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Sixt verkauft Leasingsparte und kauft eigene Aktien zurück

Inhaltsverzeichnis

Es gibt aktuelle Nachrichten von Deutschlands größter Autovermietung, der Sixt SE mit Sitz in Pullach bei München: Das Unternehmen trennt sich von den Anteilen seiner börsennotierten Tochtergesellschaft Sixt Leasing.

Käufer ist die Hyundai Capital Bank Europe GmbH (HCBE), ein Joint Venture der Santander Consumer Bank Aktiengesellschaft und der Hyundai Capital Services Inc.

Übernahmevereinbarung unterzeichnet

Sixt hat mit der HCBE einen Kaufpreis von 18 Euro vereinbart. Sollte der Übernahmedeal noch vor der Hauptversammlung der Sixt Leasing SE am 23.06.2020 abgeschlossen werden, erhält Sixt SE zusätzlich zum vereinbarten Kaufpreis noch die für das Geschäftsjahr 2019 fällige Dividende von 0,90 Euro.

Der Kaufpreis bedeutet für Sixt einen Erlös von insgesamt 163,4 Mio. Euro für ihren Mehrheitsanteil von 41,9%. Den restlichen freien Aktionären von Sixt Leasing hat die HCBE ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu denselben Konditionen unterbreitet.

Die Übernahme kommt zustande, wenn eine festgesetzte Annahmequote von mindestens 55% aller Aktien der Sixt Leasing SE erreicht wird. Es würde mich sehr wundern, wenn die noch fehlenden 13,1% der freien Sixt-Leasing-Papiere (das Sixt-SE-Aktienpaket von 41,9% ist ja bereits angedient) nicht erreicht werden können.

Konzentration auf das Kerngeschäft

Durch den Verkauf setzen wir ganz bewusst auf den konsequenten Ausbau unseres Kerngeschäftes und konzentrieren uns noch stärker als zuvor auf die wachstums- und innovationsgetriebene Weiterentwicklung unserer neuen Mobilitätsdienste, die Digitalisierung unseres Unternehmens sowie insbesondere die internationale Expansion in den USA und Westeuropa, so Alexander Sixt, Vorstand der Sixt SE.

Etwas anders formuliert: Das Leasing-Geschäft war in letzter Zeit das Sorgenkind des Sixt-Konzerns. Im Vergleich dazu haben sich die anderen Geschäftsbereiche überaus erfreulich entwickelt. Da ist ein Verkauf der schwächelnden Leasingsparte, insbesondere zu den oben genannten sehr guten Konditionen, aus meiner Sicht sehr konsequent.

Aktienrückkauf-Programm gestartet

In dieser Woche gab Sixt darüber hinaus bekannt, dass das Unternehmen ein Aktienrückkauf-Programm gestartet hat. Sixt will dabei maximal 80.000 Vorzugsaktien der Gesellschaft erwerben. Hierfür stellt das Unternehmen insgesamt bis zu 2,8 Mio. Euro (ohne Erwerbsnebenkosten) zur Verfügung.

Der Rückkauf erfolgt ausschließlich im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Aktion erfolgt ausschließlich zum Zweck der Erfüllung von Verpflichtungen der Gesellschaft auf Zuteilung von Aktien an Mitarbeiter und Angehörige der Verwaltungs- bzw. Leitungsorgane der Gesellschaft.

Einschätzung zur Sixt-Aktie

Das Coronavirus, das derzeit die Reise- und Touristikbranche ausbremst und auch zu etwas deutlicheren Kursrückgängen bei der Sixt-Aktie führte, wird aus meiner Sicht zu stark eingepreist und auch nur ein vorübergehender Belastungsfaktor sein.

Mittel- bis langfristig ist Sixt meines Erachtens gut aufgestellt. Daher könnte der jüngste Rücksetzer eine gute Einstiegsgelegenheit bei Sixt sein. Die Millionen-Einnahmen durch den Verkauf der Anteile an der Leasing-Tochter könnten ganz oder teilweise als Sonderdividende ausgeschüttet werden und damit die ohnehin schon hohe dividendenrendite von Sixt (insbesondere der Vorzugsaktie) noch weiter nach oben treiben.