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OPEC+ beschließt massive Produktions-Kürzungen

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Der Blick auf den Ölmarkt ist immer wieder wichtig – auch wenn viele Experten den absoluten Durchbruch der E-Mobilität erwarten. Wir werden wohl noch viele Jahre große Mengen an klassischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren auf unseren Straßen sehen. Und die brauchen nun einmal Benzin und Diesel.

Insofern ist der Ölpreis immer noch ein wichtiger Indikator für die aktuelle Lage der Wirtschaft. Und hier hatte es in diesem Jahr schon einige deutlich Preisausschläge gegeben. Nach den Bombenattacken auf die Förderanlagen in Saudi-Arabien war der Ölpreis erwartungsgemäß massiv angestiegen. Doch danach setzt eine deutliche Beruhigung ein.

In der vergangenen Woche hat einmal mehr die OPEC mit angekündigten Förderkürzungen Schlagzeilen gemacht und den Preis auf annähernd 65 USD pro Barrel hoch getrieben. Das war der höchste Stand seit den Angriffen Mitte September.

Die Kürzungen können auf bis zu 2,1 Mio. Barrel am Tag ansteigen

Dabei ist der genaue Blick auf die Förderkürzungen schon notwendig, um die weitere Tragweite auch richtig einschätzen zu können. So hat nicht nur die OPEC sondern die mittlerweile OPEC+ genannte Gruppe die Kürzungen beschlossen. Dazu gehören neben den Mitgliedsstaaten der OPEC noch weitere Förderländer einschließlich Russland. Die Kürzungen sollen im ersten Quartal 2020 um weitere 500.000 Barrel am Tag erweitert werden. Und Saudi-Arabien will seine Fördermenge nochmals um weitere 400.000 Barrel kürzen. Das geschieht allerdings erst dann, wenn wirklich alle anderen Länder die Kürzungen komplett durchgeführt haben.

In Summe ergibt sich daraus eine Förderkürzung von maximal 2,1 Mio. Barrel pro Tag. Diese Zahl sorgte tatsächlich für den Preissprung beim Öl. Nun wird die weitere Entwicklung im ersten Quartal 2020 spannend – denn schon Anfang März strht ein weiteres OPEC+ Treffen an und dort könnte es dann zu einer Verlängerung der Kürzungen kommen.

Aber eins muss Ihnen auch klar sein: Der Ölmarkt ist alles andere als homogen. Kürzungen auf der einen Seite werden auch gerne durch Produktionserhöhungen auf der anderen Seite torpediert. Beispiel Libyen: Das Land ist weiterhin von den Kürzungen ausgenommen und hat sogar angekündigt, dass Produktionsniveau bis Ende 2020 auf dann 1,5Mio. Barrel am Tag deutlich zu steigern. Somit schwebt immer noch die Gefahr einer Angebotsschwemme über dem Ölmarkt und das könnte die Preise dann wieder klar drücken.