Apple Aktie: War da was?

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Die Apple Aktie verharrt auf dem Vorwochenniveau, trotz starker Quartalsbilanz. Anleger und Analysten fürchten dunkle Wolken am Chiphimmel. (Foto: pio3 / shutterstock.com)

Traditionell ist für Apple das Weihnachtsquartal besonders lukrativ: Nachdem im Herbst meist die neueste iPhone-Generation auf den Markt kommt, landen die High-End-Geräte gerne unterm Tannenbaum – und sorgen bei Apple jedes Jahr zuverlässig für Milliardengewinne.

Extrem starke Quartalszahlen konnte der Konzern allerdings auch in dieser Woche vorlegen – für das zurückliegende zweite Kalenderquartal, das für Apple zugleich das dritte Geschäftsquartal bildet. Demnach konnte das Unternehmen seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdoppeln: Von April bis Ende Juni weist Apple unterm Strich einen Gewinn von 21,7 Milliarden US-Dollar aus und damit 93 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2020. Der Umsatz kletterte im Verhältnis zum Vorjahresquartal um 36 Prozent auf 81,4 Milliarden Dollar.

Apple verzeichnet extrem starkes Frühjahrsquartal

Dabei konnte sich der Kultkonzern erneut auf seinen Kassenschlager verlassen: Der Umsatz mit dem iPhone lag mit knapp 40 Milliarden Dollar fast 50 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Allerdings waren auch die anderen Endgeräte aus dem Apple-Universum heißbegehrt: Der Verkauf von iPads und Mac-Computern legte ebenfalls ordentlich zu.

Im Dienstleistungs- und Servicebereich, der auch das Cloudgeschäft sowie Abodienste wie beispielsweise Apple Music umfasst, verzeichnete das Unternehmen ein Plus um ein Drittel auf knapp 17,5 Milliarden Dollar.

Regional betrachtet lief es insbesondere im Reich der Mitte gut für Apple: In Chinca kletterten die Umsätze auf fast 15 Milliarden Dollar und lagen damit rund 58 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Pandemie lässt Nachfrage steigen

Verantwortlich für die enorm hohe Nachfrage ist wohl vor allem die anhaltende Corona-Pandemie, die zum Ausstatten neuer oder Aufrüsten vorhandener Homeoffice-Strukturen maßgeblich beigetragen hat. Aber auch die Infrastruktur für virtuelle statt persönlicher Konferenzen und digital vernetzte Zusammenarbeit insgesamt hat durch die Pandemie einen kräftigen Schub erfahren.

Etliche Unternehmen waren gezwungen, Dienstreisen zu streichen und Mitarbeiter in die Heimarbeit zu schicken. Was bei Fluglinien für einen dramatischen Einbruch der Nachfrage sorgte, erweist sich für zahlreiche Tech-Konzerne als wahrer Geldsegen.

Apple übertrifft Analystenerwartungen deutlich

Tatsächlich fielen die von Apple vorgelegten Quartalszahlen erheblich höher aus als von Analysten zuvor angenommen: Im Schnitt hatten die Experten lediglich mit einem Umsatz in Höhe von knapp 73 Milliarden Dollar gerechnet, die Gewinnschätzungen lagen mit lediglich 0,82 Dollar je Aktie ebenfalls deutlich unterhalb der tatsächlich erzielten 1,30 Dollar. Doch sowohl Branchenkenner als auch Apple selbst warnen vor überzogenen Erwartungen für das laufende Vierteljahr.

Zwar rechnet der Konzern auch weiterhin mit Zuwachsraten im zweistelligen Bereich, doch der weltweite Halbleitermangel dürfte sich auch bei Apple nun stärker bemerkbar machen. Bereits für das abgelaufene Quartal hatte man mit Einbußen von 3 bis 4 Milliarden Dollar wegen der Materialengpässe gerechnet, schlussendlich fiel der Dämpfer geringer aus als gedacht – der Effekt könnte sich aber nun ins Sommerquartal verlagern und insgesamt das zweite Halbjahr stärker belasten.

Apple Aktie fängt sich nach Kursknick

An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt. Dementsprechend schickten Anleger die Apple Aktie trotz der brillanten Quartalszahlen zunächst auf Talfahrt, ehe es erneut aufwärts ging. Am Freitag notierte das Papier zum Handelsstart bei 145 Dollar und somit auf dem Niveau der Vorwoche.

Etwas euphorischer als die Aktionäre zeigten sich die Analysten: Die US-Bank Goldman Sachs beließ zwar ihre Einstufung auf „neutral“, hob aber das Kursziel an von 130 auf 140 Dollar. Analysten von JP Morgan sowie der Schweizer UBS bekräftigten ihre Kaufempfehlungen bei einem Kursziel von 175 Dollar.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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