Warum Gold-Zertifikate keine gute Krisenwährung sind

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Gold-Zertifikate sind zwar eine einfache und kostengünstige Anlage, besitzen aber einen Sicherheits-Nachteil... (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Spielen Sie vielleicht mit dem Gedanken, einen (kleinen) Teil Ihres Geldes in Gold anzulegen?

Sicherlich ist das keine schlechte Idee, gilt Gold doch als ideale Versicherung in Krisenzeiten.

Und in Anbetracht der vielen Krisenherde in der Welt kann ein bisschen zusätzliche Sicherheit nicht schaden…

Allerdings genießen Sie nicht bei jedem Gold-Investment automatisch auch die höchstmögliche Sicherheit, für die Beitrag ansehenGold eigentlich steht.

Gerade bei den beliebten Gold-Zertifikaten gibt es einen Sicherheitsmangel, den Sie kennen sollten:

Gold-Zertifikate: Einfach und kostengünstig, aber mit Sicherheitsmangel

Eine einfache Möglichkeit an der Entwicklung des Goldpreises teilzuhaben, bieten Ihnen Index-Zertifikate auf den Basiswert Gold.

Solche Wertpapiere bilden den Goldpreis 1:1 ab. Sie sind kostengünstig, werden wie Aktien an der Börse gehandelt und können täglich ge- und verkauft werden.

Mit dem Kauf oder einem Lieferanspruch von echtem Gold haben diese Papiere allerdings nichts zu tun. Sie bilden einfach den Goldpreis künstlich nach – sonst nichts.

Zertifikate auf Gold sind nichts anderes als Inhaberschuldverschreibungen, sprich: das Versprechen einer Bank, Ihnen jederzeit den Goldpreis auf seinem aktuellen Stand auszuzahlen.

Und genau darin liegt ein Sicherheitsproblem, speziell in Krisenzeiten:

Sollte die Bank, die das Zertifikat herausgegeben hat (Emittent) ihren Zahlungs-Verpflichtungen nicht nachkommen können, können Sie im schlimmsten Fall mit Ihrem Gold-Zertifikat leer ausgehen.

Zertifikate besitzen immer ein Emittenten-Risiko

Das wird auch als Emittenten-Risiko bezeichnet. Dieses sollten Sie nicht unterschätzen, auch wenn eine Insolvenz eines Zertifikate-Emittenten bislang erst einmal vorgekommen ist:

Bei der Pleite von Lehman Brothers verloren tausende Zertifikate-Anleger ihr Geld – selbst mit den vermeintlich sicheren Garantie-Zertifikaten und mit Zertifikaten auf Gold.

Im Falle einer großen Wirtschafts- und Finanzkrise könnte sich dieses Szenario wiederholen und sogar zu erheblich mehr Insolvenzen in der Bankenbranche führen – mit verheerenden Folgen für Zertifikate-Anleger.

Als Krisenschutz eignen sich physisches Gold und Gold-ETCs besser

Wenn Sie vor allem aus Sicherheits-Gründen in Gold investieren möchten, rate ich Ihnen von den Gold-Zertifikaten ab.

Als Inflations- und Krisenschutz sind Zertifikate auf Gold ungeeignet. Denn sie verbriefen lediglich einen Zahlungs-Anspruch, der im Falle einer Insolvenz des Emittenten nichts wert ist.

Eine wesentlich höhere Sicherheit bietet Ihnen physisches Gold in Form von Münzen oder Barren, die Sie im heimischen Tresor oder einem Banksafe lagern.

Wenn Sie lieber in ein (sicheres) Wertpapier investieren möchten, sind sogenannte Gold-ETCs die bessere Alternative zu Gold-Zertifikaten.

Diese kaufen physisches Gold und lagern es ein. Und im Falle einer Insolvenz steht das eingelagerte Gold den ETC-Anlegern zu.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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