Hyundai – koreanische Autos „Made in Europe“

Hyundai Logo RED_shutterstock_420868492_Jonathan Weiss

Der koreanische Autobauer Hyundai investiert kräftig in Europa. Verdopplung des Marktanteils angestrebt. (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Als die Hyundai Motors Company 1991, also vor 23 Jahren, erstmals ihre Modelle Pony, Lantra, Sonata und das Hyundai S-Coupé in Deutschland vorstellte, erntete man wegen des gewöhnungsbedürftigen Äußeren nicht mehr als ein müdes Lächeln.

Technisch gesehen waren die Autos zwar auf dem aktuellen Stand, allerdings entsprach die Formenwahl nicht gerade dem Zeitgeist. Verkauft wurden die ersten Fahrzeuge vor allem wegen des niedrigen Preises, den die Koreaner boten.

Am günstigen Preis-Leistungsverhältnis hat sich bis heute wenig geändert, auch die aktuellen Modelle vom Kleinwagen Hyundai i10 über den Kompakt-SUV ix35 bis hin zum Transporter H-1 Cargo bieten viel für überschaubares Geld. Was die jüngste Generation aller derzeit in Europa angebotenen Baureihen aber interessanter als früher macht, ist das neue Design. Hier, hat Hyundai erkannt, liegt zu hebendes Potential, das die Marke in Europa weiter voranbringen kann.

Konnte man über die optische Aufwertung in den letzten fünf Jahren seinen europäischen Marktanteil auf 3,5% nahezu verdoppeln, hat man sich für die nächsten 5 Jahre koreanisch Bescheiden eine Steigerung auf 5% vorgenommen.

22 neue Modell in der Pipeline – entwickelt und gebaut in Europa

Gelingen soll der nächste Wachstumsschub mit Hilfe von 22! neuen Modellen und Modell-varianten. Bestehende Baureihen sollen komplett ersetzt werden oder grundlegend überarbeitet werden. Auch von der Erschließung neuer Segmente, wie mit dem neuen Oberklasse-Modell Genesis, ist die Rede.

Dass es den Koreanern durchaus ernst ist mit ihren Absichten, zeigen die jüngsten Investitionen bzw. Investitionsentscheidungen. Knapp 1 Mrd. Euro wurden 2013 in Europa investiert, alleine 500 Mio. Euro flossen in 2 Forschungs- und Entwicklungszentren in Deutschland. Und mit 400 Mio. Euro wurde das Werk im türkischen Izmit ausgebaut. Gemeinsam mit dem Werk in Tschechien steigt die Produktionskapazität damit auf 500.000 Fahrzeuge pro Jahr, Hyundai sieht sich bestens gerüstet, eine wichtige Rolle auf dem europäischen Automarlt einzunehmen.

Weltweit ist man schon soweit, gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Kia Motors ist der1967 gegründete Automobilkonzern der fünftgrößte Autobauer der Welt und verkauft jährlich um die 4,5 Mio. Hyundai-Einheiten.

Dass die im Vorjahr in Deutschland verkauften 101.522 Fahrzeuge da nur einen Tropfen auf dem oft zitierten heißen Stein darstellen ergibt eine leichte Rechnung. Doch Europa gilt neben Brasilien und China als strategischer Wachstumsmarkt, hier will und kann man wachsen.

Umsatzrendite knapp zweistellig

Zwar liegen die Umsatz- und Ertragszahlen für das Komplettjahr 2013 noch nicht vor, doch die Zahlen aus Q3 bestätigen, dass der Konzernvorstand um Chung Mong-koo auf dem richtigen Weg ist. Aus dem auf den 30.9.2013 stichtagsbezogenen Umsatz von 14,36 Mrd. Euro konnten 1,38 Mrd. Euro Gewinn erlöst werden, eine Umsatzrendite, von der so mancher europäischer Wettbewerber nur räumen dürfte.

