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Aufholjagd der Frühzykliker

Aufholjagd der Frühzykliker
Wiener Börse AG
Inhaltsverzeichnis

Erst der Absturz bis auf 12,80 € im März 2020, dann 170% Kursplus. Nach dem harten Corona-Knick profitieren insbesondere die sogenannten Frühzykliker wie voestalpine von der Konjunkturerholung. Warum noch reichlich Luft nach oben bleibt sage ich Ihnen gleich.

Internationaler Stahl- und Dienstleistungskonzern

voestalpine ist ein international tätiger Stahl-, Verarbeitungs- und Dienstleistungskonzern mit Sitz in Österreich. Schwerpunkt der Aktivitäten sind die Produktion von hochwertigen Stahlerzeugnissen und die Weiterverarbeitung von Stahl, aber auch anderer Werkstoffe, zu Komponenten und Komplettsystemen. Der Entwicklungsfokus liegt auf Mobilitäts- und Energiemärkten. Ein wichtiger Abnehmer ist die Automobil- und Automobilzulieferindustrie sowie der Eisenbahnmarkt.

Steigende Nachfrage sorgt für Auslastung

China hat schneller als alle anderen Länder die durch Corona ausgelöste Wirtschaftskrise bewältigt und ist bereits wieder auf Wachstumskurs. Davon profitiert auch voestalpine mit seinen 40 Standorten und 3.000 Mitarbeitern vor Ort. Insbesondere die steigende Nachfrage aus der Premium-Automobilindustrie sorgt für eine gute Auslastung und voestalpine reagiert darauf rasch mit Kapazitätserweiterungen.

Auch neue High-Tech-Produkte in der Bahninfrastruktur und bei Schweißzusatzwerkstoffen füllen zunehmend die Auftragsbücher. Darüber hinaus rollte der Stahl- und Technologiekonzern sein zukunftsweisendes 3D-Druckverfahren mit Metallpulver zuletzt mit zwei neuen chinesischen Standorten weiter aus.

Boom bei Hochregallager

Die wirtschaftliche Entwicklung von voestalpine war in den ersten 9 Monaten 2020 stark von der Pandemie beeinflusst. Im 3. Quartal setzte sich trotz erneuten Lockdown der Aufwärtstrend aus dem 2. Quartal in wichtigen Geschäftsbereichen fort. Insbesondere die Automobilindustrie erholte sich nach den Produktionsstillständen im Frühjahr sukzessive und erreichte im Herbst wieder Auftragseingänge, die in etwa dem Niveau vor Ausbruch der Pandemie entsprachen. Ebenso rasch an das Nachfrageniveau vor Covid-19 konnte die Bauindustrie sowie die Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie anschließen.

Schwierig blieb die Situation in der Luftfahrt- sowie der Öl- und Gasindustrie. Der Technologiebereich Bahninfrastruktur hat sich über den gesamten Zeitraum stabil positiv entwickelt. Eine sehr zufriedenstellende Entwicklung zeigte auch das Kundensegment Hochregallager.

Der Bereich verzeichnete aufgrund des zunehmenden Onlinehandels im Herbst einen Höchststand bei sden Auftragseingängen in den Hauptmärkten Europa und Nordamerika. Dennoch ging der Umsatz um 16,8% auf rund 8 Mrd. € zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel von -82 auf -134 Mio. €, wobei sowohl in den Vorjahreszahlen als auch im aktuellen Zahlenwerk hohe Einmaleffekte enthalten sind, die das EBIT belasteten.

Fazit

Mit Ausnahme der Öl- und Gas- sowie der Luftfahrtindustrie überwiegt aus heutiger Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass sich die wirtschaftliche Erholung in den wesentlichen Märkten des Konzerns fortsetzt. Der Fokus des Vorstands bleibt dennoch auf Kostenmanagement und Ergebnisstabilisierung. Zur Stärkung des Cashflows und der Bilanzstruktur werden die Ausgaben für Investitionen niedrig gehalten.