Notenbanksitzungen und Hexensabbat im Fokus

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In dieser Börsenwoche standen die Notenbanksitzungen im Fokus. Am Mittwoch entschied die US-Notenbank Fed, das laufende Anleihekaufprogramm ab Januar um 30 Mrd. US-Dollar pro Monat zu reduzieren statt wie bisher um 15 Mrd. US-Dollar. Das bedeutet: Das Anleihekaufprogramm ist aus heutiger Sicht im März 2022 beendet.

Gleichzeitig wurden für 2022 und für 2023 jeweils drei kleine Zinserhöhungen in Aussicht gestellt und für 2024 zwei weitere Zinsschritte. Allerdings werde die Fed sehr genau auf die wirtschaftliche Entwicklung schauen und die Corona-Situation rund um die neue Virus-Variante Omikron im Auge behalten.

Gestern standen dann die Europäische Zentralbank (EZB) und die britische Notenbank im Fokus. Während die Briten überraschend die Zinsen angehoben haben, teilte die EZB mit, dass es auch im kommenden Jahr keine Zinserhöhungen geben werde.

Meine Einschätzung: Die EZB geht davon aus, dass einige EU-Länder finanziell und wirtschaftlich zu schwach sind für Zinserhöhungen.

Außerdem: Mit einer Kombination aus niedrigen Zinsen und hohen Inflationsraten lässt sich ein Teil des gigantischen Schuldenberges „weginflationieren“ (die Rechnung zahlen die Sparer). Wenn Sie nach Abzug der Inflationsrate eine positive Rendite erwirtschaften möchten (also einen realen Vermögenszuwachs anstreben), brauchen Sie auch 2022 wieder Aktien.

Neben den Notenbanksitzungen in dieser Woche stand heute auch der Hexensabbat im Fokus.

Der dreifache Hexensabbat

Beim sogenannten „dreifachen“ Hexensabbat, der am heutigen Freitag zum vierten und letzten Mal in diesem Jahr stattfand, handelt es sich um eine ganz besondere Börsenphase, die ich schon mehrfach hier im Schlussgong vorgestellt habe, da es immer wieder neue Leser gibt, die dieses Ereignis noch nicht kennen.

Der dreifache Hexensabbat (Triple Witching Day) findet an jedem dritten Freitag im jeweils dritten Monat eines Quartals statt. Er ist auch als großer Verfallstag bekannt, da an diesem Tag weltweit an den großen Terminbörsen drei gleiche Arten von Anlagen verfallen: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes.

Rund um den dreifachen Hexensabbat geht es an den Börsen traditionell etwas hektischer zu, da viele Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken in Terminkontrakten investiert sind, die an diesem Tag abgerechnet werden. Im Vorfeld wird stets versucht, die Basisindizes durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.

Entscheidung über Gewinn oder Verlust am Terminmarkt

Am Hexensabbat entscheidet sich für viele große Marktteilnehmer, ob sie mit ihren Investitionen in Derivate einen Gewinn oder einen Verlust machen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den Investitionen um Wetten auf bestimmte Kurse. Die beteiligten Marktteilnehmer versuchen, die Kurse in die gewünschte Position zu bringen, damit die eingegangene Wette aufgeht.

Die als Privatanleger können sich entspannt zurücklehnen

Da also die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen.

Auf diese Weise kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem sehr großen Handelsvolumen mit heftigen Kursschwankungen kommen. Sie als Privatanleger können sich am großen Verfallstag zurücklehnen, da die am Hexensabbat oftmals zu beobachtenden größeren Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kursentwicklung haben.

Nutzen Sie daher die freie Zeit, um stressfrei die letzten Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Und für den Aktienmarkt gilt: Am Ende entscheiden noch immer Umsatz und Gewinn über die Entwicklung der Aktienkurse.