Mindset für die Börse: Einfach mal nichts tun

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Wenn der Markt nicht so will, wie Sie es gerne hätten, geben Sie ihm einfach ein bisschen Zeit. Die aktuelle Phase ist besser genutzt, wenn Sie zuschauen. (Foto: andersphoto / shutterstock.com)

Die Füße hochlegen und an nichts denken. Dazu müssen Sie nicht einmal nach Mallorca fliegen! Das geht auch in den eigenen vier Wänden – oder auf dem Balkon. Noch wichtiger: Können Sie das auch im Kopf?

Die Börse ist aktuell sehr launisch. Es wird eigentlich zur Seite geschoben. Zahlreiche Aktien bekommen aber trotzdem an einem einzigen Tag Verluste in Höhe fast zweistelliger Prozentzahlen. Am nächsten Tag geht es dann vielleicht wieder hoch. Sicher ist aktuell nur, dass nichts sicher ist.

Nach der unglaublichen Rallye seit einem Jahr zum Corona-Tief wandelt sich das Geschehen am Markt in den letzten Wochen. Die leichten Gewinne sind nicht mehr so leicht zu machen. Es gibt tatsächlich Aktien, die auch fallen! Deshalb ist es jetzt besonders wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren und vielleicht einfach nicht alle 15 Minuten ins Depot zu schauen.

Unterm Strich wird eventuell nur gerade viel bereinigt und in paar Wochen, stehen Aktien, die jetzt 50 Prozent verloren haben, wieder nahe Allzeithoch. Denn: Der richtige Crash bliebt bisher aus. Anfang des Jahres hieß es oft: „Es wird bald krachen. Ob im Januar oder März, das ist noch unklar, aber es wird passieren.“

Kein Knacken im Gebälk

Tja, jetzt haben wir den März fast hinter uns und DAX, S&P 500 und Dow Jones stehen etwa beim Allzeithoch. Wo genau ist jetzt der Crash oder die deutliche Korrektur? In der NASDAQ rutsche es tatsächlich runter. Aber die Verluste des Indizes halten sich auch noch in Grenzen. 12 Prozent ging es in der Spitze zurück. Die Hälfte dieser Bewegung hat die NASDAQ schon wieder abgearbeitet. Die Korrektur der Korrektur läuft wohl schon.

Zumindest übergeordnet sieht die NASDAQ 100 wieder gut aus. Klar, einzelne Aktien haben sich in den letzten Wochen halbiert. Zu den großen Verlierern zählt auch Teladoc. Hier habe ich heute nachgekauft, denn es könnte ein Boden gefunden worden sein.

Das gestrige Tief hatten wir schon einmal als Unterstützung am 10. November 2020. Auch dort drehten die Kurse nach oben. Im Anschluss gab es übrigens neue Allzeithochs. Ob wir das jetzt noch einmal sehen, ist natürlich fraglich. Ganz ausschließen kann man aktuell aber auch nichts.

Teladoc im Tageschart

Die grünen Linien sind Kursbereiche, die offenbar von Bedeutung sind. In der Vergangenheit wurden sie immer wieder getestet.

Insofern könnte Teladoc jetzt wieder Richtung 236 US-Dollar laufen. Das wäre natürlich ein ideales Szenario für die Bullen. Doch als erste Hürde haben wir noch den Bereich um 181,75 US-Dollar. Den sollten wir nächste Woche knacken, dann geht es wieder bergauf. Schaffen die Käufer hier nicht die Kurse nach oben zu schieben und fallen wir sogar unter die Unterstützung bei 168 US-Dollar, dann ist der nächste richtige Support erst in der Zone knapp unter 150 US-Dollar!

Fazit

Nutzen Sie Ostern und das schöne Wetter und lassen Sie die Börse links liegen. Vielleicht muss die sich einfach noch ein paar Tage austoben und läuft danach wieder ein bisschen rationaler und leichter einschätzbar.

Aktuell höre ich zumindest von vielen Seiten, dass wir in einer schwierigen Marktphase sind und keiner so richtig den Finger am Puls der Zeit hat. Ruhe bewahren und sich einmal neu sortieren, hat noch keinem geschadet.

Versuchen Sie nicht auf Kraft die Performance des Jahres 2020 zu wiederholen. Das gibt der Markt nicht her. Hier es derzeit wichtiger die Seitenlinie zu besetzen und abzuwarten, anstatt sich die Finger zu verbrennen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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