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Hier locken mehr als 12% Dividende

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Um den Jahreswechsel galten Ölförderer bei vielen Anlegern als Geheimtipp. Die Dividenden seinen hoch und die Unternehmen nach dem Auf und Ab des Ölpreises solide aufgestellt. Vor allem Titel aus Russland punkteten mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen weit unter 5. Dann kam Corona und auch der Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland. Der Ölpreis stürzte ab und mit ihm die Aktien von Ölförderern.

Wir haben die Aktie von Gazprom für Sie analysiert und erklären Ihnen, was vom Wert mit mehr als 12% Dividendenrendite zu halten ist. Doch zunächst ein paar Worte zum Unternehmen: Gazprom ist mit einem Anteil von 18% an der Weltfördermenge und dem Besitz von 17% der weltweit nachgewiesenen Reserven der weltgrößte Erdgaskonzern. Zu den Geschäftsbereichen zählen die Erschließung, Förderung und Lieferung von Erdgas. Hauptabnehmer sind neben Russland die GUS-Staaten sowie Europa.

Gazprom kann’s auch ohne OPEC

In den ersten 9 Monaten 2019 sank der Umsatz von Gazprom um 3,4% auf 5,7 Bio RUB. Der Gewinn stieg um 2,3% auf 1 Bio RUB. Das 3. Quartal verlief vergleichsweise schlecht: Der Umsatz ist um 16% auf 1,6 Bio RUB gefallen. Der Gewinn lag mit 228,3 Mrd RUB 43% unter dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Gewinn von 1.424 Mrd RUB. Gazprom wird von den Fördermengenbeschränkungen der OPEC+ zurückgehalten.

Im vergangenen Jahr ist die Fördermenge des Konzerns lediglich um 0,6% auf 1,29 Mio Barrel Öläquivalent gestiegen. Der Konzern wäre in der Lage mehr zu leisten, wurde bisher durch die Absprache von Russland mit der OPEC aber behindert. Der jetzige Zwist zwischen Russland und Saudi-Arabien lastet zwar auf dem Ölpreis, löst für Gazprom aber langfristig auch Fesseln. Der Bau der Pipeline Nord Stream 2 ist aufgrund von US-Sanktionen kurzfristig zum Erliegen gekommen. Die Pipeline wird nun mithilfe russischer Spezialschiffe fertiggestellt. Die Pipeline Turk Stream wurde Anfang des Jahres in Betrieb genommen. 54% des gelieferten Gases gehen an die Türkei, 46% fließen weiter Richtung Bulgarien und beliefern die Balkanstaaten.

Diese Kröte müssen Anleger schlucken

Nach der Fertigstellung der Nord Stream 2 will der Konzern sein Engagement in Asien erweitern. Die bestehende Pipeline Power of Sibiria soll erweitert werden. Bis 2030 soll der Umsatzanteil der Exporte nach China auf 30% wachsen. Zudem will der Konzern die Produktion von Flüssiggas intensivieren. Das Unternehmen ist für uns auch trotz des Preiskrieges aussichtsreich. Zwar funkt Moskau bei wichtigen Entscheidungen dazwischen, doch müssen Investoren diese Kröte schlucken.