Grauer Kapitalmarkt: Warum Sie diese Finanzprodukte meiden sollten

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Beim „grauen Kapitalmarkt“ ist für Sie generell Vorsicht angebracht. In vielen Fällen überwiegen die Risiken deutlich. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Verbraucherschützer warnen:

Jedes Jahr erleiden gutgläubige Geldanleger Milliarden-Verluste im sogenannten „grauen Kapitalmarkt“ – eine Warnung, die Sie ernst nehmen sollten.

Aber was ist der „graue Kapitalmarkt“ überhaupt?

Keine Kontrolle des Gesetzgebers

Dieser Begriff umfasst sämtliche Anlageprodukte, welche von Unternehmen angeboten werden, die keiner Kontrolle des Gesetzgebers unterliegen.

Manchmal handelt es sich dabei um unseriöse Angebote, dies trifft aber längst nicht auf alle zu.

Auch einige angesehene Konzerne verkaufen beispielsweise ihre Anleihen nicht über die Börse (dann wären sie gesetzlich geregelt), sondern direkt an die Anleger.

Finanzvermittler schielen nur auf üppige Provisionen

Eines der Grundprobleme im grauen Kapitalmarkt ist die Entlohnung der Vermittler und Berater durch Provisionen.

Dies schafft einen Anreiz, nicht das zu verkaufen, was der Kunde braucht, sondern das, was die höchste Provision einbringt.

Finanzberater scheuen sich daher oft nicht davor, Ihnen überhöhte Renditeversprechen zu machen und gleichzeitig die Risiken kleinzureden.

Wenn die Berater mit Provisionen an Ihren Investitionen verdienen, ist daher immer erhöhte Vorsicht und eine gesunde Portion Skepsis angebracht.

Hohes Risiko, niedrige Rendite

Hohen Risiken stehen oftmals geringe Renditechancen und hohe Gebühren gegenüber.

Viele Produkte des grauen Kapitalmarkts weisen schlechtere Rendite-Risiko-Profile auf als börsennotierte Wertpapiere.

Hinzu kommen die oftmals sehr hohen Gebühren, von denen ein Teil in die Taschen der Vermittler fließt.

Geschlossener Fonds: Finanzberaters Liebling

Zu den Lieblingen der Finanzberater und Vermittler zählen geschlossene Fonds, denn hier gibt es die höchsten Provisionen einzustreichen.

Bei geschlossenen Fonds handelt es sich um Fonds, die nicht täglich an- und verkauft werden.

Die Anleger investieren das Geld für einen langen Zeitraum (z. B. in Immobilien) und erhalten, wenn alles gut läuft, regelmäßige Ausschüttungen sowie am Ende die Rückzahlung Ihres Einsatzes.

Leider geht es oftmals nicht gut. Hunderte geschlossene Fonds mussten in den vergangenen Jahren Insolvenz anmelden.

Dies bestätigt einmal mehr unsere Vorbehalte gegenüber geschlossenen Fonds. Für Sie als Anleger sind diese jedoch nicht nur wegen der hohen Gebührenbelastung ein zweifelhaftes Geschäft.

Weitere Kritikpunkte sind die sehr lange Kapitalbindung ohne vorzeitige Auszahlungs-Möglichkeit sowie die unternehmerischen Risiken, die immer wieder zu Insolvenzen führen.

Auch außerbörsliche Anleihen sind meist zu riskant

Sicherlich haben Sie schon einmal Werbung für Anleihen oder Genussscheine gesehen, die nicht an der Börse notieren. Natürlich hören sich 6,8 oder gar 10% Zinsen pro Jahr verlockend an.

Aber im Gegensatz zu Bankeinlagen sind diese Zinspapiere leider nicht ohne Risiko, denn das Zinsversprechen ist an die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gekoppelt.

Geht dieses in die Insolvenz, erhalten Sie nicht nur keine Zinszahlungen mehr, Sie verlieren auch einen Großteil Ihres eingesetzten Kapitals.

Im Jahr 2014 etwa mussten dies 75.000 Anleger schmerzhaft erfahren, als der Windkraftanlagen-Betreiber Prokon, der 1,4 Mrd. € Anlegergelder eingesammelt hatte, Insolvenz anmeldete.

Fazit: Behalten Sie die Risiken immer im Blick!

Gerade bei tollen Rendite-Aussichten sollten Sie bei der Geldanlage niemals die Risiken außer Acht lassen.

Außerdem empfehle ich Ihnen einen weiteren Grundsatz der Geldanlage immer zu beherzigen:

Investieren Sie ausschließlich in Finanzprodukte, deren genaue Funktionsweise Sie verstehen! Denn nur dann können Sie auch die Risiken richtig beurteilen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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