Gold-Gefahr durch Notenbank? Beobachtungen am Markt

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Nachricht von einem anonymen Markt – Millionengeschäft (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Gold hat einen fundamentalen Tiefschlag hinter sich. Vor Tagen wurde bekannt, dass eine Notenbank das gelbe Edelmetall mit einem Wert von 181 Millionen Euro verkauft hat.

Dies entspricht ungefähr einem Volumen in Höhe von 4 Tonnen. Die bange Frage an den Märkten: findet jetzt der große Ausverkauf statt? Ist Gold als Absicherung für Vorsorger jetzt weniger geeignet als zuvor?

Ich bin der Meinung: eine bestimmte Menge Gold können Sie weiterhin kaufen.

Gold: Andere Kräfte treiben den Preis aktuell wieder

Bevor ich über die Langfristperspektive nachdenke: auch aktuell hat die Panik am Markt noch nicht zu einem sinkenden Goldpreis geführt. Aus gutem Grund: noch immer gibt es genügend Kräfte, die Gold stützen.

So erreichten mich Informationen aus Asien – die Nachfrage steigt. Darüber berichtete auch das Handelsblatt bereits. Grund für die steigende Nachfrage ist weiterhin die Funktion,  die Gold innehat. Auch in Asien, vor allem in China, nutzen es Privathaushalte als Absicherung für das eigene Vermögen.

Dort dient es eher als Altersabsicherung anstelle von Versicherungen, die derzeit nicht schnell genug verkauft werden. Der Staat kämpft mit aller Macht darum, möglichst schnell eine möglichst hohe Altersabsicherung zu erreichen. Auch Analysten aus Banken schlagen sich seit langem auf die Seite der Goldkäufer und ändern diese Meinung aktuell nicht.

Beispiele dafür sind die Statements aus Häusern wie Morgan Stanley, Goldman Sachs oder auch aus der Schweiz mit Credit Suisse. Morgan Stanley hob sein Kursziel sogar auf 2.200 US-Dollar pro Unze an. Ob Sie diese Einschätzung in genau dieser Höhe teilen wollen oder nicht – das Signal ist eindeutig: kurzfristig ist die Stimmung bei vielen anderen Marktteilnehmern „besser“ als bei der betreffenden Notenbank.

Notenbank: Wer es ist, bleibt unbekannt

Leider wissen wir heute immer noch nicht, wer tatsächlich Gold in diesem Umfang verkauft hat. Die Notenbanken melden ihre Bestände nicht permanent am offiziellen Markt an. Klar ist aber, dass es eine europäische Notenbank war, denn: die Nachricht selbst kam von der EZB, der europäischen Zentralbank.

Es ist nicht so gewagt, wenn Sie oder ich spekulieren, dass dies eine südeuropäische Notenbank war. Griechenland hat gar nicht genügend Gold, also wird es eher eine südwestliche Notenbank sein.

Damit aber wird der Grund des Verkaufs – zumindest spekulativ – klarer: die Zentralbanken brauchen einfach Geld. Stellen Sie sich eine Bank vor, die Gold verkauft und genau mit dem erlösten Geld Anleihen des kreditsuchenden Staates aufkaufen kann. Ein Geschenk des Himmels für die betreffende Regierung.

Die Zentralbank muss dann kein neues Geld mehr „drucken“ und schafft es damit zzmindest, die Zinsen stabil zu halten. Gold ist daher immer noch als ein Vorsorge-Baustein geeignet, meine ich:

  • Die Währungen in Europa und den USA sind durch die jüngsten „Rettungsbeschlüsse“ nicht sicherer geworden.
  • Der Goldpreis selbst ist kurzfristig spekulativ. Langfristig aber ergibt er sich aus der Not der Notenbanken, sich gegen einen Währungskollaps abzusichern. Die nächsten Währungen werden in der einen oder anderen Form abgesichert. Wer Gold hat, wird eine starke Währung herausgeben können.

Meine Meinung zum Goldanteil: mit 10% oder 15% Ihres Vermögens in physischen Investments können Sie nichts falsch machen.

PS: Gold in Form von Zertifikaten sind „nur“ Anleihen. Mit solchen Zertifikaten setzen Sie auf den Goldpreis. Dies hat mit der langfristigen Absicherung und der Vorsorge nichts zu tun.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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