Panasonic plant Übernahmen im Solar-Sektor

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Wie der Konzern heute mitteilte, ist ein Großeinstieg in die Solar-Branche angedacht. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Der japanische Elektro-Riese Panasonic plant einen grundlegenden Strategie-Wechsel.

Wie der Konzern heute mitteilte, ist ein Großeinstieg in die Solar-Branche angedacht.

Eigentlich ist die Unterhaltungs-Elektronik das Hauptgeschäft der Japaner. In diesem Bereich sind die Geschäfte in den vergangenen Jahren jedoch zusehends unrentabel geworden. Für das im März endende Geschäftsjahr erwartet Panasonic einen neuen traurigen Rekord: 10 Mrd. Dollar Verlust!

Größtes Übernahme-Volumen seit 2002

Das Solargeschäft soll Panasonic wieder zurück in die Gewinnspur führen. Künftig sollen stärker Solar-Systeme und Energie-Speicher angeboten werden. Panasonic ist zwar schon in dem Bereich aktiv, dass japanische Geschäftsmodell lässt sich jedoch nicht auf Europa und die USA übertragen.

Daher  sind in diesen beiden Marktregionen Übernahmen geplant, um zu etablieren, was zu Hause bereits sehr gut funktioniert.

Im Hintergrund laufen bereits Übernahme-Gespräche. Als Größenordnung nannte der Panasonic Eco Solutions-Chef Shusaku Nagae 125 Mio. Dollar. Das wären die größten Zukäufe seit der Vossloh-Übernahme im Jahr 2002.

Übernahme-Ziel wahrscheinlich in Deutschland

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Panasonic bei der kommenden Einkaufstour in Deutschland zuschlägt. Denn Deutschland ist weltweit der größte Solarstrom-Markt und Panasonic ist über Vossloh bereits hierzulande engagiert.

Es ist jedoch nicht gesagt, dass der Übernahme-Kandidat börsennotiert ist, sodass sich für Anleger nicht unbedingt eine Investitions-Chance durch die Panasonic-Pläne ergibt. Selbst wenn Gerüchte um ein börsennotiertes Unternehmen die Runde machen, sollten Anleger vorsichtig sein.

Denn in der deutschen Solar-Branche gibt es mehrere kleine Anbieter die mit großen operativen Problemen zu kämpfen haben. Für einige ist eine Übernahme praktisch die letzte Chance, um im hart umkämpften Markt bestehen zu können.

Bleibt die Übernahme aus, droht dem Unternehmen die Insolvenz – und den Investoren der Totalverlust.

Solar-Branche bleibt auch 2012 noch schwierig

Billig-Konkurrenz aus Fernost und Überkapazitäten machen die Margen in der Solarbranche kaputt. Mehrere Anbieter können daher nicht kostendeckend produzieren und die jüngst verabschiedeten Subventions-Kürzungen machen die Probleme nicht kleiner.

Einziger Ausweg ist entweder technologische Überlegenheit oder der Zusammengang mit anderen, um effizienter produzieren zu können. Diesen Ausweg wird jedoch nicht jeder Anbieter nehmen können. Nach den Pleiten von Solon und Solar Millennium ist mit weiteren Pleiten zu rechnen.

Strategie-Schwenk birgt Risiken

Panasonic will trotz der schwierigen Lage ins europäische Solar-Geschäft einsteigen. Aus Konzernsicht ist das eigene Geschäftsmodell – das sich auf Allround-Angebote für Firmenkunden bezieht – nicht mit dem „Mainstream Solar-Markt“ zu vergleichen.

Der Übernahme-Sensor ist von den Solar-Plänen jedoch nicht überzeugt und bewertet den Panasonic-Kurs als riskant. Der Solar-Markt bleibt schwierig und die Strategie-Abgrenzung von Panasonic ist zu gering, um wirklich von einem eigenen Markt zu sprechen.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.

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