Gold: Pull-Back in Richtung 1.640 USD wahrscheinlich

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Gold scheint nun doch den Pull-Back an die alte Ausbruchslinie anzugehen. (Foto: Image Wizard/Shutterstock)

Der Goldpreis gab am vergangenen Freitag recht kräftig nach.

Er verlor gut -2,2% und rutschte zugleich erstmals seit Anfang September wieder signifikant unter die runde Marke von 1.700 USD.

Zeit also, dass wir mal wieder auf die Entwicklung beim gelben Metall schauen, zumal meine letzte Analyse vom 23. August datiert. In dem seinerzeitigen Beitrag lautete mein Fazit:

„Seit knapp einem Jahr ‚beglückt‘ uns der Goldpreis mit diversen Fehlsignalen. Gleich vier von sechs Kauf- und Verkaufssignalen erwiesen sich seit September 2011 als Bullenfallen oder Bärenfallen.

Nach den zahlreichen Fehlsignalen, die uns Gold in den vergangenen elf Monaten beschert hat, betrachte ich indes jedes neue Signal seit einiger Zeit mit großer Skepsis.

Das gilt auch für das aktuelle Kaufsignal. Um diese Skepsis zu beseitigen, müssen für mich zunächst noch zwei weitere Punkte abgearbeitet werden.

Um den Goldpreis nun weiter zu steigern und damit auch im Chartbild für einen klaren Bruch des seit September 2011 bestehenden Abwärtstrends (gestrichelte rote Linie) zu sorgen, müssten weitere Investoren für Goldkäufe überzeugt werden.

Goldpreise im Bereich von 1.690 bis 1.700 USD würden meine Skepsis hier merklich verringern.

Doch es gibt noch ein anderes Signal, dass Sie hier für potenzielle Goldkäufe einspannen können: das Währungspaar Euro/USD. Wie ich in meinem gestrigen Beitrag zum Euro feststellte, benötigen wir für ein Beenden des mittelfristigen Abwärtstrends einen Euro oberhalb von 1,2748.

Da Goldpreis-Signale in der Vergangenheit regelmäßig mit Signalen beim US-Dollar korrelierten, wäre ein Anstieg des Euro über die genannte Marke ein zusätzlicher Beleg dafür, dass die jüngsten Avancen im Gold auch wirklich ernst zu nehmen sind.“

Wie Sie im nachfolgenden Chart gut erkennen können, erfüllten der Goldpreis und der Euro / USD tatsächlich in den Wochen darauf meine oben genannten Vorgaben.

Den Zeitpunkt meiner letzten Analyse habe ich Ihnen mit dem blauen senkrechten Balken kenntlich gemacht.

Goldpreis: Kursziel 1.630 / 1.640 USD

Wie ist nun der Rutsch unter die Marke von 1.700 USD einzuordnen?

Im Prinzip ist die Kursbewegung völlig normal, denn das lässt die eingezeichnete Chartformation (absteigendes Dreieck; pinkfarbene und gestrichelte rote Linie) erwarten.

Brechen Märkte aus einer derartigen Chartformation aus, sind Pull-Backs (Rücksetzer) an die Ausbruchslinie eher die Regel als die Ausnahme. Entsprechend hätte der Goldpreis charttechnisch nach unten noch Luft bis etwa 1.600 / 1.620 USD.

Tatsächlich sollte das gelbe Metall indes schon im Bereich 1.630 / 1.640 USD aufgefangen werden, da sich hier zwischen März und August 2012 ein massiver Widerstand ausgebildet hatte (orangefarbene Linie). Dieser sollte sich nun zur Unterstützung wandeln.

Fazit

Bei den Indikatoren Relative Stärke Index (RSI) und Momentum sehen Sie, dass sich die Politik der widersprüchlichen Signale beim Goldpreis fortsetzt.

Beim Momentum wird dies besonders deutlich, da der seit August 2011 bestehende Abwärtstrend Anfang September nach oben durchbrochen werden konnte, der Indikator Mitte Oktober jedoch wieder unter diesen zurückgefallen ist.

Beide Indikatoren befinden sich nunmehr in einem Verkaufssignal, nachdem sie unter die 50%-Marke bzw. unter die Nulllinie abgetaucht sind (gelbe Kreise). Insofern bestätigen die Indikatoren die aktuell abwärts gerichtete Bewegung beim Goldpreis.

Diese sollte jedoch im Bereich 1.630 / 1.640 USD, spätestens jedoch auf dem Niveau 1.600 / 1.620 USD zum Erliegen kommen.

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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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