Notwehr Schwarzarbeit

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Aus Not sind viele Menschen froh, wenn sie Gelegenheitsjobs übernehmen können. Und das meistens ohne Steuern abzuführen. (Foto: 8th creator / shutterstock.com)

Die Wirtschafts- und Schuldenkrise hält an. Immer mehr Menschen geraten durch Arbeitslosigkeit in finanzielle Not.

Doch nicht überall sind die staatlichen Wohlfahrtsleistungen so ausgeprägt wie hierzulande. Deshalb ist Schwarzarbeit für Viele die letzte Hoffnung.

Deutschland: Grundsicherung ein Leben lang

Die Höhe des Arbeitslosengeldes I beträgt 60 Prozent (67 Prozent mit Kind) des letzten Nettogehaltes.

Die maximale Bezugsdauer (bei unter 50-jährigen) beträgt 12 Monate. Danach erhält man Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Die Höhe beträgt 374 Euro für Alleinstehende.

Hinzu kommen Leistungen für Unterkunft und Heizung (300 bis 400 Euro pro Monat für Alleinstehende), Nebenkosten, Kleidung und das – im Zweifelsfall – ein Leben lang.

In Deutschland erhalten rund 6,3 Millionen Menschen diese staatlichen Transferzahlungen. Diese Leistungen sind für Menschen anderer Länder nahezu paradiesisch.

Griechenland: Keine Sozialhilfe

Fast jeder Vierte ist hier arbeitslos.

Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt sogar 55 Prozent. Die staatlichen Leistungen für Arbeitslose betragen 360 Euro monatlich und zwar höchstens zwölf Monate lang. Dann gibt es nichts mehr.

Von den 1,2 Millionen Arbeitslosen erhalten jedoch nur 190.000 diese Arbeitslosenhilfe. Der Rest geht leer aus. Eine Grundsicherung wie Hartz IV oder Sozialhilfe gibt es nicht.

Spanien: Nach 24 Monaten ist es vorbei

Arbeitslose erhalten bis einschließlich des siebten Monats 70 Prozent ihres vorherigen Durchschnittseinkommens.

Danach 50 Prozent. Das aber nur höchstens 24 Monate lang.

Dann steht man auch hier im Regen. Deshalb kommen viele deutsche „Auswanderer“ zurück, um wenigstens noch Hartz IV zu erhalten.

Aber nicht nur in den südlichen EU-Ländern sind deutsche Verhältnisse ein „Traum“ für Arbeitslose, auch in den USA, dem Mutterland des Kapitalismus, kämpfen Menschen täglich um ihre nackte Existenz.

USA: Nach 99 Wochen droht die Armut

Die maximale Dauer der Arbeitslosenunterstützung beträgt 99 Wochen. Deshalb nennt man jene, die diese Frist bereits überschritten haben, „99ers“.

Die Höhe der staatlichen Zuwendung hängt, je nach Bundesstaat, vom Lohn und der Beschäftigungsdauer ab und variiert zwischen 275 und 536 US-Dollar wöchentlich.

Das mag dem einen oder anderen hoch vorkommen – aber die Unterstützung gilt nur für maximal 99 Wochen – und zwar für das ganze Leben lang.

Danach erhält man keinen Cent mehr, egal ob man zwischenzeitlich wieder Arbeit gefunden hatte. Einen Anspruch auf Arbeitslosengeld wie in Deutschland gibt es nicht.

Vor allem die Republikaner wehren sich gegen zu viel Fürsorge des Staates: Arbeitsplätze sind kein Grundrecht:

»Geht raus und sucht Jobs! Arbeitet bei McDonald’s! Übernehmt mehrere Jobs!« keift beispielsweise der konservativ-radikale Talkshow-Star Glenn Beck.

Schwarzarbeit als letzter Ausweg

In den Ländern ohne staatliche Fürsorge blüht hingegen die Schwarzarbeit. In Griechenland beträgt sie bereits 25,8 Prozent, in Italien 21,6 Prozent, in Portugal 19,4 Prozent, in Spanien 19,2 Prozent* und in den USA 7,0 Prozent.**

Menschen in den Ländern ohne eine „Unterstützungsgarantie“, müssen also Schwarzarbeit verrichten, um sich und ihre Familien noch ernähren zu können.

Diese Entwicklungen werden auch uns einholen.

Denn seien wir mal ehrlich: Einen so großzügigen Wohlfahrts- und Versorgerstaat können wir uns auf Dauer gar nicht mehr leisten. Leider wird das dann jene treffen, die für das Ganze gar nichts können: unsere Kinder.

* Quelle: oekonomenstimme

** Hier ist die Zahl jener, die zwei bis drei Jobs gleichzeitig ausüben jedoch extrem hoch 

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McDonald’s-Aktie bleibt ein interessantes InvestmentAuch dem Burger-Brater McDonald’s macht Corona zu schaffen. Der Fastfood-Riese wird jedoch gestärkt aus der Krise hervorgehen. › mehr lesen


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Von: Michael Grandt. Über den Autor

Ein Mann, der mit seiner knallharten Recherche und seinem unbestechlichen Gespür schon Tausende von Anlegern vor schweren Verlusten bewahrt hat.

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