RTL setzt sich von ProSieben ab

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Die RTL Group hat es mit ihrer Multi-Channel-Strategie geschafft, den Platzhirschen ProSiebenSat.1 Media hinter sich zu lassen. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Die RTL Group hat für das 1. Halbjahr starke Zahlen vorgelegt und meine hohen Erwartungen übertroffen.

Der Umsatz legte um 13,7% auf 3 Mrd. € zu. Unterm Strich ist ein Gewinnsprung von 814,8% auf 5,58 € je Aktie gelungen. Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen sprang der Aktienkurs fast zweistellig nach oben. Der Turnaround ist perfekt.

Die Veränderungen im TV-Geschäft hatten RTL zunächst Probleme bereitet

Der Siegeszug der Streaming-Dienstleister haben den klassischen TV-Konzernen wichtige Marktanteile streitig gemacht. Doch RTL hat mit seiner Multi-Channel-Strategie, die auf eine Mischung aus TV- und digitalen Inhalten setzt, zu seinen Kunden zurückgefunden. Der eigene Streaming-Dienst TVNOW, auf dem vorab gegen Bezahlung TV-Serien im Internet abgerufen werden können, wandelte sich vom Sorgenkind zum Kassenschlager. Jetzt soll der Dienst in RTL+ umbenannt und 2022 weltweit ausgerollt werden.

Die Erfolge geben dem Konzern recht

Die zahlenden Abonnenten hatten sich zuletzt mehr als verdoppelt. Weiteres Wachstum ist vorprogrammiert. Gleichzeitig setzt RTL auch auf das klassische Verlagsgeschäft. Mit der Übernahme von Gruner + Jahr hat sich RTL ein Schwergewicht in der DACH-Region gesichert. Der Kaufpreis entsprach dem achtfachen EBITDA, was ein guter Preis ist.

RTL ist ein Bündel aus Erfolgschancen gepaart mit einem guten Umsatzsockel. Die Bewertung ist immer noch günstig. Gleichzeitig schüttet der Konzern eine attraktive Dividende aus.

Unternehmensporträt

RTL Group SA ist mit seinen 53 TV- und 28 Radiosendern der größte Betreiber von werbefinanzierten Medien. Die Haupteinnahmequelle stellt das deutsche Privatfernsehen dar. RTL entstand im Jahr 2000 aus der Fusion der CLT-UFA mit dem britischen Pearson TV. Hauptaktionär ist die Bertelsmann SE.

ProSiebenSat.1 Media befindet sich in einer schwierigen Umstrukturierungsphase, hat zuletzt aber Erfolge erzielt

Der Umsatz legte im 1. Halbjahr um 21,5% auf 2 Mrd. € zu. Der neue operative Schwerpunkt auf das digitale Geschäft machte sich positiv bemerkbar. Nachdem Netflix, Amazon & Co. dem TV-Konzern wichtige Marktanteile streitig gemacht hatten, setzt ProSieben gezielt auf andere Geschäftsbereiche. Diese konnten zuletzt kräftig zulegen. Ein wichtiges Standbein sind Beteiligungen an jungen Unternehmen. Der Bereich Commerce & Venture legte allein im 2. Quartal um 18% auf 176 Mio. € zu, was vor allem auf positive Nachholeffekte zurückzuführen ist. Doch auch das klassische TV-Geschäft lief besser als erwartet und konnte um 58% auf 736 Mio. € zulegen. Diese Zahlen belegen, dass der Strukturwandel im TV-Markt keine Einbahnstraße ist. Zwar liegt das Streaming weiterhin klar im Trend. Es zeichnen sich aber bereits erste Sättigungseffekte ab.

Das klassische Fernsehen wird wieder beliebter

Somit steigen auch die Werbeeinnahmen. Dagegen entwickelte sich das Dating-Geschäft etwas enttäuschend. Mit der Plattform Parship zählt ProSieben zu den Marktführern im deutschen Markt. Durch die Pandemie litt das Geschäft jedoch. Dazu nimmt die Konkurrenz zu. So macht sich Facebook mit seiner hauseigenen Plattform für einen harten Konkurrenzkampf bereit, den sie auch gewinnen können.

ProSieben hat zuletzt wichtige Erfolge erzielt. Mir fehlt aber noch der entscheidende Anschub.

Unternehmensporträt

ProSiebenSat.1 ist mit einem Marktanteil von über 30,4% das größte und erfolgreichste Free-TV-Unternehmen Deutschlands. Mit ihren drei Sendern Sat.1, ProSieben und Kabel 1 ist die Sendergruppe auch die Nummer eins im TV-Werbemarkt. Entstanden ist das Unternehmen im Jahr 2000 durch die Fusion von ProSieben Media AG und Sat.1. Durch den Erwerb der SBS Broadcasting Group ist im Jahr 2007 eine europäische Gruppe entstanden.

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TV-Giganten: ProSieben- Sat.1 Media AG und RTL GroupIm Fernsehgeschäft haben sich die ProSieben- Sat.1 Media AG und die RTL Group durchgesetzt. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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