Großer Börsen-Hexensabbat am heutigen Freitag

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Heute fand der große Verfallstag an den Terminbörsen statt. Dieser Tag wird auch als Hexensabbat bezeichnet. Erfahren Sie jetzt, was es damit auf sich hat. (Foto: eyeofpaul/AdobeStock)

Heute fand zum 2. Mal in diesem Jahr der sogenannte „dreifache“ Hexensabbat statt, der eine ereignisreiche Börsenwoche abgerundet hat. Der dreifache Hexensabbat (Triple Witching Day) ist auch als großer Verfallstag bekannt, da an diesem Tag weltweit an den großen Terminbörsen gleich drei Arten von Anlagen final abgerechnet werden: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes.

An diesen Tagen (und häufig auch schon im Vorfeld) geht es an der Börse traditionell etwas hektischer zu. Der große Verfallstag ist jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. Der Hexensabbat ist der Tag der Abrechnung.

Viele Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken sind in Terminkontrakten investiert, die am Freitag um 12 Uhr abgerechnet werden. Im Vorfeld wird stets versucht, die Basisindizes (DAX, Dow Jones) durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.

Wenn sich sehr viele große Investoren oberhalb einer gewissen Verfallsmarke positioniert haben, dann kann der Markt auch ohne fundamentale Nachrichten oder charttechnische Signale durchstarten. Umgekehrt kann bei Indizes oder einzelnen Aktien auch Verkaufsdruck aufgebaut werden.

Hexensabbat: Tag der Entscheidungen

Am Hexensabbat entscheidet sich für viele große Marktteilnehmer, ob sie mit ihren Investition in Derivate einen Gewinn oder einen Verlust machen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den Investitionen um Wetten auf bestimmte Kurse.

Die beteiligten Marktteilnehmer versuchen, die Kurse in die gewünschte Position zu bringen, damit die eingegangene Wette aufgeht. Ein Beispiel: Mit einer Option wird das Recht erstanden, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen.

Liegt der Kurs der Aktie mittlerweile über dem festgelegten Basispreis, macht man als Besitzer der Option einen Gewinn. Der Verkäufer hingegen macht einen Verlust, weil er die Aktie nicht zu dem inzwischen höheren Preis an der Börse verkaufen kann.

Unterschiedliche Interessen sorgen für größere Schwankungen

Da also die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen. Während der Verkäufer aus dem genannten Beispiel versucht, den Kurs durch massive Verkäufe unter den Basispreis zu drücken, versucht der Käufer der Option, das Gegenteil zu erreichen. Auf diese Weise kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem sehr großen Handelsvolumen mit heftigen Kursschwankungen kommen.

Sie als Privatanleger können sich am großen Verfallstag bzw. am Hexensabbat zurücklehnen. In der Regel haben die am Hexensabbat oftmals zu beobachtenden größeren Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kursentwicklung. Daher können Sie diese ignorieren.

Anders sieht es aus, wenn Sie als Day-Trader unterwegs sind; also sehr kurzfristige Positionen halten. Dann können Sie die Schwankungen im Idealfall zu Ihrem Vorteil nutzen, müssen aber auch mit größeren Risiken leben.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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