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MBB: Die Energiewende bringt Umsatz- und Gewinnsprung

Inhaltsverzeichnis

Wie Sie als regelmäßiger Schlussgong-Leser wissen, befand ich mich in dieser Woche in Frankfurt auf dem Deutschen Eigenkapitalforum (EKF) und habe mir dort spannende Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe angesehen. Eines der Unternehmen, die ich dort unter die Lupe genommen habe, ist die mittelständische und inhabergeführte Beteiligungsgesellschaft MBB.

Die MBB-Aktie erlebt 2018/19 einen Durchhänger. Die Automotive-Sparte mit den beiden Töchtern Aumann (unter anderem im Bereich E-Mobilität tätig) und Delignit (beide ebenfalls börsennotiert) belastet im laufenden Jahr die operative Entwicklung von MBB und damit auch den Aktienkurs.

Darüber hinaus fehlt eine spektakuläre Nachricht (z.B. der Börsengang der IT-Sicherheits-Tochter). In der aktuellen Börsenphase macht es jedoch keinen Sinn, die Top-Beteiligungen zu versilbern. In Boom-Zeiten lassen sich viel höhere Verkaufserlöse erzielen.

Daher steht MBB zur Zeit nicht auf der Verkäufer-Seite, sondern nutzt die prall gefüllte Kasse, um einzukaufen. 2019 ist es MBB gelungen, quasi aus dem Nichts ein deutscher Champion im Bereich Infrastruktur-Aufbau zu werden.

Zuerst hat MBB das Unternehmen Friedrich Vorwerk erworben und jetzt ganz aktuell als Ergänzung das Unternehmen Bohlen & Doyen. Beide Unternehmen sind Spezialisten im Bereich Pipeline-, Kabel- und Anlagenbau für Gas- und Stromnetze.

MBB baut Infrastruktursparte auf

Da schon in wenigen Jahren die deutschen Atomkraft- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, muss zeitnah ein riesiges Gas- und Stromnetz aufgebaut werden, um die Energieversorgung in Deutschland zu sichern. Die neue Infrastruktur-Sparte von MBB erreicht schon jetzt einen profitablen Jahresumsatz von über 200 Mio. Euro.

Positiv: Durch die jüngsten Zukäufe kommt MBB schlagartig auf wesentlich mehr Umsatz und Gewinn, so dass die fundamentalen Kennzahlen wie Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) und Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ab 2020 deutlich attraktiver werden.

Der Wachstumsschub macht die MBB-Aktie damit auch aus fundamentaler Sicht interessanter. Und das Bonbon: Noch immer sitzt MBB auf einem hohen Nettoguthaben und kann in den nervösen Marktphasen billig einkaufen.

Insgesamt 3 Zukäufe im laufenden Jahr

Neben Vorwerk und Bohlen & Doyen hat MBB auch einen Zukauf für die IT-Sicherheits-Tochter DTS getätigt. Da zwei der drei Käufe erst ganz frisch sind, wird der Umsatz 2019 wahrscheinlich nur auf rund 530 Mio. Euro zulegen.

Im kommenden Jahr werden dann alle 3 Zukäufe ihren Umsatz- und Gewinnbeitrag liefern und den Umsatz auf rund 660 Mio. Euro treiben (bei einer Ziel-Gewinnmarge von 9 bis 11%). Und das Gute: MBB hat trotz der 3 Zukäufe noch immer gut 250 Mio. Euro für weitere Übernahmen in der Kasse.

Perspektivisch wird MBB Richtung 1 Mrd. Euro Umsatz wachsen und pro Jahr 100 Mio. Euro verdienen (EBITDA). Dann sollte der MBB-Aktienkurs nach meinen Berechnungen deutlich über dem aktuellen Kurs liegen.