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Pfeiffer Vacuum: Schlechte Nachrichten, gute Kurse

Inhaltsverzeichnis

Am gestrigen Tag war es soweit: Die mit Spannung erwarteten Zahlen der Pfeiffer Vacuum AG wurden veröffentlicht. Nachdem es vor knapp 2 Monaten auf Grund einer Gewinnwarnung rasant um rund 20% nach unten ging, waren die Erwartungen bezüglich der endgültigen Zahlen nicht mehr besonders hoch. Und selbst diese konnten nicht ganz erfüllt werden. Trotzdem reagierte die Aktie positiv.

Unternehmensportrait

Die Pfeiffer Vacuum Technology AG mit Sitz im hessischen Asslar fungiert als Anbieter von Vakuumlösungen. Dabei entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen Komponenten und Systeme zur Vakuumerzeugung, -messung und -analyse sowie zur Lecksuche.

Schockzustand im September

Es war schon eine Schockwelle, die Ende September über Pfeiffer Vacuum schwappte: Nachdem im Juli die Prognosen gesenkt wurden, gab es eine weitere Hiobsbotschaft. Es wurde nur noch ein Umsatz von 620 bis 640 Mio. Euro für das Jahr 2019 in Aussicht gestellt. Und bei der Ebit-Marge wurden nur noch 10% anvisiert – nach 14,4% ein Jahr zuvor. Als Begründung wurde auf die Verschiebung von Aufträgen verwiesen.

Quartalszahlen können nicht überzeugen

Auch die jetzt veröffentlichten Zahlen unterstrichen abermals, dass sich der Konzern auf einer Durststrecke befindet. So sank der Überschuss im letzten Vierteljahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23% auf 11,4 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) verlor ähnlich stark auf 16,1 Mio. Euro. Immerhin gibt es ein positives Signal vom Umsatz – dieser konnte um 2% auf 156,2 Mio. Euro zulegen.

Aktie reagiert positiv auf langfristige Ziele

Trotz dieser eher durchwachsenen Zahlen wurde der Bericht positiv aufgenommen – die Aktie präsentiert sich von der freundlichen Seite. Das liegt sicherlich auch an den langfristigen Zielen, die veröffentlicht wurden. So soll bis zum Jahr 2025 das Investitionsprogramm von 150 Millionen Euro die volle Wirksamkeit erzielen und die Ebit-Marge auf 20% steigern. Zudem soll der Marktanteil ausgebaut werden.

Erfreuliche Jahresperformance

Auch wenn es zum Herbstbeginn mit dem Aktienkurs nach unten ging, kann sich die Performance der Anteilsscheine dennoch sehen lassen. Gegenüber Jahresbeginn liegt der Wert mit rund ein Drittel im Plus. Der Abschlag aus dem September wurde außerdem inzwischen fast vollständig aufgeholt.

Charttechnik – nächster Widerstand in Sicht

Aus charttechnischer Sicht befindet sich der nächste Widerstand bei 153 Euro, die bisherigen Jahreshöchststände haben diese Marke gebildet. Nach unten ist eine erste Unterstützungslinie bei rund 140 Euro auszumachen.

Skepsis ist geboten

Mit einem zu erwartenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das kommende Jahr von knapp unter 30 ist die Aktie kein Schnäppchen mehr. Spielraum für deutlich höhere Kurse besteht also nur, wenn es dem Unternehmen tatsächlich gelingt, die Gewinnmargen signifikant zu steigern.

Doch nach den Hiobsbotschaften des laufenden Jahres sollten Sie den Ankündigungen eine gewisse Portion Skepsis entgegen bringen. Ich empfehle jedenfalls, die Entwicklung sicherheitshalber erst einmal von der Seitenlinie zu verfolgen.