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Apple mit neuen Lieferschwierigkeiten – das sagen Analysten

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Auf seine Cash Cow kann sich Apple auch in schwierigen Zeiten verlassen: Trotz hoher Inflation und schrumpfender Kaufkraft legte der iPhone-Verkauf im zurückliegenden Quartal noch einmal zu. Damit sicherte das iPhone seinem Hersteller gegen den allgemeinen Markttrend Steigerungen bei Umsatz und Gewinn in der Quartalsbilanz.

Apple im Sommerquartal stärker als die Konkurrenz

Insgesamt kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf gut 90 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg unterm Strich geringfügig von 20,55 auf 20,72 Milliarden Dollar.

Wie schon so häufig erweist sich das Geschäft mit dem iPhone als besonders relevant für die Entwicklung des Gesamtkonzerns. Immerhin steuert das Kulttelefon fast die Hälfte zum Unternehmensumsatz bei. Im Zeitraum von Juli bis Ende September stieg der Umsatz allein mit iPhones von 38,9 auf 42,6 Milliarden Dollar.

Abstand zum Marktführer verringert

Das Unternehmen selbst nennt zwar keine Stückzahlen, nach Berechnungen von Branchenanalysten dürfte der Absatz jedoch um etwa 8 Prozent nach oben geschnellt sein auf 53 Millionen verkaufte iPhones. Damit verkürzt Apple den Abstand auf Marktführer Samsung: Die Südkoreaner halten derzeit etwa 22 Prozent am Gesamtmarkt, Apple kommt mit seinem iPhone auf 18 Prozent. Im Gegensatz zur steigenden iPhone-Nachfrage musste Samsung zuletzt jedoch einen Absatzrückgang um 8 Prozent hinnehmen und kam im 3. Quartal noch auf gut 64 Millionen verkaufte Smartphones.

Überraschend gut lief es für Apple auch im Geschäft mit Mac-Computern: Hier hatte sich aufgrund der Lieferengpässe im Frühjahr ein erheblicher Nachfragestau angesammelt, der nun im Sommer bedient werden konnte. In diesem Segment erzielte Apple einen Rekordumsatz von 11,5 Milliarden Dollar nach 9,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Dollarstärke schwächt Weihnachtsgeschäft

Im Dienstleistungs- und Servicegeschäft verbuchte Apple zuletzt ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar. Damit hat sich das Wachstumstempo hier zwar verlangsamt, insgesamt aber konnte Apple mit seinen Zahlen dennoch überzeugen – gerade vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfeldes, das Wettbewerbern zuletzt deutlich mehr zu schaffen machte.

Doch auch Apple positioniert sich für das laufende Weihnachtsquartal zurückhaltend. Der Vorstand geht in seiner Prognose von einem schwächeren Umsatzwachstum aus und führt das nicht zuletzt auf die anhaltende Stärke des US-Dollar im Verhältnis zu anderen Währungen zurück. Diese Wechselkurseffekte allein würden sich um bis zu 10 Prozent negativ auf die Einnahmen im laufenden Quartal auswirken, so die Einschätzung des Unternehmens.

Neue Lieferengpässe beim iPhone

Eine weitere Herausforderung sind zudem erneute Lieferengpässe beim neuen iPhone 14. Wegen wiederkehrender strikter Lockdown-Maßnahmen in China kommt es hier erneut zu Verzögerungen. Zuletzt hatte mit Foxconn einer der wichtigsten chinesischen Apple-Zulieferer Schlagzeilen gemacht, weil Arbeiter offenbar nach vereinzelten Corona-Ausbrüchen im Werk eingeschlossen waren. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten wurde als unzureichend beschrieben, die Produktion sollte laut Medienberichten dennoch andauern.

Analysten reagierten unterschiedlich auf die neuen Lieferschwierigkeiten. Die US-Großbank JP Morgan hält zeitliche Verzögerungen für nicht ausschlaggebend, da viele iPhone-Fans durchaus bereit sind, auf das neue Modell zu warten. Auch in der Vergangenheit war es immer wieder zu Wartezeiten gekommen, weil die Nachfrage die verfügbaren Stückzahlen übertroffen hatte. JP Morgan beließ daraufhin das Kursziel bei 200 Dollar und bestätigte zugleich die Kaufempfehlung für die Apple Aktie.

Apple Aktie: Schweizer Banken kürzen Kursziele

Ihre Kaufempfehlungen bekräftigt haben auch die Analysten der Schweizer Banken Credit Suisse und UBS. Allerdings gehen beide von nunmehr etwas geringeren Kurszielen aus: So kürzte die Credit Suisse das Ziel von 190 auf 184 Dollar, die UBS von 185 auf 180 Dollar.

Zuletzt kostete die Apple Aktie rund 140 Dollar. Seit Beginn des Jahres hat das Papier damit etwa 13 Prozentpunkte eingebüßt, schlägt sich damit aber noch deutlich besser als andere Technologiekonzerne. Zum Vergleich: Der Technologieindex Nasdaq hat im gleichen Zeitraum um mehr als 30 Prozentpunkte nachgegeben.