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Heidelberger Druck: Ein letztes Aufbäumen vor dem endgültigen Aus?

Inhaltsverzeichnis

Die digitale Revolution verändert viele Geschäftsbereiche und macht auch vor dem Maschinenbau nicht Halt. Heidelberger Druck ist einer der weltweit führenden Hersteller von Druckmaschinen.

Doch während andere Unternehmen aus dem Sektor wachsen, hat Heidelberger Druck ein Problem: Es wird immer weniger gedruckt. Wie das Unternehmen damit umgehen will, analysieren wir.

Nach der umfassenden Neuausrichtung gliedert sich das Unternehmen jetzt in die neu definierten Sparten Equipment, Service und Finanzdienste. Von den Bereichen Digital und Web Systems hat sich Heidelberger Druck getrennt.

Gute Zahlen überraschen positiv

Heidelberger Druck ist in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Turnaround darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Branchenumfeld immer noch schwierig ist. Die Druckereien halten sich weiterhin mit Investitionen zurück.

Dies zeigt der Umsatzrückgang von 11%. Das operative Ergebnis von 62,2 Mio € und den Nettogewinn von 3,6 Mio € hat der Konzern in erster Linie erfolgreichen Sparmaßnahmen, höheren Preisen, geringeren Zinslasten und einem positiven Steuereffekt zu verdanken.

Heidelberger Druck will schlanker werden

Dennoch ist Heidelberger Druck auf einem guten Weg, künftig auch durch operative Leistungen wieder deutlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Schon durch die Komplettübernahme der Schweizer Gallus, an der Heidelberger Druck bereits zu 30% beteiligt ist, sollte sich die Ertragslage verbessern.

Gallus ist ein Spezialist im digitalen Etiketten- und Faltschachteldruck, hat in diesem Segment eine weltweit führende Marktposition und ist wachstumsstark und profitabel. Weitere Akquisitionen in den margenstarken Wachstumsbereichen Digitaldruck, Service und Verbrauchsmaterialien sind geplant.

Im Digitaldruck soll das Umsatzvolumen mittelfristig von 70 auf 200 Mio € erhöht werden. Gleichzeitig wird die Aufgabe wenig rentabler Produktlinien geprüft. Weitere Einsparungen verspricht sich Heidelberger Druck von der Verlagerung großer Teile der Verwaltung von Heidelberg an den Produktionsstandort Wiesloch-Walldorf.

Derzeit eher uninteressant

Vor diesem Hintergrund sollte es dem Konzern gelingen, im laufenden Jahr die Profitabilität weiter zu steigern und im Geschäftsjahr 2015/ 16 wie geplant eine operative Marge vor Abschreibungen von 8% zu erreichen. Aktuell sind es 5,8%.

Bis das Unternehmen aber auch an der Börse wieder für gute Stimmung sorgt, dürfte noch einige Zeit ins Land ziehen. Wir begrüßen die Sparmaßmaßnahmen und glauben auch daran, margenstärkere Geschäftsbereiche weiter auszubauen.

Dennoch könnte die schlechte Stimmung in der Branche dafür Sorgen, dass die Investoren nicht gerade Schlange stehen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen stark verschuldet ist. Anleger sollten sich derzeit ein anderes Investment suchen.