Indexvergleich: Aussagekraft vom Big Mac Index für Devisenhandel?

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Je teurer der Burger, desto weniger wert ist die Währung (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

Wir haben an dieser Stelle bereits einige Male vom Big Mac-Index berichtet. Denn:

Dieser Index ist populär, wenn es um den Vergleich der Kaufkraft geht Achtung:

Dabei wird der Preis des auf der ganzen Welt identischen Burgers länderweise aufgeschlüsselt und in Dollar ausgegeben. Das heißt: je mehr Sie als Käufer in einem Land für den Hamburger ausgeben müssen, desto stärker ist faktisch die dortige Währung. Denn:

Da die Produkte theoretisch dasselbe kosten, zeigt ein höherer Preis in Dollar lediglich an, dass Sie “mehr” Dollar für die heimische Landeswährung bekommen. Beispiel: Sie zahlen bei uns 4,43 Dollar pro Burger, in den USA 4,20. Damit ist der Euro überbewertet, denn:

Ein Dollar ist bei uns damit nur 1/4,43tel Burger wert, in den USA aber 1/4,20tel. Der Euro ist damit überbewertet.

Indien und China unterbewertet

Die Chinesen und Inder müssen im Vergleich aber deutlich weniger für den Burger berappen, dort zahlen die Konsumenten 2,44 Dollar (China) oder 1,62 (Indien) für das Rindfleischbrötchen. Die Kaufkraft der Währungen ist also an sich fast doppelt so hoch.

Deshalb sind deren Währungen unterbewertet, wenn es um die realen Tauschbeziehungen geht, denn theoretisch müsste bei korrekter Währungsbeziehung der Hamburger auch in Shanghai 4,20 Dollar kosten.

  • Der Index eignet sich auch nach Meinung eines großen Finanzmagazins nicht zur kurzfristigen Spekulation, denn:
  • Danach richtet sich schlicht kein Devisenhändler. Langfristig seien diese Hinweise jedoch wertvoll. Dem können wir uns nicht anschließen. Achtung:
  • Die Grundvoraussetzung wäre, dass die Burger weltweit nicht nur produktionsseitig gleich ausgestattet sind, wie die Befürworter meinen. Sondern: die Vorliebe der Konsumenten vor Ort müsste ähnlich wie etwa in den USA sein.
  • Das ist Volkswirtschaftslehre Grundkurs I: die Preise werden vom Markt gemacht und nicht an der Produktion ausgebildet. Die Menschen in Shanghai geben vielleicht weniger für den Burger aus, dafür mehr für Blumenvasen oder umgekehrt.
  • Der Burger-Index ist ein populärer, aber schlechter Witz.

GeVestor meint: wann immer Sie davon lesen, können Sie getrost lachen. Mit der volkswirtschaftlichen Realität hat der Burger-Index nichts zu tun.

Damit ein Preisvergleich stattfinden könnte, müssten Sie in Frankfurt wissen, was der Burger in New York gerade kostet. Millionen anderer Kunden auch. Deshalb:

Währungsspekulationen sind nach wie vor ausgesprochen schwierig. Wer kurzfristig Profits machen möchte, ist auf den Ratschlag von ausgewiesenen Experten und auf Glück im Timing angewiesen. Das bedeutet: investieren Sie maximal 5% Ihres Gesamtvermögens in Währungsspekulationen.

Verlassen Sie sich dabei zudem nicht auf seltsame Indizes wie den Burger-Index und berücksichtigen Sie die Verwendung dieses Indizes auch bei der Beurteilung der Redaktion.

Mehr zum Thema: Was ist der Big Mac Index?

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

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