Schluss mit lustig! Jetzt wachen die Börsen auf!

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Deflation oder Inflation? Wichtig ist vor allem, dass Sie Ihre Cashquote hochhalten. Dann können Sie bei deutlichen Rücksetzern auch günstig einkaufen. (Foto: macgyverhh/Shutterstock)

Die letzten Tage waren extremer Schlafwagenmodus. Unterirdisch niedriges Handelsvolumens. Die Volatilität ist im Keller. Was weckt die Märkte jetzt aus der Frühjahrsmüdigkeit?

Inflation: das Thema des Jahres

Tja, darauf können wir uns schon einstellen: Das Thema wird fast so häufig wie Corona in den Börsenmedien gespielt. Dabei klafft natürlich weiterhin die offizielle Inflation mit der im Portemonnaie gefühlten auseinander. Gerade in den USA ist das schon deutlich zu spüren. Aber auch in unseren heimischen Supermärkten, werden allmählich die Preise aufgerundet.

Der entscheidende Konflikt dabei sind die gleichbleibenden Gehälter. Wenn also die Mittel des täglichen Bedarfs immer teurer werden und der Lohn dabei nicht ähnlich ansteigt, schafft der Sozialstaat dann am Ende nämlich genau die Probleme, gegen die er Lösungen anbietet. Was bringt es, wenn am Ende vom Geld immer mehr Monat übrig ist und in den Nachrichten erzählt wird, wie niedrig doch die Inflation ist?

EZB und FED sind sich einig

2 Prozent. Das ist das große Ziel der Notenbanken. Ob auf der anderen Seite des Teichs oder in Europa. Egal wer den Mund auf macht, ob Draghi oder Powell – wir hören immer die magische 2.

Und die Jungs haben richtig zu kämpfen, wenn sie die 2 Prozent schaffen wollen. Denn so, wie die neue Inflation berechnet wird, kommen wir da auf keinen grünen Zweig. Da ist es für Sie als Verbraucher natürlich richtig angenehm, wenn die Stromkosten oder das Benzin nicht mehr bei der Inflation so gewichtet werden wie früher. Dann merken Sie das nur noch beim Bezahlen.

Deflation oder Inflation?

Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Noch so ein magischer Ausdruck. An dem liegt es in letzter Zeit häufiger, dass die Inflation nicht richtig anspringt. Denn auch wenn die Notenbanken Geld drucken, als gäbe es kein Morgen mehr, zirkuliert dieses Geld nicht im Markt. Wenn die Leute dank Corona kaum Geld ausgeben, nicht Essen gehen und weniger Shopping betreiben, dann bleibt das Kapital in denselben Händen und bewegt sich nicht.

Insofern spielen wir dann eher die Deflation. Doch was ist, wenn sich die Vorzeichen umkehren? Was, wenn plötzlich das Thema Corona vom Tisch ist – vielleicht nach der Bundestagswahl? Können die Leute dann mit beiden Händen Geld ausgeben, erhöht sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und damit springen wir dann von Deflation auf Inflation.

Dann ziehen gleichzeitig die Notenbanken Ihre Gelder aus dem Markt, weil die Wirtschaft jetzt auf eigenen Beinen stehen kann und schon haben wir eine Inflation, die sich gewaschen hat. Das wird die Aktienmärkte auch in ihre Schranken weisen und die Rendite am Kapitalmarkt anfeuern. Alles schlechte Nachrichten für die Aktienpreise.

Soweit sind wir natürlich noch nicht. Aber die Dominosteine sind schon aufgestellt. Lassen Sie einmal den richtigen umkippen, dann haben wir wieder richtig Action an den Märkten und der VIX explodiert. Früher oder später ist dieses Szenario realistisch. Nur das Timing ist schier unmöglich. Wer will heute wissen, wann der Stecker gezogen wird?

Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Cashquote hochhalten. Dann können Sie bei deutlichen Rücksetzern auch günstig einkaufen. Wer jetzt voll investiert ist, muss dann eventuell eine größere Durststrecke lang zusehen, bis die Kurse neue Allzeithochs machen.

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Alles wartet auf die FED! Danach kann der Markt kippenMeist laufen die Kurse in den 24 Stunden vor der FED-Sitzung nach oben und danach wird abverkauft, weil die FED nicht geliefert hat, was der Markt wollte. › mehr lesen


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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