Hat Mutares nun größere Übernahmen im Visier?

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Mutares hat offenbar größere Übernahmen im Visier. Auf der morgigen Hauptversammlung wird der Weg dazu geebnet. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Seit ihrem Börsengang waren viele von der Aktie von Mutares nur wenig angetan. Zum einen, weil sich die Münchener Beteiligungsgesellschaft mit Diehl einen veritablen Großkonzern zum Feind ausgesucht hat. Von dem Rüstungsunternehmen hatte Mutares einst eine Beteiligung erworben, die das Unternehmen wenig später als nicht-restrukturierungsfähig zurückgeben und vom Kaufvertrag zurücktreten wollte. Ein Unding in der Branche, die jahrelange Gerichtsverfahren zur Folge hatte. Und Prozesskostenrückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe, die bis vor kurzem die Bilanz belasteten.

Zum anderen, weil letztes Jahr der Börsengang der Automobiltochter STS so richtig in die Hose gegangen war. Nachdem weder beim Umsatz noch dem operativen Ergebnis die in Aussicht gestellten Zahlen erreicht worden waren, kam der Kurs gehörig unter die Räder: Mehr als zwei Drittel ihres Vermögens haben die Aktionäre, die das Pech hatten, beim Börsengang eine Zuteilung zu erhalten, in weniger als einem Jahr bereits verloren.

Wende zum Besseren

Nun allerdings scheint sich der Wind zu drehen. Denn die Zahlen des gestrigen Quartalsberichts zeigen eine Stabilisierung auf hohem Niveau. So erzielte Mutares im ersten Quartal Konzernerlöse von 203,3 Millionen Euro. Dass der gute Vorjahreswert von 228,9 Millionen Euro knapp verfehlt wurde, ist auf die im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres entkonsolidierten Einheiten zurückzuführen.

Ertragsseitig konnte ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (EBITDA) erzielt werden, nachdem das Vorjahresquartal noch von einem Verlust in Höhe von -3,4 Millionen Euro belastet gewesen war. Während für die im Berichtszeitraum neu erworbenen Gesellschaften Restrukturierungs- und sonstige Einmalaufwendungen erst für das zweite Quartal 2019 erwartet werden, haben die zum Jahresende 2018 erworbenen Gesellschaften noch mit operativen Verlusten zum Ergebnis beigetragen.

Doch die Kurstreiber liegen woanders.

TOP 10 der HV-Agenda

Erfahrungsgemäß reagiert der Aktienkurs bei Beteiligungsgesellschaften wie Mutares nach der Bekanntgabe von Übernahmen und Beteiligungsverkäufen. Diesbezüglich wurden im ersten Quartal bereits drei Akquisitionen vermeldet, darunter eine neue Plattformbeteiligung für das Segment Goods & Services und zwei strategische Zukäufe im Segment Engineering & Technology. Weitere Zukäufe, das dürfte auch die morgen stattfindende Hauptversammlung zeigen, können in den kommenden Monaten erwartet werden.

Dass diese auch größer ausfallen könnten, lässt sich aus der HV-Einladung ableiten. Dort wird in Tagesordnungspunkt 10 ein Formwechsel der Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien vorgeschlagen. Hintergrund diese Meldung ist, dass damit eine arbeitnehmerrechtliche Mitbestimmung umgangen werden kann, die bei größeren Gesellschaften zwingend vorgeschrieben ist. Davon ist Mutares zwar noch weit entfernt, nicht jedoch, wenn zeitnah eine größere Übernahme durchgeführt werden würde.

Ausblick und Ziele für 2019 bestätigt

Nach den bereits drei getätigten Akquisitionen im ersten Quartal strebt der Vorstand im laufenden Geschäftsjahr mindestens drei weitere Übernahmen an. Mit Blick auf die bestehenden Portfoliounternehmen werden überdies deutliche operative Fortschritte, vor allem in den transaktionsstarken Segmenten Engineering & Technology und Goods & Services erwartet.

In Summe also könnte sich die Nachrichtenlage bei Mutares weiter aufhellen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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