+++ NEU: Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

Sirius Minerals: Bergbaukonzern Anglo American bereitet Übernahmeangebot vor

Inhaltsverzeichnis

Um satte 35% schoss die Aktie von Sirius Minerals am Mittwoch nach oben und das aus triftigem Grund: Offenbar steht der Konzern kurz vor einer Übernahme durch den Bergbaukonzern Anglo American, der Gerüchte über fortgeschrittene Verhandlungen bestätigte. Auch wenn sich damit der Kurs der Papiere in den zurückliegenden dreieinhalb Monaten fast verdoppelt hat, für Langfristanleger ist der jüngste Kurssprung nichts mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Seit August 2018 verlor die Aktie nämlich über 90% an Wert.

Gerüchte bestätigen sich

Schon seit geraumer Zeit machten immer wieder mal Übernahmegerüchte die Runde. Doch jetzt bestätigt der Bergbaukonzern Anglo American selbst, dass er sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der britischen Sirius Minerals über ein mögliches Übernahmeangebot befindet. Wie einer Pflichtveröffentlichung von Anglo American zu entnehmen ist, geht es um einen Kaufpreis von 5,5 Pence je Aktie bzw. 386 Mill. Pfund. Damit notiert die Aktie aktuell rund 1% über dem im Raume stehenden Übernahmegebot.

Sirius Minerals mit großen Plänen….

Das mögliche Übernahmeangebot kommt nach einem massiven Kursverfall der Sirius Minerals-Papiere. Der Konzern ist ein Spezialist für den Abbau des in Düngemitteln eingesetzten Polyhalit, der derzeit eine riesige Kalimine unter den North York Moors in Großbritannien entwickelt.

Allerdings war die Firma im Herbst daran gescheitert, eine Anleihe zu Finanzierung des Projektes zu platzieren. Die 500 Millionen Dollar schwere Junk-Bond-Emission scheiterte, da die britische Regierung keine Garantien für das Projekt vergeben wollte. Das Werk sollte ursprünglich 2021 an den Start gehen und 1 000 Arbeitsplätze schaffen.

… aber mit dem Rücken zur Wand

Der Sirius-Boss Chris Fraser sagte damals, dass es aufgrund der „anhaltend schlechten Marktbedingungen an den Anleihemärkten“ nicht möglich sei, die Anleihe – ein wichtiger Teil des Finanzierungsplans – zu begeben. Daraufhin sackte die Aktie um 60% in den Keller. Bereits im August warnte das Unternehmen, dass es Liquiditätsprobleme habe. Es gelang jedoch eine Kreditfazilität in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar zu erlangen. Diese wurde aber von der US-Bank JP Morgan unter der Prämisse bereitgestellt, dass eine Hochzinsanleihe erfolgreich platziert wird.

Anglo American mit Expertise und tiefen Taschen

Da könnte das Angebot von Anglo American gerade recht kommen. Anglo American ist ein weltweit agierender Konzern, der sich im Bergbau und in der Verarbeitung von Rohstoffen engagiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 69.000 Mitarbeiter und generiert jährlich einen Umsatz von rund 28 Milliarden Dollar. Laut einer Firmenmitteilung glaubt Anglo American, sich mit der Übernahme ein Weltklasseasset mit niedrigen Betriebskosten und einer langen Lebensdauer zu sichern. Sirius hat die Entwicklung bis zu einem fortgeschrittenen Stadium vorangetrieben. Seit mehr als zwei Jahren wird an dem Projekt gebaut.

Den Kaufpreis von 386 Millionen Pfund zahlt Anglo American aus der Portokasse. Als einer der weltgrößten Bergbaukonzerne hat Anglo American die Mittel und die Expertise, dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Das Angebot markiert eine Rückkehr zum Dünger für Anglo, das sein Phosphatgeschäft 2016 verkauft hat.

Kali-Nachfrage dürfte weiter steigen

Mit der Übernahme will Anglo American von der steigenden Nachfrage nach Kali – einem Pflanzennährstoff – profitieren. Viele Analysten erwarten einen Nachfrageschub, da die Landwirte versuchen, die sich ändernden Ernährungsgewohnheiten einer steigenden Weltbevölkerung mit weniger Ackerland zu befriedigen. Sirius sagte, man sei bereit, das Angebot von Anglo zu empfehlen, sofern zufriedenstellende Zusicherungen in Bezug auf Arbeitsplätze und andere „Stakeholder-Interessen“ gemacht werden. Wenn der Deal zustande kommt, könnten mehr als 1.000 Arbeitsplätze in einer der ärmeren Gegenden Großbritanniens gerettet werden.

Nach den britischen Übernahmeregeln hat das Unternehmen bis zum 5. Februar Zeit, ein festes Angebot für Sirius zu machen oder für sechs Monate auszusteigen.