Süße Versuchung fürs Depot

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Bestimmte Titel und Branchen sind auch in der Krise robust und vielversprechend. Wir nehmen einen Klassiker für Sie unter die Lupe! (Foto: Craig Russell / Shutterstock.com)

Gegessen und getrunken wird immer! Diese Binsenweisheit soll bewusst nicht als Argument für Aktien aus dem Bereich Lebensmittel und Getränke dienen. Warum? Die Sparte unterliegt inzwischen ebenfalls einem Wandel: Menschen ernähren sich anders und legen Wert auf Gesundheit. Was über Jahrzehnte lecker und gefragt war, ist heute bereits verpönt und liegt in den Regalen. Lebensmittel-Multis wie Nestlé müssen auf solche Veränderungen des Marktes reagieren.

Je nachdem wie das gelingt, entwickelt sich auch die Aktie. Wie es um Nestlé genau steht, erfahren Sie in unserem Artikel. Doch zunächst ein paar Eckdaten: 1866 von einem deutschen Apotheker gegründet, ist Nestlé heute der größte Schweizer Industriekonzern und weltweit die Nummer 1 unter den Nahrungsmittelherstellern. Mit mehr als 2.000 Produkten ist Nestlé in 190 Ländern vertreten. Die Palette der Markenartikel umfasst Getränke, Milch- u. Diätprodukte, Babynahrung, Cerealien, Schokolade, Süßwaren, Konserven, (Tiefkühl-)Fertiggerichte und Tierfutter.

Optimierungsmaßnahmen zeigen erste Erfolge

Die Konzentration auf schnell wachsende und hoch profitable Produkte zahlt sich allmählich aus. Nestlé hat im vergangenen Jahr seine Ziele erreicht. Zwar ist der Umsatz tatsächlich nur um 1,2% gewachsen, organisch aber um 3,5%. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich von 17 auf 17,6%, und der Gewinn stieg auch aufgrund des Erlöses aus dem Verkauf der Hautpflegeprodukte (Skin Health) um 24,4%. Im laufenden Jahr soll sich das profitable Wachstum fortsetzen.

Das angestrebte Ziel von rund 5% organischen Umsatzwachstums dürfte der Konzern aber frühestens erst 2021 erreichen. Um gleichzeitig die Profitabilität Richtung 18,5%-Marge zu verbessern, hat Nestlé Ende Januar den Verkauf des US-Speiseeis- Geschäfts abgeschlossen. Der Verkauf eines 60%-Anteils an den Herta-Wurstwaren soll noch im 1. Halbjahr über die Bühne gehen. Die restlichen 40%, das Geschäft mit vegetarischen Produkten, will Nestlé behalten und weiterentwickeln.

Zudem hat der Konzern in der schwächelnden Wasser-Sparte Optimierungsmaßnahmen eingeleitet. Die Sparten Kaffee, Säuglingsnahrung und Produkte für Heimtiere, die schon jetzt operative Margen von mehr als 20% erzielen, werden weiter ausgebaut, auch durch Zukäufe.

Darum ist Nestlé eine Überlegung wert!

Aufgrund des hohen freien Cashflows ist Nestlé finanzstark genug, um sich externes Wachstum leisten zu können. Auch die Aktionäre kommen nicht zu kurz. An sie flossen 2019 rund 16,9 Mrd SFr in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen. Im Januar startete ein neues Rückkaufprogramm im Umfang von 20 Mrd SFr, das bis Ende 2022 läuft. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei rund 2,6%. Für uns überwiegen bei Nestlé die Vorteile. Sie können sich die Aktie also getrost ins Depot legen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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