Konglomerate: Eine breite Marktstellung ist nicht alles

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Konglomerate sind zumeist breit aufgestellt und damit recht krisenresistent, darauf kommt es aber nicht immer an. (Foto: 360b / Shutterstock.com)

Regelmäßig präsentieren sich die Konglomerate besonders konjunkturresistent.

Die breite Marktstellung erlaubt es, einzelne Entwicklungen in verschiedenen Industriezweigen gegeneinander auszugleichen. Umsatzschwächen in der einen Branche, können durch Wachstum in anderen Bereichen kompensiert werden.

Doch die Corona-Krise hat anschaulich gezeigt, dass diese Rechnung nicht immer aufgeht. Besonders empfindlich zeigten sich die Beteiligungsgesellschaften, die vorwiegend in den Mittelstand und in die produzierende Industrie investieren. Hervorzuheben sind vor allem GESCO AG, INDUS Holding und MBB SE. Alle drei Konglomerate sind gut verwaltet, aber überwiegend in mittelständische Unternehmen investiert, die abhängig von der Automobil- oder Chemieindustrie sind. Beide Branchen sind besonders konjunkturempfindlich und litten unter den Auswirkungen der Corona- Krise. So brach beispielsweise der Gewinn von MBB um fast 70% auf 11 Mio. € ein.

Nachholeffekte kommen aus der Industrie

Doch gerade in diesen belasteten Branchen ist das Nachholpotenzial im Jahr 2021 am größten. Wir rechnen damit, dass auch die Konglomerate an diesen Entwicklungen partizipieren werden. In der Automobilindustrie sind es vor allem die Umstellung auf Elektro-Antriebe und die damit verbundenen Konjunkturprogramme, die für Wachstumsimpulse sorgen werden.

Damit rechnet auch 3M, die Verbundmittel und Klebstoffe zuliefern. Die Zahlen für das 1. Quartal sind auch hier bereits besser ausgefallen. Der Umsatz legte um 9,6% auf 8,9 Mrd. $ zu. Unterm Strich verbesserte sich der Gewinn um 23,1% auf 2,77 $ je Aktie. Hierin enthalten ist auch die hohe Nachfrage nach Medizinprodukten, wie den FFP2- und FFP3-Masken, die durch die Pandemie an besonderer Bedeutung gewonnen haben.

Konkurrenzkampf um die besten Renditen

Wenn es um profitable Geschäfte von Beteiligungsgesellschaften geht, kommt man an Berkshire Hathaway und Danaher nicht vorbei. Beide Konglomerate überzeugen nicht nur mit einem starken Management und guten Investments, sondern haben sich über die vergangenen Jahre eine Konzern-Marke aufgebaut, die mit den großen Indizes wie dem S&P 500 oder dem MSCI World verglichen werden. Während Danaher an allen Indizes vorbeigezogen ist, lag Berkshire Hathaway in den vergangenen Jahren etwas dahinter – langfristig aber darüber.

So geriet jedoch Buffett während der Corona-Krise verstärkt in die Kritik, da er die Fluggesellschaften nahe der Tiefpunkte verkauft hatte und so seinen hohen Bargeldbestand noch weiter erhöhte. Trotz aller Kritik ging es im 1. Quartal aber wieder bergauf. Der Umsatz legte um 5,4% auf 64,6 Mrd. $ zu. Unterm Strich wurde ein Gewinn von 7.638 $ je Aktie ausgewiesen. Abseits der Zahlen ist die größte Neuigkeit die Nachfolge von Warren Buffett: Greg Abel, der schon lange Jahre das Energie-Geschäft und andere Geschäftsbereiche leitete. Für Buffett-Kenner ist das keine große Überraschung. Jedoch könnte es der Anfang einer neuen Zeitrechnung für Berkshire sein.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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