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Kupfer und anderer Industriemetalle werden weiterhin knapp bleiben

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Der Preis für Kupfer ist schon hoch und doch könnte er noch weiter steigen, denn die fundamentalen Gründe für die jüngste Preisexplosion bestehen fort. Im vergangenen Jahr stieg der Preis für das wichtige Industriemetall um 52%.

Die Stärke des Anstiegs beim Kupferpreis hat zwei Gründe: Zum einen war die Abwärtsbewegung während der Finanzkrise 2008 überzogen. Die Anleger verkauften ihre Kupferpositionen als gäbe es kein morgen mehr. Ausgehend von diesem unrealistisch niedrigen Niveau erscheinen die Anstiege der Jahre 2009 und 2010 nun natürlich besonders spektakulär.

Aber auch ohne den statistischen Basiseffekt ist nicht zu bestreiten, dass die Welt wieder mehr Kupfer braucht. Kupfer ist das Industriemetall, das besonders feinfühlig auf die Entwicklung der Weltwirtschaft reagiert, denn egal ob Auto, Flugzeug, Immobilie oder elektrischem Küchengerät:

Ohne Kupferkabel geht nichts und je mehr Kabel benötigt werden, desto schneller steigt auch der Kuupferverbrauch. So verwundert es nicht, dass Kupfer noch vor den anderen Industriemetallen vom Wiederanziehen der Weltwirtschaft profitiert hat.

Der wachsenden Nachfrage steht jedoch ein Angebot gegenüber, das sich nicht so leicht und vor allem nicht kurzfristig erhöhen lässt. Minenschließungen, wie sie während der Finanzkrise reihenweise vorgenommen wurden, sind eine relativ schnelle Angelegenheit. Doch eine ehemalige Mine wieder in Produktion zu bringen dauert erheblich länger. Noch viel aufwendiger ist es, eine Mine komplett neu zu erschließen. Deshalb kann die Angebotsseite nur begrenzt und mit einem deutlichen Zeitverzug auf die Entwicklungen auf der Nachfrageseite reagieren.

Peak Copper

Dies bestätigte in der vergangenen Woche der drittgrößte Bergbaukonzern Rio Tinto. Das Management von Rio Tinto um CEO Tom Albanese geht davon aus, dass die Kupferpreise ungeachtet des schon erreichten hohen Niveaus prinzipiell weiter steigen werden.

Rio Tinto begründet seine Annahme mit der Einschätzung, dass die Nachfrage weiter wachsen werde und die Produzenten Mühe haben werden neue Kupferprojekte in Produktion zu bringen, um den Druck auf dem Kupfermarkt abzumildern.

Die meisten großen Kupferminen weltweit, auch jene von Rio Tinto, haben ihre besten Jahre hinter sich. Sie sind zwar noch nicht ganz erschöpft, aber die Kupfergehalte werden immer geringer und in den Gruben wird das Kupfer in immer tieferen Zonen gefördert. Niedrigere Gehalte bei höherer Tiefe bedeuten aber auch einen gewaltigen Druck auf die Margen.

Damit sinkt der Anreiz für die Betreiber die Minen zu modernisieren und auszubauen. In Anlehnung an die Theorie vom Peak Oil sprechen einige Experten deshalb auch bereits von einem Peak Copper, also einem Höhepunkt der weltweiten Kupferproduktion, der bald erreicht sein könnte.

Analysten sagen größeres Angebotsdefizit voraus

Ob es so kommen wird, ist in der Fachwelt noch umstritten. Recht einig sind sich die Experten jedoch in der Frage wie sich die Angebots-Nachfrage-Situation in 2011 entwickeln wird. Barclay Capitals beziffert das Angebotsdefizit für das laufende Jahr auf 822.000 Tonnen. Trifft diese Schätzung zu, so wäre das Defizit 2011 mehr als doppelt so groß wie das Defizit aus dem Jahr 2010.

Auch JP Morgan Securities und die australische Macquarie Bank rechnen mit einem Defizit für 2011. Morgan Stanley und  die Australia & New Zealand Banking Group rechnen wie Rio Tinto Vorstand Albanese mit weiter steigenden Preisen.

Allerdings und darauf setzt die Branche im Moment ihre Hoffnungen: Je länger die Preise auf einem hohen Niveau verbleiben, desto mehr neues Angebot dürfte langfristig auf den Markt kommen.

Die Verbrauchstrends für die nächsten 15 bis 20 Jahre weisen klar den Weg zu einem deutlich höheren Verbrauch. Nicht nur beim Kupfer, auch bei anderen Rohstoffen wie Eisenerz oder Aluminium rechnet der Rio Tinto Vorstand mit einer Verdopplung der Nachfrage.

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