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Palfinger: Dieses österreichische Traditionsunternehmen sollten Sie kennen

Palfinger: Dieses österreichische Traditionsunternehmen sollten Sie kennen
Wiener Börse AG
Inhaltsverzeichnis

Gestern habe ich Sie an dieser Stelle unter anderem auf die in dieser Woche stattfindende Gewinn Messe, die größte Finanzmesse Österreichs, hingewiesen. Ein Unternehmen, das sich heute im Rahmen der Gewinn Messe vorgestellt hat, ist Palfinger. Nach dem Vortrag hatte ich die Gelegenheit, mit dem Palfinger-Chef Andreas Klauser zu sprechen.

Rolf Morrien auf der Gewinn Messe Wien im Gespräch mit Palfinger-Chef Andreas Klauser

Da das Unternehmen in Deutschland relativ unbekannt ist, stelle ich Ihnen die Palfinger AG kurz vor, bevor wir uns die jüngsten Zahlen und die weiteren Perspektiven anschauen.

Palfinger: Die Kran-Spezialisten

Der Ursprung des Unternehmens liegt in einer von Richard Palfinger 1932 gegründeten Reparatur- und Schlosserwerkstatt. Mit der Spezialisierung auf hydraulische Ladekrane legte sein Sohn Hubert Palfinger 1964 den Grundstein für das heutige Unternehmen.

Im Jahr 1989 stieg die Exportquote erstmals auf über 90% mit einer Präsenz in über 70 Ländern. Im Juni 1999 folgte schließlich der Börsengang. Seither wurde zunehmend auf Diversifikation und Internationalisierung gesetzt.

Heute fertigt Palfinger Krane und Verladesysteme aller Art. Dazu zählen Krane für LKW und für Schiffe (im Segment Marine). Daneben fertigt Palfinger aber auch Personeneinstiegssysteme, Wind- und Offshore-Krane, Mobil-Krane, LKW-Aufbauten, Eisenbahnsysteme und spezielle Gabelstapler, die Mitnahmestapler genannt werden.

Rekordumsatz im 1. Halbjahr 2022

Schauen wir nun auf die Halbjahreszahlen von Palfinger (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor): Das Unternehmen steigerte den Umsatz um 17,5% auf 1,039 Mrd. Euro. Ursächlich dafür waren neben der starken Marktnachfrage nach Palfinger-Produkten auch die gestiegenen Absatzpreise sowie positive Wechselkurseffekte.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich gegenüber dem 1. Halbjahr 2021 um 10,5% auf 119,5 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel aufgrund von Kostensteigerungen und der versetzten Wirkung von Preiserhöhungen von 92,1 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2021 auf 80,2 Mio. Euro. Das Nettoergebnis verringerte sich von 56,1 auf 39,2 Mio. Euro. Diese Zahlen zeigen Ihnen: Unternehmen wie Palfinger können gestiegene Kosten erst mit Verzögerung weitergeben.

Prognose für 2022

Schauen wir auf die Prognose: Der hohe Auftragsstand reicht nach Angaben des Palfinger-Managements bis in das 2. Quartal 2023. Im 2. Halbjahr 2022 werden weitere Preiserhöhungen wirksam, und die Kostensteigerungen bei Komponenten und Materialien haben aus heutiger Sicht ihren Höchststand überschritten.

Dennoch erwartet das Unternehmen angesichts der geopolitischen Lage eine außergewöhnlich hohe Volatilität bis Ende des Geschäftsjahres 2022 und darüber hinaus. Trotz des herausfordernden Umfelds strebt Palfinger für das laufende Jahr die Umsatzmarke von 2 Mrd. Euro an.

An den mittel- und langfristigen Zielen hält das Unternehmen nach wie vor fest. 2024 soll ein Umsatz von 2,3 Mrd. Euro aus organischem Wachstum und eine operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) von 10% erzielt werden. Spätestens 2030 soll die Umsatzmarke von 3,0 Mrd. Euro fallen.

Die Palfinger-Aktie hat im laufenden Jahr – so wie nahezu alle europäischen Nebenwerte – deutlich nachgegeben. Die alten Hochs liegen bei über 40 Euro und damit um rund 100% über dem aktuellen Kurs. Die mittelfristige Perspektive: In einem konjunkturell guten Umfeld sollten die alten Höchststände wieder erreicht werden.