochen werde ich hier im Schlussgong einige der Fragen beantworten, bei denen ich meine, dass die Antwort für eine Vielzahl meiner Leser interessant ist. Heute stelle ich Ihnen aber zunächst ein weiteres spannendes Wasserstoff-Projekt vor.

Wasserstoff-Projekt RH2INE

Über ein Dutzend Unternehmen wollen  im Zuge eines internationalen Projekts mit dem Namen RH2INE den Rhein-Alpen-Korridor zu einem rein auf Grundlage von Wasserstoff funktionierenden Transportweg machen.

Zur Erläuterung: RH2INE steht für Rhine Hydrogen Integration Network of Excellence und geht auf eine Initiative der Provinz Zuid-Holland, des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Wasserbau sowie des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen zurück. Es soll der erste Schritt in Richtung eines klimaneutralen Transportkorridors zwischen dem niederländischen Rotterdam und dem italienischen Genua werden.

Zunächst wollen sich die Partner um den Wasserweg kümmern. Dazu ist der Aufbau von Wasserstoff-Produktionsstätten entlang des Rheins zwischen Rotterdam und Köln (und damit fast bis vor meine Haustür) geplant. Bis 2024 könnten dann die ersten 10 bis 15 mit Wasserstoff betriebenen Binnentankschiffe auf die Reise gehen.

Bis dahin soll die Verfügbarkeit von 1.950 Tonnen Wasserstoff angepeilt werden. Bis zum Jahr 2030 soll die wasserstoffbetriebene Flotte dann bereits auf 50 bis 100 Schiffe angewachsen sein. Ganz frisch wurde jetzt gemeldet, dass das Joint Venture RH2INE von der EU-Kommission einen Zuschuss für weitere Forschungsvorhaben erhalten hat.

Ein beteiligtes Unternehmen ist der französische Konzern Air Liquide, den ich Ihnen nun noch kurz vorstellen möchte.

Wasserstoff-Hersteller aus Frankreich: Air Liquide

Beim Stichwort Gashersteller denken viele Aktionäre spontan an Linde. Doch in unserem Nachbarland gibt es mit Air Liquide ein Unternehmen, das oft unterschätzt wird, obwohl es ein sehr interessantes Wasserstoff-Portfolio hat.

Die Franzosen liefern nicht nur Wasserstoff, sondern auch die passende Infrastruktur. Zusammen mit Linde, Daimler, OMV, Shell und Total hat Air Liquide die H2 Mobility GmbH gegründet, um der Wasserstoff-Technologie schneller einen Durchbruch zu ermöglichen.

Ohne Infrastruktur (Betankungsanlagen) kann sich die Brennstoffzelle (Wasserstoff) nicht flächendeckend durchsetzen. Das Ziel: 400 Wasserstoff-Tankstellen allein in Deutschland. Air Liquide lässt den Worten auch Taten folgen und hat schon gut 30 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland gebaut (Tankdauer: nur 3 Minuten!). In vielen weiteren Ländern (Frankreich, Dänemark und USA) baut Air Liquide zur Zeit riesige Wasserstoffanlagen, um die industrielle Nutzung voranzutreiben.

Das 1902 gegründete Traditionsunternehmen Air Liquide wird Sie an der Börse nicht über Nacht reich machen. Es ist vielmehr eine solide Value-Aktie, die auch aufgrund der wachstumsstarken Wasserstoff-Aktivitäten einen Blick wert ist.