Spotify-Gründer will Arsenal London übernehmen

Renditemöglichkeiten mit Fußball-Clubs

Der schwedische Spotify-Gründer und Multimilliardär Daniel Ek hat auf Twitter sein Interesse an einer Übernahme des FC Arsenal London geäußert. Noch in dieser Woche soll ein offizielles Angebot folgen. (Foto: Smileus - Fotolia)

In der vergangenen Woche brodelte wieder einmal die Gerüchteküche um eine mögliche spektakuläre Übernahme: Der Spotify-Chef Daniel Ek hatte in seinem Twitter-Account kundgetan, dass er den englischen Premier-League Fußballklub Arsenal London kaufen wolle.

Wörtlich schrieb er dort: „Als Kind habe ich für @Arsenal gejubelt so lange ich mich erinnern kann. Wenn KSE (Kroenke Sports & Entertainment) Arsenal verkaufen möchte, würde ich gerne meinen Hut in den Ring werfen.

Übernahme-Interesse in TV-Interview bestätigt

In einem Fernsehinterview des amerikanischen Rundfunkbetreibers CNBC bestätigte Daniel Ek am Mittwoch sein ernsthaftes Interesse an der Übernahme des auch als Gunners (Kanoniere) bekannten Londoner Traditionsvereins.

„Ich habe die Mittel dafür gesichert“, sagte der 38-jährige schwedische Milliardär und langjährige Arsenal-Anhänger in dem CNBC-Interview. „Ich bin darauf vorbereitet, dass es eine lange Reise werden kann.“

Arsenal-Besitzer Kroenke lehnt Verkauf ab

Die Antwort des Besitzers der Gunners, der US-Investoren-Familie Kroenke, ließ nicht lange auf sich warten. In einer von Stan Kroenke und seinem Sohn Josh unterzeichneten Erklärung lehnte die Kroenke-Familie eine mögliche Übernahme kategorisch ab:

„In den vergangenen Tagen haben wir Medienspekulationen über ein mögliches Übernahmeangebot für den Arsenal Football Club zur Kenntnis genommen. Wir stehen weiterhin zu 100 Prozent zu Arsenal und verkaufen keine Anteile am Verein. Wir haben kein Angebot erhalten und würden kein Angebot annehmen.“

Die US-Investmentfirma Kroenke Sports & Entertainment (KSE) hat bereits in 2007 erste Anteile der Gunners erworben. In den Folgejahren haben die Amerikaner ihr Arsenal-Anteile stetig ausgebaut.

In 2018 konnte KSE die Herren und Damen Erstliga-Teams des Klubs vollständig übernehmen. Auch die Immobilien des Londoner Traditionsklubs, inklusive des Emirates-Fußballstadium, gingen in den Besitz von KSE über.

Neben Arsenal gehört der in Denver/Colorado beheimateten KSE auch der Baseballklub Colorado Rapids, der National Basketball Association (NBA)-Klub Denver Nuggets, der Eishockeyverein Colorado Avelanche und die Los Angeles Rams aus der National Football League (NFL).

Bisher scheiterten diverse Übernahmeversuche

Der Spotify-Chef Daniel Ek ist nicht der erste, der in den letzten Jahren Übernahmeinteresse am Londoner Traditionsverein geäußert hat. Aufsehen erregte im März 2013 Spekulationen über ein anonymes Übernahmeangebot aus Katar, in der für die vollständige Übernahme der Gunners 1,7 Mrd. Euro geboten worden sein sollen.

Vor vier Jahren hatte der russische Geschäftsmann und Milliardär Alisher Usmanov, der seinerzeit bereits 30% des Klubs besaß, ein formelles Übernahmeangebot in Höhe von 1 Mrd. Pfund (1,15 Mrd. Euro) unterbreitet. Beide Angebote hat eins gemeinsam: Sie wurden von der Familie Kroenke kategorisch abgewiesen und waren somit nicht erfolgreich.

Neue Übernahme-Offerte aussichtsreicher

Auch wenn es noch kein offizielles Übernahmeangebot des schwedischen Milliardärs gibt, hätte dieses bessere Chancen als die abgewiesenen Offerten. Denn Ek hat seine Interessensbekundung zu einem taktisch günstigen Zeitpunkt gemacht:

So ist der Londoner Traditionsverein seit einigen Jahren aus der Riege der englischen Top-Vereine herausgerutscht. Arsenal dümpelt aktuell im Mittelfeld der Premier-League herum. Die großen Erfolge, wie der letzte englische Meistertitel (2004) und der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger von 1994, liegen schon lange zurück.

Aber die Fans sind nicht nur aufgrund der Erfolglosigkeit der letzten Jahre aufgebracht. So war Arsenal, und somit auch die Familie Kroenke, einer der führenden Unterstützer der europäischen Super League. Nachdem der Plan für die Gründung dieser „europäischen Reichen-Liga“ gingen auch die Arsenal-Fans auf die Straße, was zum Scheitern der Super League führte.

Ek kann aber nicht nur auf die Unterstützung der Arsenal-Fans hoffen, sondern hat sich auch anderweitigen Beistand geholt. Laut der britischen Tageszeitung The Guardian soll Ek die ehemaligen Arsenal Stars Thierry Henry, Dennis Bergkamp und Patrick Vieira als Unterstützer angeworben haben.

Wie es weitergehen kann

Insider spekulieren darauf, dass der schwedische Milliardär noch in dieser Woche ein offizielles Übernahmeangebot unterbreiten wird. Und das dürfte wesentlich höher ausfallen als die zuvor gescheiterten Offerten. So wird der FC Arsenal vom US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes mit 2,8 Mrd. US-Dollar taxiert.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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