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Lieferdienste: Takeaway gewinnt Bieterwettstreit um Just Eat

Inhaltsverzeichnis

Der Übernahmewettkampf um den britischen Lieferdienst Just Eat plc ist entschieden: Mehr als 80 Prozent der Just-Eat-Aktionäre nahmen das kurz vor Weihnachten noch einmal nachgebesserte Übernahmeangebot des Mitbewerbers Takeaway an.

Damit wurde die bei 50 Prozent angesetzte Mindestannahmeschwelle deutlich überschritten. Die im Bieterwettstreit unterlegene niederländische Prosus-Gruppe kann jedoch hoffen, dass auch sie von dem verlorenen Übernahmekampf profitieren wird.

Aktionäre entscheiden sich für lukrativeres Angebot

Takeaway hatte den Just Eat-Aktionären in der letzten Bieterrunde 0,12111 Takeaway-Aktien für jedes Just Eat-Papier geboten. Umgerechnet lag das Takeaway-Angebot am vergangenen Freitag somit bei 9,01 britischen Pfund (GBP) für jede Aktie. Prosus letztes Angebot lag bei nur 8,00 GBP in bar pro Aktie.

Kein Wunder also, dass sich die Anteilseigner von Just Eat sich mit überwältigender Mehrheit für eine Übernahme durch Takeaway ausgesprochen haben. Insgesamt wurde Just Eat durch das Gebot von Takeaway.com mit umgerechnet rund 7,2 Mrd. Euro bewertet. Takeaway selbst hat einen aktuellen Börsenwert von rund 5,4 Mrd. Euro.

Takeaway-Vorstand ist begeistert

Der Takeaway-Gründer und CEO, Jitse Groen, ist mit dem aus seiner Sicht positiven Ausgang des Bieterwettkampfes mehr als zufrieden: “Ich bin begeistert, dass unser Angebot für Just Eat nun formell eine Annahmequote von 80,4% erreicht hat. Just Eat Takeaway.com ist eine Traumkombination und ich freue mich sehr darauf, das Unternehmen noch viele Jahre zu führen”.

In einer Pressemitteilung rief Takeaway alle Just-Eat-Anteilseigner, die das verbesserte Angebot noch nicht angenommen haben, dazu auf, dies möglichst umgehend zu tun. Das Unternehmen geht davon aus, dass sein erhöhtes Angebot spätestens Ende Januar auslaufen wird.

Verlierer Prosus winkt Trostpreis

Prosus, das weltweit in den Lieferservice investiert ist, könnte am Ende des Bieterwettstreits einen Trostpreis erhalten. So hat Takeaway bereits im Rahmen seiner Fusionspläne bekannt gegeben, dass es die Minderheitsbeteiligung von Just Eat an iFood abgeben wird.

An der Übernahme dieser Minderheitsbeteiligung dürfte Prosus ein besonderes Interesse haben: Einerseits ist iFood Marktführer in Lateinamerika und schon heute in großen Teilen im Besitz von Prosus. Darüber hinaus will Takeaway das Just-Eat-Tochterunternehmen in Brasilien verkaufen, dass sicherlich auch ein interessantes Investment für Prosus sein kann.

Wie es weitergeht

In einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre vonTakeaway.com am 9. Januar 2020 dem Zusammenschluss von Takeaway mit Just Eat zugestimmt. Wird die Übernahme durch die beteiligten Aufsichtsbehörden genehmigt, wird das fusionierte Unternehmen als Just Eat Takeaway.com N.V. firmieren.

Das neue Unternehmen wird seinen Hauptsitz in Amsterdam und eine Notierung an der Londoner Börse haben. Durch die Fusion entsteht der zweitgrößte Essen-Lieferdienst weltweit mit 23 Tochtergesellschaften in Europa, Kanada, Australien und Lateinamerika. In 15 der 23 Ländern, in denen Just Eat Takeaway.com N.V. tätig ist, wird das neue Unternehmen Marktführer sein.

Damit liegt Just Eat Takeaway.com N.V. vor seinen Mitbewerbern GrubHub, Delivery Hero und Uber Eats. Der weltweit führende Anbieter bleibt auch nach der Mega-Fusion Chinas Meituan mit einem in 2018 erzielten Umsatzvolumen von 6,2 Mrd. US-Dollar.