Studie zeigt: Krisen dämpfen Übernahmen und Fusionen

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Aktuell befinden wir uns in unsicheren Zeiten. Anders ausgedrückt jagte aktuell eine Krise die andere. Noch ist die Corona-Pandemie, die Lockdowns und Unterbrechungen der weltweiten Lieferketten zur Folge hatte, nicht überwunden.

Durch Putins Überfall auf die Ukraine wurden weitere Krisen ausgelöst. So haben die europäischen Sanktionen gegen Russland zu einer Krise auf den Energiemärkten und hoher Inflation geführt.

All diese Unsicherheiten haben massive Auswirkungen auf die Märkte. Auch die Zahl der Fusionen und Übernahmen bzw. M&A-Aktivitäten ist von den vielen Krisen nicht unberührt geblieben.

Kein Wunder, stellen Milliarden-Übernahmen doch ein großes Investment dar. In unsicheren Zeiten tendieren Unternehmen und Investoren aber zur Vorsicht. Immer häufiger werden langfristig geplante Deals verschoben oder gar abgebrochen. Aber keine Sorge: noch finde ich spannende Deals, von denen ich Ihnen berichten kann.

PWC-Studie zeigt: Deals im Transport- und Logistikbereich rückläufig

In einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie hat das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers Deutschland (PWC) die Auswirkungen der aktuellen Krisen auf die M&A-Aktivitäten im Bereich der Transport- und Logistikbranche untersucht.

Um es vorwegzunehmen: Ergebnis der Studie ist, dass die aktuellen Unsicherheiten die M&A-Euphorie in der Transport- und Logistikbranche spürbar eingedämpft, aber nicht zum Erliegen gebracht haben.

„2021 war ein Rekordjahr für M&A-Aktivitäten in der Branche; die Fusionen und Übernahmen in der ersten Jahreshälfte 2022 bewegen sich noch immer auf einem vergleichsweise stabilen Niveau“, so Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport & Logistik bei PwC Deutschland.

Anzahl der Deals sinkt leicht – Deal-Volumen auf Rekordniveau

Konkret werden in der PWC-Studie für das erste Halbjahr des laufenden Jahres 129 Deals im Bereich Transport und Logistik genannt. Dieser Wert liegt allerdings nur leicht unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 134 Fusionen und Übernahmen pro Halbjahr.

Allerdings erreichte das Deal-Volumen im 1. Halbjahr 2022 mit knapp 126 Mrd. US-Dollar (USD) den höchsten Wert für ein Halbjahr seit 2017. Maßgeblichen Anteil am hohen Deal-Volumen hatte die Übernahme der italienischen Atlantia-Gruppe durch Blackstone und die italienische Benetton-Familie für 52 Mrd. USD, über die ich Ihnen im April berichtet habe.

Insgesamt wurden laut PWC zwischen Januar und Juni 2022 in der Transport- und Logistikbranche weitere 18 Transaktionen mit einem Volumen über einer Mrd. US-Dollar – sogenannte Mega-Deals – angekündigt. Im gesamten Jahr 2021 hatte es insgesamt 47 Mega-Deals gegeben.

Insbesondere China schwächelt

Besonders schwach schneidet China in der M&A-Halbjahresbilanz ab. So waren im ersten Halbjahr 2022 chinesische Transport- und Logistikunternehmen nur an 15% aller weltweiten Deals beteiligt.

Die M&A-Aktivitäten mit chinesischer Beteiligung im Bereich des Transport- und Logistikgewerbes fiel damit auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren.

Zukunft der M&A-Aktivitäten grundsätzlich positiv

Die Prognose für die weitere Entwicklung der M&A-Aktivitäten in der Transport- und Logistikbranche in der 2. Jahreshälfte sehen die Experten von PWC aber grundsätzlich positiv – sofern sich die geopolitische Lage nicht weiter verschärft.

So geht Studienleiter Ingo Bauer davon aus, dass die „M&A-Aktivitäten auf dem aktuellen Niveau stabil bleiben könnten, auch wenn diese Prognose mit Unsicherheiten behaftet ist.“

„Sowohl Unternehmen als auch Finanzinvestoren verfügen nach wie vor über ausreichend Kapital, um weltweite Deals zu finanzieren. Mit Blick auf die sinkenden Bewertungen der Targets ergeben sich so auch in Zukunft zahlreiche Chancen für erfolgreiche Fusionen und Übernahmen“, so Bauer weiter.