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Adobe-Aktie trotz zurückhaltender Prognose mit Kursplus

Inhaltsverzeichnis

In diesem Jahr hatten die Anleger bislang keine Freude an der Aktie des Softwarespezialisten Adobe. Seit dem Jahreswechsel verloren die Papiere beinahe 50% an Wert. Doch so negative die jüngste Kursentwicklung ist, das Management sendete auf einer Investorenpräsentation in dieser Woche auch einige Lichtblicke. Neben der bekräftigten Prognose für das Schlussquartal wagte der US-Konzern auch eine Prognose für das kommende Geschäftsjahr.

Adobe Systems – feste Größe in der Softwareindustrie

Aus der Softwareindustrie ist Adobe Systems kaum mehr wegzudenken. Der Konzern bietet Software, mit deren Hilfe Kunden digitale Inhalte erstellen, veröffentlichen und die Wirkung messen können. Zum Angebot gehören Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme, Audio- und Videoschnittsysteme und Webanalyse-Tools.

Einige der bekanntesten Produkte sind Photoshop, Acrobat, Flash und Dreamweaver. Die Software von Adobe Systems wird an Hardwarehersteller, Softwareentwickler und Dienstleister sowie an Individualkunden und die Werbeindustrie geliefert.

Langfristig beeindruckende Erfolgsgeschichte

In den vergangen Jahren ist der Konzern stark gewachsen. Seit 2006 haben sich die Umsätze auf zuletzt 15,78 Milliarden Dollar mehr als versechsfacht. Gleichzeitig sind die Gewinne von 506 Millionen Dollar auf 4,8 Milliarden Dollar angestiegen. Weltweit beschäftigt der Konzern inzwischen mehr als 25.000 Mitarbeiter.

Umstellung auf Cloud-Geschäftsmodell sorgt für sprudelnde Gewinne

Seit dem Jahr 2013 ist Adobe sehr erfolgreich auf das cloudbasierte Geschäftsmodell umgestiegen. Das bedeutet, dass die Software nicht mehr verkauft, sondern langfristig vermietet wird. Der Konzern vertreibt also Abonnements an seine Kunden und kann sich über wiederkehrende und langfristig gewinnträchtigere Einnahmen freuen.

Dadurch konnte die Gewinnmarge in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden. Lag die Gewinnmarge (Nettogewinn in Relation zum Umsatz) in 2014 bei 6,47%, erzielte Adobe 2021 (Anm.: Das Geschäftsjahr endet bei Adobe immer am 30. November) eine beeindruckend hohe Gewinnspanne von 30,5%.

Prognose für Schlussquartal bestätigt

Für das Schlussquartal hat Adobe seine Ziele zuletzt bekräftigt. Dabei soll der Umsatz im Digital Media Segment um rund 10% und in der Sparte Digital Experience um rund 13% gegenüber dem Vorjahr zulegen. In Summe soll ein Umsatz von rund 4,52 Milliarden Dollar durch die Bücher gehen. Das Ergebnis je Aktie (US-GAAP) wird laut Firmenangaben bei 2,44 Dollar erwartet.

Dollarstärke dürfte in 2023 für Gegenwind sorgen

Für das kommende Jahr erwartet Adobe, dass die Wechselkurse und der starke US-Dollar das Umsatzwachstum um 4 % beeinträchtigen und die jährlich wiederkehrenden Einnahmen des Unternehmens im Bereich der digitalen Medien um etwa 700 Millionen Dollar nach unten korrigieren werden, so das Unternehmen. Zum Hintergrund: Adobe erwirtschaftet mehr als 40% seines Umsatzes im Ausland.

Unter dem Strich rechnet der US-Konzern mit einem Umsatz im Geschäftsjahr 2023 von etwa 19,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn, ohne Berücksichtigung einiger Posten (Non-GAAP), soll bei 15,45 Dollar pro Aktie liegen. Wichtig: Die Prognose beinhaltet nicht den Beitrag von Figma Inc., einen Produktdesign-Konkurrenten, den das Unternehmen letzten Monat für 20 Milliarden Dollar übernehmen wollte.

Fazit: Die bestätigte Prognose für das Schlussquartal dürfte einige Anleger beruhigt haben. Auf Basis der Analystenschätzungen (Quelle: Seeking Alpha) handelt die Aktie momentan mit dem 18-Fachen Kurs-Gewinn-Verhältnis (Basis 2023). Das liegt zwar unter dem 5-Jahresdurchschnitt, aber weiterhin über dem Sektor Median. Ob die Anleger dem Softwarekonzern zeitnah wieder eine höhere Bewertung zubilligen, werden erst die kommenden Monate zeigen.