Friedrich Vorwerk: Wasserstoff-Profiteur und Infrastruktur-Gewinner

Wasserstoff – shu petrmalinak

Der Infrastruktur-Spezialist Friedrich Vorwerk hat zuletzt durchwachsene Zahlen vorgelegt, verfügt aber über gute Perspektiven. (Foto: petrmalinak / Shutterstock.com)

Im März dieses Jahres hatte ich Ihnen vom erfolgreichen Börsengang der MBB-Tochter Friedrich Vorwerk berichtet. Nun hat das Unternehmen Zahlen für die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Auf diese Zahlen möchte ich gleich im Detail eingehen. Zunächst aber einige Hintergründe und ein kurzes Portrait zu Friedrich Vorwerk.

Zur Erläuterung: MBB ist eine mittelständische börsennotierte Beteiligungsgesellschaft, die über verschiedene – teils börsennotierte und teils (noch) nicht börsennotierte – Tochtergesellschaften verfügt. Seit März dieses Jahres ist auch die MBB-Tochter Friedrich Vorwerk an der Börse.

Friedrich Vorwerk im Portrait

Das Unternehmen Friedrich Vorwerk hat im vergangenen Jahr mit rund 1.250 Mitarbeitern einen Umsatz von 291 Mio. Euro erwirtschaftet. Der MBB-Anteil an Vorwerk liegt seit dem Börsengang noch bei rund 36%.

Die Friedrich Vorwerk SE hat nichts mit dem Unternehmen Vorwerk zu tun, das Staubsauger und Thermomixer vertreibt. Die MBB-Tochter Vorwerk mit Standorten in Tostedt, Wiesmoor, Halle (Saale), Herne, Lüchow und Ketzin ist ein führender Anbieter im Bereich des Pipeline- und Anlagenbaus für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen.

Friedrich Vorwerk profitiert in den kommenden Jahren verstärkt vom im Zuge der Energiewende steigenden Investitionsbedarf in die deutsche Energieinfrastruktur.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen

Schauen wir uns die Zahlen an: Vorwerk hat in den ersten 9 Monaten dieses Jahres das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) um 9,7% auf 43,1 Mio. Euro gesteigert. Das bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) stieg um 7,8% auf 33,7 Mio. Euro.

Der Umsatz lag nach 9 Monaten mit 208,9 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 221,4 Mio. Euro. „Trotz eines witterungsbedingt schwächeren Jahresstarts und einer temporären kundenverursachten Projektverzögerung in Dänemark konnte die Profitabilität der Gruppe dank einer insgesamt erfolgreichen Projektausführung weiter gesteigert werden“, so das Unternehmen.

Diese Projektverzögerung trug auch maßgeblich zum Umsatzrückgang im abgelaufenen Quartal bei. Besonders erfreulich ist vor dem Hintergrund die Tatsache, dass die prognostizierte bereinigte operative Gewinnmarge (bereinigte EBIT-Marge) von 16% mit einem Wert von 16,2% übertroffen wurde.

Hoher Auftragsbestand als Basis für weiteres Wachstum

Der Auftragseingang war nach 9 Monaten zwar leicht rückläufig, der Auftragsbestand legte jedoch um 5% auf 281,8 Mio. Euro zu. Der hohe Auftragsbestand sowie die kürzlich gemeldete Übernahme der Gottfried Puhlmann Gruppe liefern eine gute Basis für weiteres Wachstum. Durch den Zukauf sollen zusätzliche Wachstumspotenziale im Strom- und Fernwärmemarkt erschlossen werden.

Die Vorwerk-Aktie notierte im Mai bereits bei über 50 Euro. Aktuell liegt der Kurs bei knapp 37 Euro. Damit ist das Papier angesichts der guten Perspektiven aus meiner Sicht einen Blick wert. Die Vorwerk-Mutter MBB ist eine gute Alternative für diejenigen, die auf Vorwerk setzen wollen und auch von den anderen Töchtern im MBB-Portfolio profitieren möchten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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