Scout24 steht vor einem Milliardenerlös

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Das Kleinanzeigenportal Scout4 kann auf Milliardenerlös hoffen. (Foto: Phongphan / Shutterstock.com)

Inzwischen scheint sich zu konkretisieren, was Sie an dieser Stelle bereits mehrfach gehört haben. Der Kleinanzeigenportalbetreiber Scout24 könnte sich von einem seiner Verkaufsportale trennen. In diesem Fall darf das Unternehmen mit einem Verkaufserlös in Milliardenhöhe rechnen.

Gleich mehrere Bieter im Rennen

Das geht aus den Berichten der Nachrichtenagentur Reuters hervor, die von Einnahmen in Höhe von mehr als 2 Milliarden Euro ausgeht. Angabe gemäß liegen für das Ihnen sicherlich bekannte Portal Autoscout24 mehrere unverbindlichen Kaufangebote vor, die zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro liegen. Reuters beruft sich dabei auf mehrere, mit dem Bieterprozess vertraute Personen.

Unter den Bietern für Autoscout24 befinden sich neben der britischen Private-Equity-Gesellschaft Permira, hierzulande durch die schlagzeilenträchtigen Übernahmen von Hugo Boss, Leica und Rodenstock bekannt, mindestens drei weitere Beteiligungsgesellschaften. Apax Partners, der Eigentümer der Bundesdruckerei, sowie die US-Unternehmen Carlyle und Hellman & Friedman. Letztere war übrigens noch im Frühjahr dieses Jahres mit einem Übernahmeangebot für den gesamten MDAX-Konzern gescheitert.

Auch für strategische Investoren interessant

Genannt wurde auch die Berliner AUTO1 Group, der nach eigenen Angaben größte Gebrauchtwagenhändler Europas, als potenzieller Übernahmekandidat. Das Unternehmen wurde zwar erst im Jahr 2012 gegründet, gilt jedoch seit dem Einstieg der japanischen Softbank Anfang 2018, die das Unternehmen mit sage und schreibe 2,9 Milliarden Euro bewertet hat, als das am höchsten bewertete, nicht börsennotierte Start-Up in Europa. Damit könnte AUTO1, mit dem Großaktionär Softbank im Rücken, durchaus als Käufer für das deutlich größere Autoscaout24-Portal in Frage kommen

Als eher unwahrscheinlich gilt dagegen ein Einstieg des Medienkonzerns Axel Springer. Auch dieser wird von einem milliardenschweren Beteiligungsgesellschaft unterstützt, von KKR. Allerdings gehen Marktbeobachter davon aus, dass der Bildzeitungs-Konzern erst die eigenen Hausaufgaben machen müsse.

Unterstützung für den Aktienkurs

Unabhängig davon, wer letzten Endes das Rennen machen wird: Durch Gerüchte steigt der Druck auf den Vorstand, sich nun doch mit einem Verkauf der Autosparte zu beschäftigen. Denn wenn die kolportierten Verkaufserlöse zutreffen, würde die Scout24-Gruppe aus dem Verkauf ihrer Beteiligung mehr als 40% ihrer Marktkapitalisierung zu Geld machen.

Was deutlich macht, dass der Verkauf bei den Anlegern gut ankommen würde. Kein Wunder, dass der Vorstand derzeit nach eigenen Angaben in eine „Phase der strategischen Analyse“ eingetreten ist und alle Möglichkeiten prüfen will. Gut möglich, dass das Ergebnis schon vor dem Capital Markets Day am 26. November durchsickern. Für Scout24 bleibt es damit eine spannende Zeit.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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