Der Hyundai-Aktie bekommt das Expansionsbestreben und die Umsetzung in steigende Verkaufs- und Ertragszahlen gut, die Aktie wird insbesondere seit dem Frühjahr 2013 (die Ziffer „5“ im Chartbild wieder stärker nachgefragt und zeigt einen stabilen Aufwärtstrend.

Hyundai-Chart 12-02-2014

(anklicken zum Vergrößern)

Aktuelle ist der Aufwärtstrend ein wenig ins Stocken gekommen, nachdem der Aktienkurs auch in zwei Anläufen Anfang Dezember 2013 sein Allzeit-Hoch bei glatt 60,00 US-$ nicht überwinden konnte. In spannender Erwartung der Jahresbilanzzahlen trennten sich vorerst die Anleger, die im Jahresverlauf an die +70% Gewinn angehäuft hatten und sorgten für Abgabedruck.

Dass neue Investoren sich vorerst mit Käufen zurückalten, ist nachzuvollziehen, schließlich könnte es doch noch negative Überraschungen geben. Mit dem verhaltenen Interesse der Anleger kam dann die Aktie im Januar doch etwas deutlicher unter Druck und befindet sich aktuelle sogar in einem bestätigten Point&Figure-Verkaufssignal (roter Kreis) mit dem nächsten Kursziel bei 40,00 US-$.

Im Hinblick auf die bevorstehende, aber noch nicht angekündigte Vorstellung der Bilanzen 2013 haben mutige Anleger aber bereits wieder zugegriffen und mit ihren Käufen den Aktienkurs nach oben gezogen. Damit zeigt der Point&Figure-Chart aktuelle eine X-Säule, die der steigenden Nachfrage Rechnung trägt.

Kursziel 40,00 US-$ oder 83,00 US-$ – Die Bilanzzahlen bringen Klarheit

Wie es weitergeht mit den Kursen wird die Vorstellung der Jahresbilanz zeigen. Gelingt mit gutem Zahlenwerk der Ausbruch über die bisherigen Hochs bei 60,00 US-$ ist der Weg nach oben frei, nach den Regeln der Point&Figure-Charttechnik liegt das rechnerische Kursziel auf Sicht von einem Jahr dann bei rund 83,00 US-$.

Doch auch nach unten könnte es wieder gehen, nämlich dann, wenn sich die Anleger enttäuscht zeigen und die Aktie erneut aus ihren Depots verbannen. Sinkt der Hyundai-Aktienkurs Richtung 53,00 US-$ oder darunter, wird das Point&Figure-Kursziel bei 40,00 US-$ aktiviert.

Wie sich die Anleger entscheiden, ob sie die Hyundai Motors-Aktie kaufen oder eher wieder verkaufen, hängt im Wesentlichen von den Bilanzzahlen für 2013 ab. Und bis zu deren Vorlage wird sich der Kurs vermutlich weiter seitwärts bewegen.

Für uns Point&Figure-Trader heißt es, wieder einmal, abwarten, was passiert. Haben wir ein neues, klares Point&Figure-Kaufsignal oder –Verkaufssignal können wir handeln. Bis dahin suchen wir bessere Chancen am Markt. Die Leser des Point&Figure-Trader-Börsenbriefes wissen ab morgen, von was ich spreche. Bleiben die Märkte so stark wie in den vergangenen Tagen, erhalten sie in den kommenden Stunden zahlreiche neue Kaufempfehlungen über entsprechende Eilmitteilungen.

Wasserstoff Tankstelle – AA+W ado

Wasserstoff-Offensive der EUNach der deutschen Bundesregierung legt nun auch die EU ein Wasserstoff-Konzept vor. Hier wird sich in den kommenden Jahren einiges tun! › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Felix Reinecke
Von: Felix Reinecke. Über den Autor

Felix Reinecke war in der Vergangenheit als Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen tätig und verstärkt seit 2011 das Team von GeVestor.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz