Trend-Linien immer richtig ziehen – so geht’s

Mann Kurse Zettel Rechner Tisch – Rawpixel.com – shutterstock_613049738

Wenn Sie 2 einfache Regeln beachten, zeichnen Sie Trend-Linien künftig immer korrekt. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Die Analyse von Charts wird von Menschen, die dem Thema weniger zugeneigt sind, gerne als „nicht exakte Wissenschaft“ abqualifiziert.

Eines der Argumente lautet, dass dabei nicht konkret in Zahlen gerechnet werde.

Bewertungs-Kennziffern wie beispielsweise Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder Dividendenrendite lassen sich für jede Aktie eben rechnerisch exakt ermitteln.

Besonders beliebt bei den Gegnern der Chartanalyse: Die von den Charttechnikern eingezeichneten Trend-Linien, die ja wohl eher willkürlich gezogen würden. Das erzeuge dann regelmäßig reichlich „Interpretations-Spielraum“.

Nun, wenn ich „fremdanalysierte“ Charts betrachte, dann muss ich hin und wieder zugeben, dass dieses Argument in der Tat stichhaltig ist. Das muss jedoch nicht zwangsläufig so sein.

Denn: Tatsächlich gibt es eine einfache Methode, mit der Sie Trend-Linien STETS systematisch – und damit zugleich korrekt sowie konsistent – einzeichnen.

Wie Sie das auch hinbekommen können, zeige ich Ihnen gleich. Zunächst aber noch kurz zu 2 erheblichen Vorteilen der Chartanalyse:

2 wesentliche Vorteile der Chartanalyse

2 grundsätzliche Vorteile der Chartanalyse lassen sich jedoch auch von den reinen Verfechtern der Fundamental-Analyse nicht wegdiskutieren:

  • Für die meisten Menschen ist es einfacher, in visueller Form zu denken – ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte.
  • Charts sind IMMER aktuell! Während die Fundamental-Analyse mit bis zu 1 Jahr alten Bilanzdaten rechnet, drücken sich neue Entwicklungen im Unternehmen oder veränderte Erwartungen der Investoren unmittelbar im Kurs einer Aktie aus.

2 Regeln zum Einzeichnen von Trend-Linien

Doch nun wieder zurück zu den Trend-Linien:

Sie bilden eines der einfachsten Hilfsmittel in der Chartanalyse. Trend-Linien zeigen objektiv an, ob eine Aktie auf- oder abwärts tendiert:

Ein Aufwärtstrend definiert sich dadurch, dass jedes erreichte Hoch über dem vorhergehenden liegt.

Ein Abwärtstrend wird dementsprechend dadurch bestätigt, dass ein neu erreichtes Tief unter dem vorhergehenden notiert.

Mit dem Einzeichnen einer Trend-Linie unterstreichen wir den vorherrschenden Trend sozusagen auch optisch.

Doch wie zeichnen Sie nun eine Trend-Linie „korrekt“ in einen Chart ein? Dazu gibt es eine einfache Methode, die logisch aufgebaut ist und daher systematisch und eben konsistent angewandt werden kann:

  • Um eine Aufwärtstrend-Linie einzuzeichnen, wird eine Linie vom untersten Tiefpunkt bis zum signifikant höchsten Tiefpunkt gezogen, der dem höchsten Hochpunkt vorausgeht.
  • Um eine Abwärtstrend-Linie einzuzeichnen, wird eine Linie vom obersten Hochpunkt bis zum signifikant tiefsten Hochpunkt gezogen, der dem tiefsten Tiefpunkt vorausgeht.

Übung macht den Meister

Das klingt schwieriger als es tatsächlich ist. Und je öfter Sie Trend-Linien nach exakt diesen Regeln einzeichnen, umso eher geht Ihnen diese Vorgehensweise in Fleisch und Blut über.

Schneidet die Trend-Linie den Kursverlauf, der hinter dem höchsten Hoch liegt, dann ist dies ein Indiz dafür, dass ein Trend-Wechsel in der Luft liegt. In der Praxis sieht das dann so aus:

dax 30-trend-linien richtig eingezeichnet-18-06-2015

So zeichnen Sie Trend-Linien stets korrekt und mit System.

Alle eingezeichneten Linien sind korrekt gezeichnete Trend-Linien entsprechend den oben genannten Regeln.

Auch die blaue Linie ist, oder besser gesagt: war lange Zeit korrekt. Als sie nach unten durchbrochen wurde (blauer Kreis), lag ein Trend-Wechsel in der Luft.

Das änderte sich jedoch in dem Moment, als der DAX 30 ein neues Hoch erreichte (gelber Kreis). Ab diesem Zeitpunkt musste die Trend-Linie neu justiert werden.

Die hier gezeigte Methode zum Zeichnen von Trend-Linien ist einfach, systematisch und daher auch konsistent.

Durch diese Vorgehensweise verhindern Sie, dass Sie Trend-Linien entsprechend Ihrem eigenen Wunschdenken zeichnen.

Probieren Sie es aus! Sie werden sehen: Es ist kinderleicht!

Mann Kurse Zettel Rechner Tisch – Rawpixel.com – shutterstock_613049738

Wall Street taumelt – diese Aktie gewinnt +11%!Mit den richtigen Aktien im Depot verdienen Sie auch in miesen Börsenzeiten Geld. Und hier ist noch weit mehr drin! › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz