American Outdoor Brands: Outdoor- und Waffenspezialist schlägt Analystenerwartungen

Sujet Kurs Gold Bulle Bär

American Outdoor Brands meldet kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung: Der Outdoor- und Waffenboom versetzt Aktie in einen Haussemodus. (Foto: tom - Adobe Stock)

Starke Ergebnisse des Outdoor- und Waffenkonzerns American Outdoor Brands haben die Kursrally zuletzt stark beflügelt. Seit dem Jahreswechsel verteuerten sich die Aktien massiv und kletterten von 16,7 auf beinahe 27 Dollar in die Höhe.. Allein nach Vorlage der Zahlen ging es gestern um 15% nach oben. Dabei war es vor allem das boomenden Online-Geschäft, das dem US-Konzern Rückenwind verliehen hat.

American Outdoor Brands im Portrait

Auch wenn der Firmenname American Outdoor Brands hierzulande den wenigsten ein Begriff sein dürfte, eine Firma der Holding kennen Sie bestimmt: Zum Firmenimperium des Unternehmens gehört nämlich auch der Waffenhersteller Smith & Wesson.

Dabei verlief die Firmengeschichte alles andere als gradlinig: Das Unternehmen wurde ursprünglich als De Oro Mines im Jahr 1991 in Nevada gegründet. Der Plan des Unternehmens, einen Bergbaubetrieb zu etablieren, konnte nicht umgesetzt werden und alles Kapital wurde aufgebraucht. 1996 wurde die vorhandene „Hülle“ des Unternehmens genutzt um die finanzielle Basis für die Übernahme des Vermögens der Saf-T-Hammer Inc. (einem Hersteller von Waffensicherungen) sowie die weitere Geschäftsentwicklung zu schaffen. Nach dieser Übernahme änderte das Unternehmen seinen Namen in Saf-T-Hammer Corporation.

2001 folgte die Übernahme des Waffenherstellers Smith & Wesson für 15 Millionen Dollar. Daraufhin wurde der Name von Saf-T-Hammer Corporation in Smith & Wesson Holdings Corporation geändert. Ab 2007 erfolgten weiter Zukäufe: So wurde die Waffenhersteller Thompson Center Holding Corporation 2007 und Deep River Plastics in 2015 geschluckt.

Zudem wurde mit Battenfeld Technologies und Hooyman Hersteller von Outdoor- und Jagd-Produkten übernommen. 2016 kam noch der Outdoor-Lampenhersteller Power Tech und 2017 der Werkzeug- und Messerproduzent BTI Tools, der Laservisierhersteller Crimson Trace Corporation und der Outdoor-Produkteanbieter Ultimate Survival Technologies über Zukäufe in den Konzern. Auf Grund dieser umfassenden Neuausrichtung der Unternehmensstrategie wurde der Name des Konzerns zum 3. Januar 2017 in American Outdoor Brands Corporation geändert.

Umsatz klettert um 90% in die Höhe

Während der Pandemie wächst American Outdoor Brands weiter mit hoher Dynamik. Im abgelaufenen Quartal erzielte der Konzern ein Umsatzplus von 90,7% auf 82,65 Millionen Dollar. Besonders der Online-Handel (+129%) trug stark positiv zu dieser Entwicklung bei. Zum Vergleich: Die traditionellen Absatzkanäle zeigten „nur“ ein Absatzplus von 68,5%.

Dabei profitiert das Unternehmen von einer strukturell hohen Nachfrage: Im Corona-Jahr campten 46% aller Camper in den USA zum ersten Mal oder zum ersten Mal nach mehreren Jahren. Rund 3 Millionen mehr Angellizenzen (+14%) wurden ausgegeben, die Jagdlizenzen kletterten um 12% nach oben und die Anzahl der Waffenbesitzer erhöhte sich um 8 Millionen.

Gewinnsprung im dritten Quartal

Die stark ansteigenden Umsätze machten sich in einer deutlich besseren Profitabilität bemerkbar. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Nettogewinn von 11,8 Millionen Dollar oder 82 Cent je Aktie hängen. Das lag nicht nur massiv über dem Niveau des vergleichbaren Vorjahresquartals von 1,8 Millionen Dollar, sondern auch 110% über den Schätzungen der Analysten. Diese waren im Vorfeld der Zahlen nämlich nur von einem Gewinn von 39 Cent je Aktie ausgegangen.

Jahresprognose wird angehoben

Nach den über den Erwartungen liegenden Quartalsergebnissen hat die Konzernführung die Jahresprognose nach oben geschraubt. American Outdoor Brands erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn von 2,15 bis 2,18 Dollar je Aktie, gegenüber der aktuellen Konsensprognose von 1,68 Dollar. Insgesamt soll ein Umsatz von 268 bis 272 Millionen Dollar durch die Bücher gehen. Auch das liegt über den aktuellen Analystenprognosen, die lediglich von 244,93 Millionen Dollar ausgegangen waren.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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