Die besten Trader – so erkennt man sie

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„Die besten Trader haben graue Haare.“ Was unsinnig klingt, hat einen ernsthaften Hintergrund, zeigt unser Börsenexperte Rainer Heißmann. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Die besten Trader sind die mit den grauen Haaren.”

Augenzwinkernd ich füge hinzu:

“Dabei sind die von grau auf dunkel gefärbten Haare auch erlaubt und alternativ seien auch ausgefallene statt grauer Haare als ein Zeichen für die Zugehörigkeit zu den besten Tradern genannt.”

Die Haarlänge spielt jedoch keine Rolle.

Der ernsthafte Hintergrund

Bevor Sie nun wegklicken, weil Sie denken mögen, “Was erzählt der denn für einen Blödsinn und wie will er Haarfarbe, aber nicht Haarlänge, in Bezug zum erfolgreichen Traden bringen!?”, hier der ernsthafte Hintergrund:

Oft wird gesagt, 80 bis 90% der Trader gehen pleite

Wenn Sie im Internet mit den Stichworten „Trader“ und „pleite“ suchen, finden Sie unter anderem diese Aussagen:

„Warum 95% der Trader Pleite gehen …“ / „Warum 80% der Trader Pleite gehen …“ / „Darum verlieren 95% der Trader …“ / „90% aller Trader verlieren.“

Diese Zahlen um die 80 bis 90% kursieren immer wieder. Ob sie stimmen, kann ich nicht sagen.

In Börsenforen sind auf jeden Fall nur selten „Dinos der Börse“ anzutreffen. Fakt ist auch, dass sich die Spreu vom Weizen trennt, sobald es an der Börse zu Turbulenzen bzw. Crashs kommt – und die gibt es leider immer wieder…

Das sind die besten Trader

In den Crashs 2000 bis 2003 und 2008 / 2009 habe ich so manchen Anleger erlebt, der entnervt aufgegeben hat oder – schlimmer noch! – dessen Depot es geschreddert hat.

Ich kenne aber keinen Investor, welcher die Crashs oder Markt-Turbulenzen der Jahre 1987, 1997, 1998 und 2000 – 2003 überlebt hat und der nicht auch aus dem Crash der Jahre 2008 / 2009 halbwegs heil oder gar mit Gewinn herausgegangen ist.

Die genannten Crashs:

1987: Am schwarzen Montag, am 19.10.1987, stürzte der Dow Jones innerhalb weniger Stunden um 22,6% ab. Der DAX 30 Index verlor im Oktober 1987 knapp 40%.

1997: Asien-Krise

1998: Russland-Krise

2000 bis 2003: Crash der Internetblase

2008 / 2009: Finanzkrise

In dem Buch Narren des Zufalls von N. N. Taleb fand ich die Aussage:

„Wenn sich Rahmenbedingungen ändern, werden die Ältesten überleben, schlicht und einfach, weil ältere Menschen seltenen Ereignissen länger ausgesetzt waren und sich überzeugend dagegen resistent erweisen können.“

Diese Aussage von Taleb war auch auf die Börse bezogen und lässt sich konkretisieren:

Wenn sich die Märkte ändern, werden die Anleger mit der längsten Erfahrung überleben, schlicht und einfach, weil erfahrene Anleger Änderungen und Crashs länger und öfter ausgesetzt waren und diese erfolgreich überstanden haben.

Die besten Trader sind also die mit langer Börsen-Erfahrung.

Warum die besten Trader graue Haare haben

Wer beim ersten von mir genannten Crash, also im Jahr 1987, aktiv war und börsentechnisch „überlebt“ hat oder sogar mit Gewinn aus dem Crash hervorging, der sollte seinerzeit mind. um die 25 bis 30 Jahre alt gewesen sein und ist heute ca. 55 Jahre alt oder älter – und hat (früher oder später) graue Haare.

In dem oben genannten Buch heißt es:

„Graue Haare signalisieren eine bessere Überlebensfähigkeit, denn wenn jemand den Lebensabschnitt erreicht, in dem er ergraut, hat er sich wahrscheinlich den Wechselfällen des Lebens gegenüber als widerstandsfähiger erweisen.“

Wer langfristig an der Börse erfolgreich ist, hat viel Erfahrung und (meist) graue Haare.

Ich meine, das ist ein Kriterium, auf das Sie achten sollten, wenn Sie den Tipps und Ratschlägen von Börsianern folgen!

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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.

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