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Aktienrückkäufe in den USA vor neuem Rekordwert

Aktienrückkäufe in den USA vor neuem Rekordwert
studio v-zwoelf | Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Nach einem aktuellen Bericht des Nachrichtendienstes Bloomberg haben amerikanische Unternehmen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres bereits Aktienrückkäufe in einem Gesamtvolumen von 1 Bio. US-Dollar durchgeführt. Das bedeutet ein Plus von 8% gegenüber dem Vorjahreswert.

Die Experten der US-Bank Goldman Sachs rechnen damit, dass in diesem Jahr in den USA für insgesamt 1,1 Bio. US-Dollar Aktien zurückgekauft werden. Das wäre das größte Volumen in der Geschichte des US-Aktienmarktes.

Doch warum kaufen Unternehmen eigene Aktien zurück, und was haben Sie als Aktionär davon? Das schauen wir uns jetzt hier im Schlussgong im Detail an.

So wirken sich Aktienrückkäufe aus

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsen-Sprache sagt man weniger brutal: „einzieht“), hat das mehrere positive Auswirkungen:

  1. Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmens-Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss. Selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie.
  2. Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt bei konstanter Ausschüttungssumme die Dividendenrendite.
  3. Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  4. Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Warum Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen

Die Vorteile für die Aktionäre habe ich Ihnen oben genannt. Es stellt sich jetzt die Frage, warum die Unternehmen diese Aktienrückkaufprogramme starten. Auch hier gibt es mehrere Gründe:

  1. Das Unternehmen will den eigenen Aktienkurs aufpolieren und zeigen, dass man die eigene Aktie für unterbewertet hält.
  2. Der Konzern, der eigene Aktien zurückkauft, will damit die Aktionäre bei Laune halten, da es sich dabei gewissermaßen um eine zusätzliche Ausschüttung (neben den Dividenden) handelt.
  3. Ein „reifes“ Unternehmen kann mit Aktienrückkäufen dafür sorgen, dass trotz Gewinn-Stagnation der Gewinn je Aktie steigt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt. So wird die Aktie wieder attraktiver.

Praxistipp: Achten Sie auch auf andere Faktoren

Die Gründe, warum ein börsennotierter Konzern eigene Aktien kauft, sind in vielen Fällen positiv zu werten. Doch auch Aktienrückkäufe bergen Gefahren: So kann ein Aktienrückkauf-Programm „missbraucht“ werden – oder zumindest die Risiken erhöhen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Unternehmen knapp bei Kasse ist. Dann sollte das Geld im Konzern bleiben.

Wählen Sie daher Aktien von Unternehmen aus, die den Spagat schaffen zwischen Aktienrückkäufen, der Ausschüttung von Dividenden, der Schaffung von ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder. Dann steht einer guten Gesamtrendite nichts im Wege.