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Nestlé startet Übernahme von Aimmune Therapeutics

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Heute bestimmte die spektakuläre Übernahme des britischen Chip-Designers ARM (gehört aktuell noch dem japanischen Sofbank-Konzern) durch den Grafikkarten- und Chip-Spezialisten Nvidia die Schlagzeilen. Es gab heute jedoch auch Neuigkeiten zu einer spannenden Übernahme, die bereits vor zwei Wochen für Schlagzeilen sorgte.

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé will den US-Konzern Aimmune Therapeutics übernehmen. Die Schweizer halten seit Jahren eine Beteiligung an dem US-Unternehmen und wollen es nun komplett übernehmen.

Das Angebot gilt bis zum 9. Oktober, sofern es nicht verlängert oder früher beendet wird. Die Ankündigung der Schweizer: Heute werde die 100%ige Nestlé-Tochter SPN Merger Sub ein Barangebot in Höhe von 34,50 US-Dollar je Aimmune Therapeutics-Aktie abgeben.

Aimmune Therapeutics entwickelt und vermarktet Therapeutika im Bereich der Nahrungsmittelallergien. Mit seinem Allergen-Pulver Palforzia hat Aimmune kürzlich das erste von der US-Aufsichtsbehörde FDA zugelassene Mittel zur Linderung allergischer Erdnuss-Reaktionen auf den Markt gebracht.

Die Zulassung von Palforzia in Europa wird aller Voraussicht nach in wenigen Monaten erfolgen. Für den Deal muss Nestlé tief in die Tasche greifen: Insgesamt wird das kalifornische Biopharma-Unternehmen mit 2,6 Mrd. US-Dollar bewertet.

Nestlé stärkt mit dem Zukauf die eigene Gesundheitssparte

Durch die Übernahme will Nestlé das Portfolio seiner Gesundheitssparte NHS im Bereich der Antiallergika ausbauen. Diese Transaktion bringt die ernährungswissenschaftliche Führungsposition von Nestlé mit einem der innovativsten Unternehmen in der Behandlung von Nahrungsmittelallergien zusammen, so Nestlé-Spartenchef Greg Behar.

Zum Hintergrund: Weltweit leiden etwa 240 Mio. Menschen an Lebensmittelallergien, wobei die Erdnussallergie die häufigste ist. Das von Aimmune entwickelte Medikament Palforzia bietet die erste zugelassene Lösung für Erdnussallergiker.

Solides organisches Wachstum

Blicken wir abschließend noch auf die jüngsten Zahlen: Nestlé ist auch in der Corona-Krise aus eigener Kraft weiter profitabel gewachsen. Das organische Umsatzwachstum lag bei 2,8%. Wir haben ein solides organisches Wachstum erzielt und die Margen im 1. Halbjahr gesteigert, so Nestlé-Chef Mark Schneider.

Mit den Zahlen hat der Konzern auch die Erwartungen der Analysten größtenteils übertroffen. Sie hatten laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur AWP im Schnitt mit einem organischen Wachstum von 2,7% gerechnet.

Für das Gesamtjahr hat Nestlé den Ausblick trotz der Corona-Krise nur leicht gesenkt: Das Nestlé-Management rechnet nun mit einem organischen Wachstum von 2 bis 3%. Zuvor war Nestlé davon ausgegangen, das organische Wachstum aus dem Vorjahr (das bei 3,5% lag) übertreffen zu können.

Die Nestlé-Aktie gab selbst im größten Corona-bedingten Ausverkauf im März nur vergleichsweise leicht nach und notiert aktuell knapp unter ihrem Allzeithoch. Die dividendenstarke Nestlé-Aktie ist und bleibt für mich ein Basis-Investment für jedes Depot.