Stammaktien und Vorzugsaktien: Kaufen Sie Top-Aktien mit Rabatt

Aktiendepot übertragen

Die Unterschiede zwischen Stamm- und Vorzugsaktien können Ihnen interessante Gewinnchancen bieten. (Foto: MQ-Illustrations | Adobe Stock)

Falls Sie hohe Börsengewinne anstreben, müssen Sie nicht zwangsläufig höhere Risiken eingehen. Es gibt auch in dieser Marktphase noch „vergessene“ Aktien, die ein hohes Kurs-Potenzial aufweisen. Denn: Einige deutsche Unternehmen sind mit zwei Aktiengattungen (Stammaktien und Vorzugsaktien) an der Börse vertreten, die aber nicht das gleiche Preis- und Bewertungsniveau aufweisen.

Wenn die Kursunterschiede zwischen den Aktiengattungen ungewöhnlich hoch sind, deutet das darauf hin, dass eine Aktiengattung gerade besonders begehrt ist (zum Beispiel aufgrund einer geplanten Übernahme), oder eine Aktiengattung von den Anlegern kurzzeitig vernachlässigt wird.

Oft startet die günstigere Gattung eine Aufholjagd

Beide Erklärungen sprechen dafür, dass die günstigere Gattung eine Aufholjagd starten wird – und das relativ unabhängig vom Gesamtmarkt. Ein Beispiel, das Ihnen zeigt, wie absurd groß kurzfristig ein Bewertungsunterschied sein kann: Die Vorzugsaktie von Fuchs Petrolub notiert aktuell bei 42 Euro, die Stammaktie dagegen nur bei 32 Euro.

In der Vergangenheit war der Kursunterschied oft deutlich kleiner. Da die Vorzugsaktien von Fuchs liquider und im MDax vertreten sind, ist ein Bewertungsaufschlag von 10 bis maximal 20% angemessen. Eine Bewertungslücke von über 30% zeigt dagegen an, dass die Stämme aktuell deutlich zu niedrig bewertet sind und an der Börse “vergessen” wurden. Blicken wir nun auf die beiden Aktiengattungen.

Stammaktien: Das Stimmrecht ist heiß begehrt

Stammaktien besitzen – im Gegensatz zu den Vorzugsaktien – auf der Hauptversammlung ein Stimmrecht. Wer auf der Hauptversammlung die meisten Stimmen hat, kann den Kurs des Unternehmens bestimmen. Wird eine Übernahme geplant, muss sich der Investor die Stimmrechte sichern.

Daher wird ein Aufkäufer zunächst die Stammaktien einsammeln und ist im Regelfall bereit, eine Prämie für das Stimmrecht zu zahlen. Bei Unternehmen mit Übernahmephantasie notieren die Stammaktien oft deutlich höher als die Vorzugsaktien.

Ein zusätzlicher Grund für die oft höhere Bewertung der Stammaktien: Einige Fonds legen feste Anlageregeln fest. So kommt es vor, dass Fondsmanager grundsätzlich nur Aktien mit Stimmrecht kaufen dürfen. Daher ist die Nachfrage nach Stammaktien größer. Eine höhere Nachfrage führt zu höheren Preisen.

Vorzugsaktien: Die unterschätzte Aktiengattung

Ein höherer Kurs bedeutet jedoch nicht automatisch eine bessere Performance (also höhere Gewinne). So erhalten Besitzer von Vorzugsaktien als Ausgleich für das fehlende Stimmrecht eine höhere Dividende.

Diesen „Mehrertrag“ sehen Sie nicht im Kursverlauf, wohl aber auf Ihrem Depot-Konto. Bei der Bewertung von Stamm- und Vorzugsaktien muss daher immer die Gesamtperformance (Kursveränderung und erhaltene Dividendenerträge) betrachtet werden.

Morgen steigen wir in einer Fortsetzung noch einmal etwas tiefer in die Unterschiede zwischen Stamm- und Vorzugsaktien ein und ich nenne Ihnen neben Fuchs Petrolub einige weitere Beispiele für deutsche börsennotierte Unternehmen, die mit beiden Aktiengattungen an der Börse vertreten sind.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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