ABB mit starken Zahlen und spannenden Plänen

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Der Schweizer ABB-Konzern hat jüngst sehr starke Zahlen vorgelegt und plant die Abspaltung seines E-Mobilitäts-Geschäfts. (Foto: chinasong)

Gute Nachrichten aus unserem Nachbarland: der Schweizer ABB-Konzern ist im 2. Quartal dieses Jahres rasant gewachsen und konnte die bereits hohen Erwartungen nochmals deutlich übertreffen. Daneben gibt es weitere potenzielle Kurstreiber.

Bevor wir uns die Zahlen anschauen und auf die weiteren Kurstreiber blicken, stelle ich Ihnen den ABB-Konzern vor, da ich davon ausgehe, dass – trotz einer gewissen Größe des Konzerns – längst nicht jeder weiß, was genau ABB macht.

ABB: Geschäftsmodell im Fokus

Die ABB Group ist ein international tätiges Unternehmen der Elektro- und Automatisierungstechnik. Der Schweizer Konzern bietet seinen Kunden ein umfassendes Angebot an Produkten, Systemanlagen, Lösungen und Services, die die Sicherheit und Betriebsfähigkeit von Stromversorgungsnetzen gewährleisten sollen.

ABB gilt als einer der führenden Anbieter von Automatisierungssystemen und -lösungen für die unterschiedlichsten Industriezweige. Zu den Kunden des Konzerns gehören Unternehmen aus der Zellstoff- und Papierindustrie, der Stromversorgung, der Pharma-, Erdöl-, Chemie- und Metallindustrie sowie der Schiffs- und Automobilindustrie.

Die Produktpalette von ABB reicht von Automatisierungsprodukten wie Antrieben, Motoren und Antriebselektronik, über Leit- und Messtechnologieprodukte wie Analysegeräte, Mess- und Dosiergeräte, sowie Steuerungs- und Informationssystemen bis hin zu Roboterprodukten und -systemen sowie Dieselmotoren und Turboladern.

Zudem bietet ABB Dienstleistungen wie Anwendungsexpertisen und Projektleitung. Durch die Übernahme von Power-One Inc., einem Anbieter von Stromwandlern insbesondere für die Photovoltaikindustrie, erweiterte das Unternehmen seine Aktivitäten auf dem Markt der Erneuerbaren Energien.

Sehr starkes 2. Quartal 2021

Blicken wir nun auf das sehr starke 2. Quartal dieses Jahres: Der Umsatz stieg um satte 21% auf 7,45 Mrd. US-Dollar. Der Auftragseingang stieg sogar um 32% auf knapp 8 Mrd. US-Dollar. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) erreichte einen sehr beachtlichen Wert von 15%.

Damit konnte bei der EBITDA-Marge auch bereits der Wert erreicht werden, den ABB-Chef Björn Rosengren erst kürzlich als Ziel für 2023 ausgegeben hatte. ABB erholt sich also mit Schwung von der Pandemie, wobei sich die schlankere Struktur bewährt.

Weitere potenzielle Kurstreiber

Und der Konzern soll weiter verschlankt werden. Die Zusatz-Chance bei ABB: Der wachstumsstarke Bereich E-Mobilität soll ausgegliedert und an die Börse gebracht werden. Hier schlummert sehr großes Potenzial!

Spannend in dem Zusammenhang: Ganz aktuell wurde bekannt, dass ABB der Hardware-Lieferant für die Ausbaupläne des sogenannten „Electric Highway“ in Großbritannien wird. Das bedeutet konkret: ABB liefert die Ultra-Schnellladegeräte entlang der Strecke.

Ebenfalls spannend sind die Wasserstoffaktivitäten von ABB. Der Konzern hat eine Absichtserklärung mit Hydrogène de France zur gemeinsamen Herstellung von Megawatt-Brennstoffzellensystemen für den Antrieb von Überseeschiffen unterzeichnet. Die beiden Partner wollen die Herstellung großer Systeme optimieren, um Brennstoffzellen-Kraftwerke im Megawattbereich für Schiffe bauen zu können.

Die ABB-Aktie hat in diesem Jahr um rund 35% zugelegt. Daher könnte es sich für Neu-Einsteiger anbieten, auf einen Rücksetzer zu warten, der nach dem vergleichsweise steilen Kursanstieg in einem „Sommerloch“ kommen könnte. Die mittel- und längerfristigen Perspektiven des Unternehmens sind aus meiner Sicht überzeugend.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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