Goldminen: Trotz Kursverdoppelung immer noch unterbewertet

Gold Nuggets – shutterstock_259913636 Billion Photos

Das Geschäft mit dem Gold zählt damit zu jenen Branchen, die mehr oder weniger immer Konjunktur haben. Doch davon ist nur wenig zu spüren. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Wenn es den Menschen (zu) gut geht, beschenken sie ihre Angehörigen und Freunde mit Gold, wenn es ihnen schlecht geht, kaufen sie Gold und horten es, um ihre Familien auch in den schlechten Zeiten über die Runden zu bringen. Das Geschäft mit dem Gold zählt damit zu jenen Branchen, die mehr oder weniger immer Konjunktur haben. Augenblicklich hat das Gold eher mehr als weniger Konjunktur. Physische Edelmetalle verkaufen sich gut und eigentlich sollte man meinen, dass diese positive Geschäftsentwicklung sich auch in den Kursen der Gold- und Silberminenaktien niederschlagen sollte. Doch davon ist nur wenig zu spüren.

Ein Blick auf die Charts verschiedener Minen seit Oktober letzten Jahres zeigt zwar eine sehr schöne Aufwärtsbewegung, aber die kann man auch bei gewöhnlichen Aktien im gleichen Zeitraum erkennen und selbst Aktien aus ausgewiesenen Problembranchen wie jene von Banken und Versicherungen wussten in den letzten Wochen mit deutlichen Kurszuwächsen zu glänzen. Dabei kann noch lange nicht davon die Rede sein, dass etwa die Schwierigkeiten im Finanzsektor schon ausgestanden seien oder die Abwrackprämie alle Probleme der Automobilindustrie löse.

Der grobe Vergleich mit anderen Industrien und Branchen führt somit die eingangs gestellte Frage, ob das Glas halb voll oder leer ist, schon einer ersten Antwort zu. Sie kommt in der Art eines Ausschlusskriteriums daher: Eine euphorische Übertreibung, wie man sie aus früheren Goldhaussen kennt, ist derzeit nicht gegeben. Möglicherweise ist der gesamte Aktienmarkt derzeit überbewertet und eine Korrektur wird früher oder später notwendig – mit dieser Möglichkeit muss man auch weiterhin rechnen – nur eine Sonderstellung der Minen besteht derzeit nicht.

Im historischen Vergleich niedrig bewertet

Nimmt man die Bewertungen der Minenbranche selbst als Maßstab, kann ebenfalls nicht von einer Überbewertung gesprochen werden. Große Goldproduzenten wie Anglogold oder Gold Fields, um nur einmal zwei der großen südafrikanischen Minen herauszugreifen, werden nach dem KGV und dem Wert der im Boden enthaltenen Reserven bewertet. Ein weiteres Kriterium ist das Verhältnis von Marktkapitalisierung und Produktion.

Vergleicht man in diesen drei Kategorien die heutigen Zahlen mit jenen der Vergangenheit, wird schnell deutlich, dass die aktuelle Bewertung eher günstig ausfällt. Das KGV der großen Minen liegt bei rund 18. Auf den ersten Blick mag diese Zahl sehr hoch erscheinen. Doch Sie sollten berücksichtigen, dass die Minen immer ein viel höheres KGV aufwiesen als andere Branchen. Bezogen auf die Vergangenheit werden die Goldminen somit sehr preiswert gehandelt. Raum für weitere Kurssteigerungen ist also vorhanden.

Diesen Eindruck bestätigen auch die beiden anderen Kennzahlen. Teilt man die aktuelle Marktkapitalisierung durch die Anzahl der geförderten Unzen Gold so kommt man derzeit bei Gold Fields und Anglogold auf Werte zwischen 2.200 und 2.350 US Dollar je Unze. Verglichen mit dem Branchendurchschnitt von 4.400 US Dollar je Unze, ist das ein Abschlag von gut 50%.

Das gleiche Bild ergibt sich bei der Bewertung der geologisch nachgewiesenen Reserven. In der Vergangenheit taxierte die Börse bei den großen Minen jede im Boden nachgewiesene Unze Gold mit etwa 200 US Dollar. Besonders beliebte Goldminen wie US Gold kamen in der Spitze sogar auf Bewertungen von 400 US Dollar je Unze im Boden. Explorer, deren Projekte noch nicht in Produktion gebracht sind, werden je nach Stadium des Projektfortschritts mit Werten zwischen 80 und 120 US Dollar taxiert. Hier gilt die Faustregel, dass eine Unze Gold im Boden umso wertvoller wird, je näher das Projekt dem Produktionsbeginn kommt.

Wenn Giganten wie Explorer bewertet werden

Unsere beiden südafrikanischen Vertreter liegen mit ihren aktuellen Werten von 170 bzw. nur 95 US Dollar je Unze Gold im Boden auch in dieser Kategorie klar unter dem langjährigen Marktdurchschnitt. Völlig aus dem Rahmen fällt natürlich die Bewertung von 95 US Dollar je Unze. Wohlgemerkt: Wir sprechen hier über einen der fünf größten Goldproduzenten.

Manches nur mittelmäßige Explorationsprojekt kommt sogar auf bessere Werte und es liegt auf der Hand, dass Investoren, die hier jetzt mutig einsteigen, das Gold im Boden zwar nicht unbedingt geschenkt bekommen, aber es doch mit einem extremen Abschlag erwerben. Vor diesem Hintergrund wird es Sie sicher nicht wundern, dass wir uns im Nugget Effekt für jenen besonders preiswerten Produzenten entschieden haben, dessen Namen ich Ihnen an dieser Stelle mit Rücksicht auf die zahlenden Abonnenten leider nicht verraten kann.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag und grüße Sie herzlich

Ihr

Dr. Bernd Heim

Gold Nuggets – shutterstock_259913636 Billion Photos

GOLD: Diese 2 Kaufkurse habe ich im Chart entdeckt!Jetzt müssen wir zuerst das letzte Hoch überwinden. Das liegt bei 1.797,21 US-Dollar. Ein Tagesschlusskurs darüber und wir gehen mit der ersten Position long. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
david-gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz