Ihre große Apple-Analyse: Wie geht es nach den Rekordzahlen weiter?

Apple iphone 11 – shu

Auf diesem hohen Niveau derartige Gewinnsteigerungen zu vermelden, ist schier unvorstellbar. Andererseits sind wir genau das auch von Apple gewohnt. (Foto: NYC Russ / Shutterstock.com)

Verrückt, aber irgendwie auch nicht. Auf diesem hohen Niveau noch derartige Gewinnsteigerungen zu vermelden, ist schier unvorstellbar. Andererseits sind wir das auch von Apple gewohnt. Einfach nur beeindruckend, wie hier gewirtschaftet wird.

Kurz noch ein Blick auf die gestern Abend veröffentlichten Zahlen: Apple hat seinen Umsatz vor Vorquartal um 36 Prozent gesteigert auf 81,41 Milliarden US-Dollar – erwartet wurden 73,30. Besonders die iPhones wurden gut verkauft: Hier stiegen die Erlöse um 50 Prozent! Dabei war wohl sogar nicht nur das Upgrade der iPhones schuld, sondern auch viele Android-User, die jetzt auf das iPhone umgestiegen sind.

Die Umsätze bei den Macs gingen „nur“ um 16 Prozent rauf, bei den iPads um 12 Prozent. Jetzt noch das Sahnehäubchen: Der Gewinn pro Aktie liegt bei 1,30 US-Dollar. Erwartet wurden 1,01 US-Dollar.

Beim Service ist Apple auch ganz vorne mit dabei. Über 700 Millionen Abonnenten haben sie insgesamt. Das ist allerdings die Zahl aller verwendeten Apps.

Gigantische Zahlen – warum fällt der Kurs?

Selten ist das definitiv nicht. Es werden gute Zahlen gemeldet und am nächsten Tag kostet die Aktie weniger. Dass das heute auch bei Apple passiert – und das, nach diesen Rekordumsätzen und –gewinnen, ist durchaus beeindruckend. Somit kann das wirklich jedem Unternehmen passieren. Doch natürlich gibt es auch hier einen Grund.

Es wurde nämlich nicht nur Erfreuliches vermeldet. Die Zahlen gehören ja quasi der Vergangenheit an und die Börse interessiert der Ausblick. Der ist negativ. Nicht dramatisch, aber eben mit Vorsicht zu genießen. Großes Manko sind die Lieferengpässe.

Apple würde gerne mehr Produkte verkaufen. Aber wenn – wie inzwischen fast überall – die Chips fehlen, geht das einfach nicht. Besonders die iPads und Macs sind davon betroffen. In Zahlen sieht das so aus: 3 bis 4 Milliarden US-Dollar habe Apple laut CEO Tim Cook dadurch verloren. Ändern wird sich das so schnell nicht. Deshalb rechne er auch mit einem schwächeren vierten Quartal.

Apple im Tageschart

Schauen wir uns jetzt den Chart an, sehen wir wie weit die Kurse von der grünen EMA-200 entfernt sind. Die verläuft derzeit bei knapp 126 US-Dollar – die Aktie steht rund 20 US-Dollar darüber. Apple hat in der Vergangenheit immer wieder einmal die EMA-200 getroffen. Nur nach der Rallye in Folge des Corona-Crashs wurde die Durchschnittslinie nicht mehr berührt.

Der rote Punkt – als das Ende einer Kaufpanik – könnte ein mittelfristiges Hoch anzeigen. Aber das wird sich noch zeigen. Auf dem Weg vom Corona-Tief bis zu den jetzigen Kursen gab es insgesamt 11 rote Punkte im Tageschart. Eine Kaufpanik ist bei Apple also ganz normal und kommt regelmäßig vor. Knacken wir die 150, ist das demnach ein Kaufsignal.

Wichtiger sind aber die blauen Punkte, die das Ende einer Verkaufspanik signalisieren. Der letzte kam am 1. März. Damals standen die Kurse bei 128 US-Dollar. Aber wer weiß, vielleicht macht auch Apple jetzt eine kleine Pause. Der gesamte Markt schiebt derzeit eher zur Seite. Das macht Apple zwischendurch auch, um neuen Anlauf zu nehmen für neue Allzeithochs. Die 150 US-Dollar wären auf jeden Fall eine gute Hausnummer, sollten die Kurse daran jetzt eine Weile scheitern.

Apple im Wochenchart

Auf große Sicht hat Apple noch etwas Luft nach oben. Wenn wir uns den Chart hier anschauen, zeichnet sich eventuell ein steigender Keil ab. Dieser ist grundsätzlich zwar eher bärischer Natur, aber das muss bei Apple nichts heißen. Vielleicht pendeln wir auch in den Keil einfach nur weiter nach oben.

Hoch könnte es bis Ende des Jahres somit noch bis gut 160 US-Dollar gehen. Auf der Unterseite bietet derzeit die Trendlinie bei knapp 130 US-Dollar eine Unterstützung. Dort verläuft in etwa die EMA-200 des Tagescharts. Sollte es also zu einer Konsolidierung kommen, ist diese Zone auf jeden Fall spannend und bietet unter Umständen einen guten Einstieg.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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