Adobe Systems: Wie es nach den starken Zahlen weitergeht

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Adobe Systems mit stärkstem Quartal der Firmengeschichte: Softwarekonzern punktet mit hohen Gewinnmargen und schraubt Jahresprognose nach oben (Foto: jejim / shutterstock.com)

Wer dachte, dass der US-Softwarekonzern Adobe Systems langsam an seine Wachstumsgrenzen stößt, wurde gerade eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Der Konzern erzielte nämlich zuletzt höchsten Quartalsumsatz der kompletten Firmengeschichte. Zudem wurde für das Gesamtjahr die Prognose nach oben geschraubt. Der Aktienkurs liegt aber trotz der jüngsten Kurserholung rund 6% unter dem Niveau des Jahresbeginns.

Adobe Systems – feste Größe in der Softwareindustrie

Aus der Softwareindustrie ist Adobe Systems kaum mehr wegzudenken. Der Konzern bietet Software, mit deren Hilfe Kunden digitale Inhalte erstellen, veröffentlichen und die Wirkung messen können. Zum Angebot gehören Grafik- und Bildbearbeitungsprogramme, Audio- und Videoschnittsysteme und Webanalyse-Tools. Einige der bekanntesten Produkte sind Photoshop, Acrobat, Flash und Dreamweaver. Die Software von Adobe Systems Inc. wird an Hardwarehersteller, Softwareentwickler und Dienstleister sowie an Individualkunden und die Werbeindustrie geliefert. Die integrierten Softwarelösungen werden von Unternehmen aller Größen eingesetzt.

Langfristig beeindruckende Erfolgsgeschichte

In den vergangen Jahren ist der Konzern stark gewachsen. Seit 2006 haben sich die Umsätze auf 12,86 Milliarden Dollar verfünffacht. Gleichzeitig sind die Gewinne sogar um 940% auf 5,26 Milliarden Dollar angestiegen. Auch beim Börsenwert, der mittlerweile 224 Milliarden Dollar liegt, ist Adobe keine kleine Nummer mehr.

Umstellung auf Cloud-Geschäftsmodell macht sich bezahlt

Seit dem Jahr 2013 ist Adobe sehr erfolgreich auf das cloudbasierte Geschäftsmodell umgestiegen. Das bedeutet, dass die Software nicht mehr verkauft, sondern langfristig vermietet wird. Der Konzern vertreibt also Abonnements an seine Kunden und kann sich über wiederkehrende und langfristig gewinnträchtigere Einnahmen freuen. Dadurch konnte die Gewinnmarge in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert werden. Lag die Gewinnmarge (Nettogewinn in Relation zum Umsatz) in 2014 bei 6,47%, erzielte Adobe 2020 eine beeindruckend hohe Gewinnspanne von 40,88%.

Umsatz spring im Startquartal um 26% nach oben

Die hohe Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre hielt auch zum Jahresbeginn an. Im ersten Quartal, das bei Adobe bis Ende Februar geht, erhöhten sich die Umsätze auf 3,91 Milliarden Dollar (+26% vs. Q1 2020). Davon entfielen 2,9 Milliarden auf das Geschäftsfeld Digital Media, das unter anderem die Creative Cloud und Desktop Apps wie Photoshop und InDesign umfasst.

Der Sektor Digital Experience mit Angeboten wie Adobe Analytics und Marketo Engage steuerte 934 Millionen Dollar und damit 23,8% zu den Gesamtumsätzen bei. Das Publishing- und Werbegeschäft lag mit 112 Millionen Umsatz noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau, zeigt aber deutliche Erholungstendenzen.

Gewinn deutlich über Analystenschätzungen

Am Ende stand ein Gewinn 1,26 Milliarden Dollar beziehungsweise 3,14 Dollar je Aktie in den Büchern. Das lag nicht nur deutlich um 31,9% über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals, sondern auch signifikant über den Erwartungen der Analysten. Diese waren im Vorfeld der Zahlen lediglich von einem Gewinn je Aktie von 2,79 Dollar ausgegangen.

Jahresprognose nach oben geschraubt

Nach dem starken Jahresstart zeigen sich Kalifornier zuversichtlich und heben ihre Jahresprognose an:  Firmenboss Shantanu Narayen erwartet einen Jahresumsatz von 15,45 Milliarden Dollar (zuvor: 15,15 Mrd. Dollar). Das entspricht einem Umsatzanstieg von rund 20%. Auch beim Ergebnis will Adobe nochmals einen draufsatteln. Narayen stellt ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 11,85 Dollar in Aussicht. Das liegt nochmals gut 6% über der bislang angepeilten Firmenprognose und 17% über dem Vorjahresniveau.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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