OMV verkauft sein Tankstellen-Netz in Slowenien

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Der österreichische Energiekonzern OMV will sich von seinem Tankstellennetz in Slowenien trennen. Käufer ist der ungarische Mitbewerber MOL Group, der 301 Mio. Euro zzgl. Leasingverbindlichkeiten für die Übernahme zahlt. (Foto: Pe3k / shutterstock.com)

Ein häufiger Grund, warum sich Konzerne von Tochterunternehmen trennen, ist der Schuldenabbau. Dies trifft auch auf den Verkauf zu, über den ich Ihnen heute berichten möchte.

So hat der österreichische Energie-Riese OMV gestern bekannt gegeben, dass er seine slowenische Tochter OMV Slowenien an die ungarische MOL Group verkauft. Beide Unternehmen hätten einen entsprechenden Kaufvertrag unterschrieben, so OMV in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung.

MOL Group zahlt 301 Mio. Euro

Konkret geht es in dem Deal sowohl um 120 Tankstellen der Marken OMV, Eurotruck, Avanti und Diskontals als auch das OMV Kundengeschäft in Slowenien. Im Rahmen des Kaufvertrags wurde das OMV-Sloweniengeschäft mit insgesamt 346 Mio. Euro bewertet.

Für den Deal wird der in Budapest beheimatete Mineralölkonzern MOL Group etwa 301 Mio. Euro auf den Tisch blättern. Darüber hinaus haben sich die Ungarn verpflichtet, ausstehende Leasingverpflichtungen in nicht näher bestimmter Höhe zu übernehmen. Der vereinbarte Kaufpreis kann sich aufgrund von eventuellen Anpassungen des Nettoumlaufvermögens und der Nettofinanzverbindlichkeiten noch leicht verändern.

Deal ist Teil eines größeren Veräußerungsprogramms der OMV

Im vergangenen Herbst hatte OMV für satte 4 Mrd. Euro die Mehrheit des ebenfalls in Wien ansässigen Petrochemie-Konzerns Borealis AG übernommen. Um diesen Mega-Deal zu finanzieren, hatte OMV schon im Vorfeld angekündigt, sich von einigen seiner Tochterunternehmen trennen zu wollen.

Bestandteil dieses 2 Mrd. Euro umfassenden Verkaufsprogramms war unter anderem auch das deutsche OMV-Tankstellennetz, welches knapp 300 Tankstellen in Süddeutschland umfasst. Ende 2020 konnte OMV die deutschen Tankstellen für 445 Mio. Euro an die britische EG-Group (Euro Garages) verkaufen.

Bereits im September 2020 konnte OMV seinen 51%-Anteil an der Gas Connect Austria GmbH an den führenden österreichischen Elektrizitätsversorger, der in Wien ansässigen Verbund AG, veräußern. Der vereinbarte Kaufpreis betrug in diesem Fall 271 Mio. Euro zzgl. der Übernahme ausstehender Verbindlichkeiten.

Der jetzt bekannt gegebene Verkauf des slowenischen Tankstellennetzes wird die Verschuldung der OMV vor Berücksichtigung von Steuern um weitere rund 290 Mio. Euro verringern.

Mit diesem Verkauf nähert sich der OMV-Konzern seinem Ziel, Unternehmenswerte für insgesamt 2 Mrd. Euro abzustoßen, wie der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor der OMV, Rainer Seele, in einer Stellungnahme betont:

„Wir setzen damit einen weiteren entscheidenden Schritt, unser angekündigtes Veräußerungsprogramm von 2 Mrd. Euro umzusetzen. Diese Veräußerung reduziert nicht nur den Verschuldungsgrad signifikant, sie bedeutet auch eine weitere strategische Optimierung unseres Portfolios.“

Anleger regieren kaum

Die Bekanntgabe des Deals am gestrigen Tag hatte kaum Auswirkungen auf die Börsenkurse der beteiligten Unternehmen. An der Wiener Börse legten die OMV-Aktie leicht um 1,25% zu und gingen am gestrigen Dienstag mit 51,74 Euro aus dem Handel.

Der Kurs der MOL-Group-Papiere zeigte noch weniger Bewegung. Dieser stieg an der Budapester Börse im Tagesverlauf um 0,17% an und lag beim Erklingen der Schlussglocke bei 2.388 Forint.

Wie es weitergehen wird

Offen ist, ob die OMV sich noch von weiteren Konzerntöchtern trennen wird. Schließlich ist das selbst gesteckte Ziel von 2 Mrd. Euro noch lange nicht erreicht.

So betreiben die Österreicher (ohne die deutschen und slowenischen Tankstellen) noch etwa 1.700 Tankstellen in den Ländern Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Serbien und Moldawien.

OMV geht davon aus, dass der Verkauf von OMV Slowenien, vorbehaltlich benötigter behördlicher Genehmigungen, im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen werden kann.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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