Aktien- statt Bardividende – neuer Trend in Deutschland

Commerzbank RED – shutterstock_518923291 cineberg

Neuerdings bieten Ihnen in Deutschland immer mehr Unternehmen die Wahl zwischen einer Aktien- und einer Bardividende. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

In diesem Artikel wollen wir uns einmal mit einem interessanten neuen Trend befassen.

Was im Ausland – insbesondere im angelsächsischen Raum – schon weit verbreitet ist, entwickelt sich hierzulande zu einem neuen Trend: die Aktiendividende.

In diesem Zusammenhang waren deutsche Unternehmen bislang zurückhaltend.

Vorreiter bei diesem Thema war in Deutschland die Telekom AG, die im Jahr 2013 erstmals ihren Aktionären wahlweise eine Aktiendividende anbot.

Die Telekom-Aktionäre konnten also wählen, ob sie ihre Dividende in bar oder zum Teil in Aktien erhalten wollten.

Beliebtheit der Aktiendividende wächst in Deutschland

Im Jahr 2013 lag die Annahme-Quote bei der Telekom für die Aktiendividende bei 37,56%.

Das bedeutet, dass sich mehr als 1/3 der Telekom-Aktionäre dazu entschlossen hatte, eine Aktien-Ausschüttung zu erhalten – ein beachtlicher Wert; insbesondere dafür, dass T-Aktionäre erstmals vor die Wahl gestellt wurden.

Im Jahr 2014 lag die Annahme-Quote dann bereits bei 45,13%. Das bedeutet, dass sich im 2. Jahr, in dem die Aktionäre vor diese Wahl gestellt wurden, bereits fast die Hälfte der Anteilseigner der Telekom für eine Aktiendividende entschieden hatte.

Dank der positiven Erfahrungen folgten andere Unternehmen dem Vorbild der Deutschen Telekom.

2014 haben sich mehrere Konzerne unterschiedlichster Größe dafür entschieden, ihren Aktionären die Wahl zwischen Bar- und Aktiendividende anzubieten.

Und in der darauffolgenden Hauptversammlungs- und Dividendensaison stieg das Interesse am Thema Aktiendividende unter den börsennotierten Unternehmen in Deutschland abermals.

So haben beispielsweise die Commerzbank, die Deutsche Lufthansa, Metro und Jenoptik ihren Hauptversammlungen Vorschläge unterbreitet, die den Weg für eine Aktiendividende ebnen.

Vor- und Nachteile von Aktiendividenden

Aus Unternehmens-Sicht erfordert die Gewährung einer Aktiendividende einen höheren Aufwand als eine reine Bardividende; insbesondere im 1. Jahr des wahlweisen Angebots.

Dieser Mehraufwand wird im Falle einer einmaligen Aktiendividende nicht selten unangemessen sein, sich aber bei bestimmten „Dividendenwerten“ lohnen.

Unter dem Strich bedeutet das, dass sich Unternehmen die Frage stellen sollten, ob sie ihren Aktionären das Wahlrecht zwischen Bar- und Aktiendividende dauerhaft einräumen wollen. Für eine einmalige Aktion ist der Aufwand zu groß.

Ein Vorteil für die Konzerne, die eine Aktiendividende ausschütten, ist, dass dabei die Liquidität geschont wird, da im Falle der Aktiendividende kein Abfluss von Barmitteln ansteht.

Daher ist Aktiendividende insbesondere für die Firmen interessant, die eine hohe Ausschüttungs-Quote aufweisen.

Unter der Ausschüttungs-Quote ist Folgendes zu verstehen: Sie zeigt das Verhältnis zwischen Gewinn und Ausschüttung. Wenn etwa die Hälfte des Jahresgewinns ausgeschüttet wird, liegt die Quote bei 50%.

Steuerlich ergibt sich für Sie als Aktionäre durch die Wahl einer Aktiendividende kein Vorteil, da eine Aktiendividende genauso versteuert wird wie eine Bardividende.

Meine Empfehlung an Sie

Nehmen Sie die Aktiendividende vor allem dann in Anspruch, wenn Sie die entsprechende Aktienposition ohnehin aufstocken wollen!

Vorteil für Sie: Meistens sind die Aktien, die Sie als Dividende erhalten, günstiger als beim Kauf über die Börse.

Wenn Sie die entsprechende Aktienposition des Unternehmens hingegen nicht weiter aufstocken wollen, sollten Sie sich für die klassische Bardividende entscheiden.

Es gibt in diesem Fall also keine allgemein „gute“ oder „schlechte“ Lösung. Es kommt immer darauf an, welche Konditionen das Unternehmen anbietet und ob Sie die Aktienposition weiter aufbauen möchten.

Commerzbank RED – shutterstock_518923291 cineberg

Wartet hier die schöne neue Banken-Welt?Die Finanzbranche ist im Umbruch. Vor allem großer Häuser leiden, während Fintechs profitieren. Wir analysieren die Aktie der Commerzbank für Sie. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz