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Ukraine-Konflikt: Das sind die wirtschaftlichen Folgen für Russland

Ukraine-Konflikt: Das sind die wirtschaftlichen Folgen für Russland
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Vielleicht kommt heute politisch Bewegung in den aktuellen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Immerhin treffen sich heute der russische Präsident Putin und sein ukrainischer Amtskollege Poroschenko in der weißrussischen Hauptstadt Minsk – also auf einem neutralen Boden. Im Vorfeld hat der ukrainische Präsident Poroschenko auf jeden Fall Fakten geschaffen und das Parlament aufgelöst und damit den Weg für Neuwahlen freigemacht.

Spätestens seit den westlichen Sanktionen gegenüber Russland hat dieser Konflikt auch eine wirtschaftliche Komponente. Und die Frage ist doch: Wie stark wird Russland aktuell von diesem Konflikt wirtschaftlich eingeschränkt? Dazu haben die Research-Experten der Commerzbank in diesen Tagen einige Überlegungen angestellt.

Experten sicher: Russland wird auf jeden Fall unter den Sanktionen leiden

Ein Fazit lautet ganz deutlich: „Wegen der globalen Verflechtungen in der modernen Welt kann sich keine Volkswirtschaft gut entwickeln, die durch Sanktionen isoliert ist. Dies gilt erst recht für die russische, die in hohem Maß von Energieexporten abhängt. Daher erwarten wir für die zweite Jahreshälfte ein deutliches Nachlassen beim Wirtschaftswachstum.“

Diese Sätze bringen es ganz deutlich auf den Punkt: Russland leidet schon jetzt unter den Sanktionen. Doch nicht alle Aspekte der vergangenen Monate sind so negativ zu sehen. Das liegt vor allem auch an der Rubelschwäche. Immerhin hat die Währung seit Jahresanfang rund 16% an Wert verloren.

Das stärkt ohne Frage die russische Exportwirtschaft, denn die Ausfuhren werden auf dem internationalen Markt konkurrenzfähiger. Und auch wenn für einige Branchen die Exporte durchaus beschränkt sind, so läuft der Handel zwischen Russland und China aktuell ganz normal weiter.

Zudem hat die Regelung schon jetzt Hilfen für angeschlagene Branchen wie die Landwirtschaft angekündigt. Und durch die Einschränkungen im Kapitalverkehr wird nach Ansicht der Commerzbank wohl auch der russische Bankensektor gestärkt: Diese Finanzinstitute dürften eben von einer Steigerung des Marktanteils bei den Firmenkunden profitieren, weil eben ausländische Kapitalgeber nicht mehr zur Verfügung stehen.

Commerzbank erwartet noch Miniwachstum von 0,5% für Russland

Immerhin rechnet die Commerzbank trotz der vielen Einschränkungen für das laufende Jahr noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5%. Für 2015 sind dann auch wieder 1,5% Wachstum drin. Um das Ziel zu erreichen, müssten aber auch die Rohstoffpreise wieder deutlich zulegen. Das ist eine extrem wichtige Komponente für Russland.

Für den Aktienmarkt gilt aber aktuell: Trotz der Kursrückgänge seit Jahresanfang bietet sich aktuell noch kein Einstieg an, denn die Risiken für den russischen Markt sind noch sehr groß. Das gilt vor allem auch für die Energiewerte. Hier ist das komplette Ausmaß der Sanktionen noch gar nicht absehbar. Zudem ist es eben auch möglich, dass Russland seinerseits im kommenden Winter den schon oft zitierten „Gashahn“ für Europa zudreht. Und dann wird es auch für uns in Deutschland ungemütlich.